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Pro Bahn warnt vor einem "Ausspielen"

Intercityhalte Pro Bahn warnt vor einem "Ausspielen"

Der Kreistag hat am Freitag einstimmig den Dringlichkeitsantrag zu zusätzlichen Intercityhalten für Stadtallendorf gebilligt. Das "Bündnis pro Stadtallendorf" ist damit noch einmal gewachsen.

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Das Thema Intercityhalte schlägt weitere Wellen. Inzwischen gibt es auch Mahnungen von Pro Bahn. Archivfoto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Die Gemeinde Wabern im Schwalm-Eder-Kreis soll fünf ihrer sieben Intercityhalte verlieren, die Stadt Stadtallendorf (die OP berichtete mehrfach) soll zusätzliche erhalten. Ob es am Ende bei diesen Zahlen bleibt, ist abzuwarten. Zwischenzeitlich hat auch die Gemeinde Wabern mobilisiert. Es laufen Gespräche mit der Bahn AG, die der Gemeinde Wabern Anfang Juni die Hiobsbotschaft übermittelt hatte.

Am Freitagnachmittag hat der Kreistag einen Dringlichkeitsantrag von CDU und SPD, der großen Koalition, einstimmig und ohne Aussprache gebilligt. Darin werden mögliche Intercity-Halte für Stadtallendorf begrüßt. Zugleich unterstützt auch das Parlament des Kreises damit das Anliegen des Bündnisses aus Politik, Wirtschaftsunternehmen und Divisionsführung für eine bessere Anbindung der Stadt an das Fernzugnetz. Der Beschluss enthält aber auch die Mahnung, dass die zusätzlichen Halte nicht zu Einbußen an anderer Stelle - sprich in Wabern - führen dürften.

Zusätzliche Intercityhalte auf der extrem genutzten Main-Weser-Bahn-Strecke sieht der Fahrgastverband Pro Bahn, Landesverband Hessen, aber kritisch. In einer Pressemitteilung verweist Pro Bahn darauf, dass zusätzliche Halts von Fernzügen zu einer Verlängerung der Fahrtzeiten führen könnte. Und das dürfte aus Sicht des Fahrgastverbandes zwangsläufig die Attraktivität des Fernzugnetzes mindern. Pro Bahn warnt zugleich davor, Wabern und Stadtallendorf „gegeneinander auszuspielen“. Nach OP-Informationen hatte sich unter anderem die Gemeinde Wabern selbst an Pro Bahn gewandt und die Entwicklung dort angesprochen.

Der Fahrgastverband mahnt ein für ihn längst überfälliges Fahrplankonzept für die Main-Weser-Bahn an. Darin will Pro Bahn einen stündlichen „echten“ Regionalexpress (RE) in beide Richtungen auf der gesamten Strecke.

Eine Bahnsprecherin kommentierte die Aussagen des Fahrgastverbandes am Freitag kurz und knapp: „Es ist jedem, auch Pro Bahn, unbenommen, Befürchtungen zu äußern“. Bei den Befürchtungen des Fahrgastverbandes zu zusätzlichen IC-Halten auf der Strecke verweist die Bahn auf die derzeit noch laufenden Gespräche mit allen Beteiligten „Am Ende dieser Gespräche wird es ein Ergebnis geben“, sagt die Unternehmenssprecherin. Im übrigen spräche die Bahn alle Zugverbindungen grundsätzlich mit allen Beteiligten, also auch den Verkehrsverbünden NVV und RMV, ab. „Es gibt natürlich ein Fahrplankonzept“, sagt die Bahn.

Bis es Entscheidungen für den Winterfahrplan und die Verlagerung von Intercityhalten gibt, wird es voraussichtlich Herbst werden. Ab Oktober sind die neuen Verbindungen, die dann ab Dezember gelten, buchbar. Bis dahin dürfte es dann allgemeine Klarheit geben. Das Thema „zusätzliche Intercityhalte“ für Stadtallendorf beschäftigt am 14. Juli auch das Stadtparlament. Auf dessen Tagesordnung steht ein Antrag der SPD-Fraktion. Das Parlament als Volksvertretung soll die Wünsche des Bündnisses an die Bahn AG noch einmal bekräftigen.

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