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Programm top, Resonanz Flop

Interkulturelle Woche Programm top, Resonanz Flop

Zum Abschluss der Interkulturellen Woche derBegegnung blieben viele Plätze in der Stadthalle leer. Enttäuschung ließ sich die Kabarettistin Meltem Kaptan aber nichteine Sekunde anmerken.

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Zum Abschluss der Interkulturellen Woche gastierte die aus Funk und Fernsehen bekannte Kabarettistin Meltem Kaptan in der Stadthalle vor fast leerem Haus. Foto: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Ganz im Gegenteil: Mit ihrem großen türkischen Herzen und ganz viel Charme bereitete sie allen, die gekommen waren, mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit einen unterhaltsamen Abend.

Seit über 30 Jahren lädt der Verein Interkulturelle Begegnung in Stadtallendorf - IbiS zusammen mit weiteren Initiativen und Vereinen zur Interkulturellen Woche ein. Dem Vereinsvorsitzenden und Leiter des Büros für Integration in Stadtallendorf, Claus Schäfer, fiel es nicht leicht, vor das weniger als ein Dutzend zählende Publikum zu treten. „Ich freue mich, dass Sie gekommen sind, leider nicht noch mehr“, erklärte er etwas enttäuscht.

Meltem Kaptan nahm’s sportlich: „Sie müssen einfach für zehn Personen klatschen und für 20 Personen lachen“, erklärte sie mit einem strahlenden Lächeln, um dann mit einer herzlichen Umarmung jeden Besucher persönlich zu begrüßen, und auch während der rund 70-minütigen Aufführung ging es fast familiär weiter.

Dabei ist die in Gütersloh geborene Kabarettistin in der Region keine Unbekannte, hat lange in Wehrda gelebt und in der Universitätsstadt Anglistik, Medienwissenschaft und Malerei studiert. Ihre Bühnenpräsenz schulte sie in Istanbul und Washington, wo sie renommierte Schauspielschulen besuchte. Sie arbeitet als Comedy-Autorin und Sprecherin, hat Musical- und TV-Auftritte, unter anderem bei der Comedy-Sendung „Night Wash“, „Ladies Night“ und im WDR.

Meltem Kaptan habe eine besondere Liebe zu Marburg entwickelt, berichtete Claus Schäfer. Sie habe schon einmal hier in der Stadthalle im Publikum gesessen und habe sich besonders gefreut, heute hier zu sein. „DesORIENTiert-Comedy, Gesang und Kabarett“ heißt ihr Bühnenprogramm und desorientiert sei sie gewesen bei der Frage „Willst du deutschen oder türkischen Mann“, erzählt sie.

Ihr Name bedeutet übersetzt „Meeresbrise“ und scheint für sie Programm zu sein. Mal sanft, mal aufbrausend, aber immer herzlich und mit der Fähigkeit ausgestattet, sich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen, begeistert sie die Besucher. Sie vergleicht humorvoll deutsche und türkische Sprichwörter und Märchen und hat einen Ratgeber für „die gute Hausfrau“ aus den 50er Jahren mitgebracht.

Als „Barbie“ hat sich die 35-Jährige nie gesehen, eher als „Petra“ mit türkischen Bäckchen, sagt sie und bringt als „Svetlana“ am Erotiktelefon und als „Lady Güle Güle“, mit blonder Mähne und im knallengen Paillettenkleid, die Besucher zum Lachen.

Oft werde sie zu Integrationsveranstaltungen eingeladen, denen jeder Pep fehle, erklärt sie und stimmt mit dem „Integrationslied“ über Immigration und Döner eine perfekteAdele-Parodie an. Für „Bauchtanz to go“ holt sie sich Claus Schäfer auf die Bühne und schafft es sogar, die Besucher zum Mitsingen eines türkischen Songs mit Hilfe von deutschen Untertiteln zu bewegen.

Eins hat Meltem Kaptan am Ende ihres Programms auf jeden Fall geschafft: Die begeisterten Besucher in der Stadthalle kann sie ab heute zu ihren Fans zählen.

Ein wenig ruhiger ging es in diesem Jahr während der Interkulturellen Woche zu. Auch das beliebte „Interkulturelle Suppenfest“ fand nicht statt. „Wir hoffen, dass das Suppenfest im nächsten Jahr wieder gemeinsam mit der Stadt veranstaltet werden kann“, erklärt Schäfer am Rande der Veranstaltung. Viele andere Dinge im Zusammenhang mit den Flüchtlingen seien zu tun gewesen, erläuterte er.

von Karin Waldhüter

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