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Räume sind verteilt, Standort ist offen

Neubau-Pläne Räume sind verteilt, Standort ist offen

Bei 500 000 Euro hat das Stadtparlament eine Grenze für die Baukosten des neuen Hatzbacher Feuerwehrgerätehaus gesetzt. Ob diese Grenze realistisch bleibt, ist offen.

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In Hatzbach müssen Feuerwehrgerätehaus und Fahrzeug ersetzt werden. Beides ist auf den Weg gebracht. Archivfoto

Hatzbach. Einige Sitzungen waren den Beratungen am Mittwochabend im Hatzbacher Ortsbeirat bereits vorausgegangen. Beim geplanten Neubau drängt die Zeit: Denn will die Stadt Stadtallendorf in den Genuss von Zuschüssen aus einem Förderprogramm des Landes kommen, so müssten die entsprechenden Anträge Anfang September vorliegen.

Eine Hürde scheint seit Mittwochabend genommen: Nach einigen Diskussionen gibt es jetzt offenbar Klarheit darüber, wie das künftige Feuerwehrgerätehaus aussehen wird. Eine auf Wunsch von Ortsbeirat und Feuerwehr überarbeitete Variante wurde ausgewählt - wenn auch nicht ohne einige Diskussionen.

Denn: Ortsbeirat und Feuerwehr hätten gerne, dass eine zweite Fahrzeuggarage oder Halle gleich mitgebaut worden wäre. Diese zweite Halle ist bautechnisch zumindest möglich, soll aber 90000 Euro zusätzlich kosten. In ihr könnte in der Zukunft ein zusätzliches Fahrzeug, etwa für den Katastrophenschutz oder speziell für die Waldbrand-Bekämpfung stationiert werden. Ob es dieses zweite Fahrzeug geben wird, ist noch völlig offen und dürfte sich erst entscheiden, wenn der Bedarfs- und Entwicklungsplan für die gesamten Stadtallendorfer Feuerwehren aktualisiert wird. Das steht aber erst in einigen Jahren an. Doch Ortsvorsteher Frank Drescher und Ortsbeiratsmitglied Wolfgang Dippel befürchteten während der Sitzung, dass diese zweite Garage womöglich nie entsteht, wenn sie nun nicht gleich mitgebaut wird. Dippel hatte sich die Mühe gemacht, mit einem Bauexperten aus Hatzbach eigene Berechnungen aufzustellen. „Wir gehen davon aus, dass sich diese zweite Halle für 45000 bis 50000 Euro bauen ließe“, argumentierte Dippel. Doch Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) winkte gleich ab. „Der Bedarf ist den städtischen Gremien nicht zu vermitteln“, sagte Somogyi und verwies gleich auf die beschlossene „Kostenbremse“. So sollen die Baukosten den Betrag von insgesamt 500000 Euro nicht überschritten werden (die OP berichtete). Ortsvorsteher Drescher sähe auch in der Gegenwart bereits Bedarf für eine eventuelle zweite Fahrzeuggarage, etwa als Lagerfläche, wie er nach der Sitzung gegenüber der OP erläuterte.

Ein wesentlicher Punkt ist allerdings in der jetzt festgelegten Bauvariante erfüllt: Die Feuerwehr Hatzbach, deren Gerätehaus als das mit Abstand schlechteste in Stadtallendorf angesehen wird, bekommt zumindest einen adäquaten Schulungs- und Gruppenraum. Der hatte in ersten Planskizzen völlig gefehlt, steht in Hatzbach aber seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste. Ortsbeirat und Feuerwehr betonten wie schon in der Vergangenheit ihre Bereitschaft zur Eigenleistung (die OP berichtete).

Wie viel die jetzt beschlossene Bauvariante kosten wird, muss allerdings jetzt noch errechnet werden. Wo das künftige Feuerwehrgerätehaus steht, ist auch noch nicht entschieden. Zwei Varianten hatte Julia Werner von Stadtverwaltung vor der Mittwochssitzung geprüft: den Standort Festplatz und auf einem Grundstück in der Straße „Im Roten Bach“. Bei letzterer Variante müsste die Stadt die Grundstücke allerdings noch kaufen, mit den Eigentümern hat es einen ersten Kontakt gegeben. Einschließlich Erschließungskosten kalkuliert die Verwaltung beim Standort „Im roten Bach“ mit Kosten von etwa 145000 Euro. Auch beim Standort Festplatz, wo das derzeitige Gerätehaus steht, gäbe es noch Erschließungskosten - zumal dort bei einem Abbruch des alten Gebäudes ein Kanal verlegt werden müsste. Dort beziffert die Stadt die Ausgaben mit etwa 70000 Euro. Hinzu kämen Abrisskosten, falls das alte Gebäude aufgegeben wird. Doch das ist noch nicht klar, denn im Ort gab es in der Vergangenheit großes Interesse an einer Gebäudeübernahme. Bevor Ortsvorsteher Frank Drescher jetzt Gespräche mit Vereinen über eine Übernahme führt, soll die Verwaltung Vertragsvarianten vorstellen. Somogyi betonte dabei am Mittwoch, dass die Stadt zumindest das Grundstück behalten will, eine Verpachtung oder ein Kauf des alten Gebäudes wäre aus seiner Sicht aber realisierbar. Bis Anfang September werden also noch einige Sitzungen nötig sein, um die offenen Fragen zu klären.

von Michael Rinde

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