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Profikoch hilft unsicherem Gastronom

Rach, der Restauranttester Profikoch hilft unsicherem Gastronom

Im August und dann noch einmal im November vergangenen Jahres besuchte "Rach, der Restauranttester" das Restaurant "Zur Pfeffermühle" in Stadtallendorf. Am Montagabend wurde die Sendung ausgestrahlt.

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Senol Tüfek (hinten Mitte) feierte am Montag gemeinsam mit den Stammtischlern, die in einer E-Mail Koch Christian Rach um Hilfe gebeten hatten.

Quelle: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Wie geht es Restaurantbesitzer Senol Tüfek heute, nachdem der Alltag wieder eingekehrt ist? Kurz vor Beginn der Sendung herrscht Hochbetrieb in der Pfeffermühle, direkt im Industriegebiet Stadtallendorfs gelegen. Ein kurzes Interview - Fehlanzeige. Senol Tüfek lässt sich entschuldigen. Stress ist in der Küche angesagt, um die letzten Restaurantbesucher noch vor Beginn der Fernsehsendung zu bedienen. Schnell noch ein Getränk, im Hintergrund hört man schon den Trailer zur Sendung, als der Junggastwirt endlich in den großen Veranstaltungssaal tritt und dort von rund 30 Freunden, Mitarbeitern und dem Stammtisch mit Applaus empfangen wird.

Im vergangenen Jahr änderte sich das Leben von Senol Tüfek schlagartig. Als Anfang 2012 sein Vater starb, übernahm Senol dessen Lokal „Zur Pfeffermühle“ in Stadtallendorf. Doch der 21-Jährige ist ungelernt und war in diesem Augenblick überfordert.

Der Speiseraum wirkte lieblos, die Speisekarte war mit über 100 Gerichten überfrachtet. Dennoch versuchte Tüfek, unterstützt von Aushilfskräften und Servicemitarbeiterinnen, das Erbe seines Vaters zu bewahren. Doch die Gerichte kamen beim Besuch des Fernsehkochs nicht gut weg. „Aus der Tüte und der Dose, das geht meistens in die Hose“, so lautete das Fazit des Restauranttesters Christian Rach nach dem ersten Probeessen im August vergangenen Jahres. Als erstes verbannte Rach die Tiefkühlkost aus der Küche und brachte mit neuen Bildern, einer neuen Tischaufteilung und viel Liebe zum Detail, zusammen mit den Mitarbeitern neuen Wind in die Räumlichkeiten.

Frische Produkte sind seither in der „Pfeffermühle“ angesagt. Das gilt auch heute noch. Und das Kochen macht dem Jungkoch auch drei Monate nach dem zweiten Besuch des Fernsehkochs immer noch viel Spaß und das bekommen vor allem die Gäste nach eigenen Worten zu spüren. Denn heute kommen nur noch frische Gerichte und selbst gemachte Soßen auf den Tisch. Applaus brandet am Montag plötzlich im Saal auf, als auf dem Bildschirm die Pfeffermühle zu sehen ist und der Name Stadtallendorf fällt. „Ich bin heute Abend so nervös, weil ich nicht weiß was kommt“, erzählt er nebenher und unablässig klingelt das Telefon in seiner Hand.

Dabei ist es Senol Tüfek nicht immer leicht gefallen das neue Konzept auch durchzuhalten. „Anfangs war es nicht einfach für mich, aber heute koche ich frisch und vor allem mit Liebe“, erzählt er mit einem Lachen. Doch gelernt hat der Restaurantbesitzer nicht nur viele neue Rezepte sondern noch viel mehr. „Ich habe gelernt, wenn es mir selbst nicht gut geht, dann merkt dies auch der Gast“, reflektiert Tüfek in der Werbepause.

Den Tod des Vaters zu verarbeiten, dass brauche auch heute noch seine Zeit, doch heute verstecke er sich nicht mehr in der Küche, heute gucke er, wie es andere machen. „Aber ich mache dann mein eigenes Ding“, erzählt er. Und wie steht es inzwischen um die Pfeffermühle? „Gut, richtig gut. Bis jetzt brummts, mal schauen was nach der Sendung wird“, erzählt er nicht ohne Stolz. Und fühlt er sich denn heute wie ein Gastronom? „Nee“, antwortet er zaghaft und wirkt dadurch umso sympathischer. Das komme sicherlich erst mit den Jahren.

Und wie war der Fernsehstar Christian Rach so, wenn die Kamera mal nicht lief? „Er ist dann ein anderer Typ. Redete viel mit mir, gelernt habe ich am meisten von ihm, wenn die Kamera aus war. Wenn die Kamera lief hat er sein Ding gemacht“, erzählt Senol. Der zweite Besuch von Rach verlief positiv für Tüfek und seine Mitarbeiter und er erntete viel Lob.

Auch von den Besuchern im Restaurant gibt es viel Lob und stürmischer Applaus brandet am Ende Sendung auf. „Das Lokal hat sein Schnellimbiss-Niveau verloren und sich in ein Lokal mit gehobener Küche gewandelt, das Ambiente ist jetzt gemütlicher und wir kommen gerne hierher“, berichtet Stammtischler Ralph Porner.

In einer E-Mail hatten die Mitglieder des Stammtisches Fernsehkoch Christian Rach um dessen Hilfe gebeten.

von Karin Waldhüter

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