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Rampen-Lösung überzeugt nicht alle

Barrierfreiheit im Hallenbad Rampen-Lösung überzeugt nicht alle

Das Thema „Barrierefreiheit im künftigen Hallenbad“ beschäftigte den Sozialausschuss. Dort fiel der Beschluss, eine transportable Rampe und einen zusätzlichen Beckenlift anzuschaffen.

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Stadtverordnete ließen sich von der Verwaltung den Baufortschritt erläutern.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. „Barrierefreiheit“ war seit Beginn der Planungen für die Hallenbadsanierung auf der Agenda bei Stadtwerken, Verwaltung und Projektgruppe. Durch den Beschluss des Stadtparlaments im Mai bekam der Aspekt aber noch einmal ein anderes Gewicht (die OP berichtete). Im Fokus steht dabei der durch die Gebäudeerweiterung entstehende neue Ruhebereich, der durch zwei Stufen leicht erhöht ist. Zwei konkrete Vorschläge haben die Planer zusammen mit der Verwaltung den politischen Gremien unterbreitet. Ein Punkt ist der Kauf einer mobilen Roll-Rampe, die sich auseinandernehmen lässt. Außerdem ist der Kauf eines Beckenliftes vorgesehen, durch den Menschen, die beispielsweise auf den Rollstuhl angewiesen sind, ins Wasser gehoben werden können.

Kurzfristig gab es am Dienstagabend für die Mitglieder des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Soziales und Kultur einen Ortstermin auf der Hallenbad-Baustelle. Dort gab es einen Überblick von Fachbereichsleiter Klaus Hütten und Stadtwerke-Betriebsleiter Giselher Pontow. Klar wurde dabei, welche Einschränkungen der Bau einer fest installierten Rampe für den erhöhten Ruhebereich hätte. Die Rampe müsste, um das vorgeschriebene Gefälle einzuhalten, bis zu neun Meter in die Durchgänge am Beckenrand hinein. „Damit wäre der normale Betrieb für andere Badegäste sehr beeinträchtigt“, sagte Pontow. Deshalb wurde diese Option auch verworfen. Das gilt auch für einen Scherenlift, der laut Betriebsleiter Pontow wohl massive bauliche Änderungen nötig machte, vor allem, wenn er jetzt nachträglich vorgesehen werden müsste.

Lift und Rampe kosten 12 000 Euro

Prinzipiell wollen die Stadtwerke in Sachen Barrierefreiheit neben allen vorgesehenen baulichen Hilfen auf Unterstützung von Behinderten durch das Badpersonal setzen - wie schon in der Vergangenheit. Hilfe werden Rollstuhlfahrer bei Nutzung der Rampe auch immer haben. Beim Baustellenbesuch machte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) aber auch noch einmal klar, dass sich aus seiner Sicht ein Hallenbad nicht völlig barrierefrei gestalten lässt.

Zum Kauf der mobilen Rampe gab es im Übrigen nicht nur Zustimmung im Ausschuss. Dr. Thomas Noetzel (SPD), selbst auf einen Rollstuhl angewiesen, verwies darauf, dass die Rampe aus Aluminium besteht, keine seitlichen Absicherungen besitze und es im Bad auch feucht sei. Bevor es gefährlich werde, müsse man eventuell auch sagen, dass es einen Bereich gebe, der nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich sei, gab Noetzel zu bedenken. Pontow wie auch Somogyi verwiesen auf entsprechende Zulassungen der Rampe, die auch schon im Badbetrieb erprobt sei. Bedenken gab es auch von Ute Grigat-Thierau. Am Ende empfahl der Ausschuss bei 3 Nein-Stimmen und einer Enthaltung, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Beckenlift wie auch mobile Rampe kosten zusammen rund 12 000 Euro zusätzlich.

Beim Baustellentermin interessierte die Stadtverordneten naturgemäß auch das, was Viele bewegt, nämlich wann das Bad wiedereröffnet werden kann. Wie die Verwaltung bereits mitgeteilt hatte, gibt es deutliche Verzögerungen, vor allem beim Abbruch wie wohl auch bei der Betonsanierung. Fachbereichsleiter Hütten erklärte am Dienstagabend, dass derzeit der Zeitplan aktualisiert werde und ein genauer Fertigstellungstermin noch nicht genannt werden kann.

Auf Nachfragen sprach er dann vom Sommer 2016. Gegenüber der OP präzisierte er die Aussage noch einmal: „Wir wollen das Bad gerne bis Sommer fertigstellen, doch das hängt auch davon ab, wie lange der Probebetrieb dauern wird.“

Bisher gab es einen Arbeitsunfall

Wie auf Nachfrage von Ausschuss-Mitglied Annemarie Hühn (CDU) mitgeteilt wurde, gab es bei den Abbrucharbeiten seinerzeit den bisher einzigen Arbeitsunfall auf der Baustelle. Ein Mitarbeiter des Unternehmens stürzte in einen Schacht und zog sich Verletzungen zu.

von Michael Rinde

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