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Preisträger planen nächste Projekte

Ehrungen Preisträger planen nächste Projekte

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf verlieh am Dienstagabend erstmals seinen Denkmalschutzpreis. Zwei Preise gingen nach Rauschenberg, einer nach Biedenkopf.

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Das Foto zeigt (vorn von links) die Biedenkopfer Preisträger Christoph Kaiser und Elvis Benner, Walter Linne und Walter Müller von dem Preisträger Aktive Störche Ernsthausen, die Rauschenberger Preisträger Markus Semmler und Helmut Nau, Landrat Robert Fischbach und (hinten von links) Biedenkopfs Erster Stadtrat Jürgen Schneider, Heinrich Gerber, Dieter Barthelmeß, Konrad Weisheit und Gerhard Damm (alle Aktive Störche Ernsthausen), die Denkmal-Beiratsvorsitzende Dr. Renate Buchenauer, Rauschenb

Rauschenberg. Zahlreiche Rauschenberger waren in den Sitzungssaal des Kreistages gekommen, um ihre beiden Preisträger Helmut Nau und Markus Semmler aus der Kernstadt und die Aktiven Störche aus dem Stadtteil Ernsthausen zu feiern. Auch mit den beiden Preisträgern Elvis Benner und Christoph Kaiser freuten sich einige Biedenkopfer.

Die Aktiven Störche Ernsthausen waren gleich in voller Mannschaftsstärke aufgeschlagen, und als Landrat Robert Fischbach den Vereinsvorsitzenden Dieter Barthelmeß zur Preisübergabe bat, antwortete der Oberstorch knapp: „Nicht ohne meine Arbeiter - ich hab‘ nur das Frühstück geholt.“

Die Aktiven Störche hatten das alte Bahnhaus in der Wambach-Siedlung vor dem Untergang bewahrt, liebevoll restauriert und als Rastplatz und Unterstand für die Radtouristen hergerichtet (die OP berichtete ausführlich). Für Wolfgang Weisheit war diese von Walter Linne und Heinrich Gerber initiierte ehrenamtliche Arbeit eine Selbstverständlichkeit. „Das kam aus uns heraus, da hat keiner groß gefragt“, sagte er der OP. Derweil hat DieterBarthelmeß bereits den nächsten Pfeil im Köcher. Ein weiteres Gebäude soll von den Störchen restauriert werden. Näheres dazu gibt‘s erst bei der Jahreshauptversammlung. Fest steht dagegen, dass der Verein am 1. Mai 2014 mit der Bevölkerung und ehemaligen Eisenbahnern am Bahnhaus 100 Jahre Wohratalbahn feiern wird.

Still und dankbar freuten sich Markus Semmler und Helmut Nau über ihre Auszeichnung und die wetterfeste Preisplakette, die an der Fassade ihres Hauses Kattens Hoob angebracht wird. Sie haben mit ihrer ganzen Arbeitskraft und ihrem ganzen Geld das als nicht sanierbar und akut einsturzgefährdete jüdische Wohnhaus aus dem Jahr 1370 restauriert und für die Nachwelt erhalten (die OP berichtete). Die beiden Rauschenberger Bauherrn haben ebenfalls bereits ihr nächstes Projekt gegen den Leerstand und für den Denkmalschutz im Auge. Sie wollen ein leer stehendes Baudenkmal in der Marktstraße kaufen und sanieren.

Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich freute sich riesig mit den Preisträgern aus seiner Stadt. „Ich empfinde es als große Wertschätzung gegenüber Rauschenberg, dass wir gleich bei der ersten Verleihung zwei Preise gewonnen haben. Das spricht für das große Engagement in der Stadt und ist zugleich ein Riesenanreiz für uns, das Programm gegen den Leerstand weiter voranzubringen“, sagte Emmerich der OP.

Der Denkmalschutzpreiswill ein Mutmacher sein

Landrat Robert Fischbach hielt die Laudatio auf alle drei Preisträger. So bescheinigte der Hausherr den Biedenkopfern Christoph Kaiser und Elvis Benner, das in Teilen aus dem 16. Jahrhundert stammenden Schenkbarsche Haus mit großem Aufwand und Gespür für historische Materialien und Befunde behutsam restauriert zu haben. Die Teilnutzung des Gebäudes als offenes Museum und Kulturstätte führe dazu, dass das für die Stadtgeschichte Biedenkopfs sehr bedeutsame Haus einen Teil seiner früheren Bedeutung zurückerlange.

Die demografische Entwicklung und die Aufgabe zahlreicher landwirtschaftlicher Höfe erschwere den Erhalt denkmalgeschützter Bausubstanz im ländlichen Raum. Die über Jahrhunderte das Orts- und Landschaftsbild prägenden Baudenkmäler drohten mehr und mehr zu verschwinden. Für dieses Problem zu sensibilisieren, den Denkmalschutz mehr in die Öffentlichkeit zu rücken, das Interesse von Bürgern für den Kauf von Baudenkmälern zu wecken sei Ziel des neu gestifteten Preises, erklärte der Landrat.

Dr. Renate Buchenauer, Vorsitzende des Denkmalbeirats des Kreises, bescheinigte den Preisträgern, unendlich viel Arbeit in den Erhalt von Baudenkmälern investiert zu haben. Damit setzten die Bauherren zugleich positive Zeichen für den Denkmalschutz, machten anderen Mut, sich an einem Baudenkmal zu versuchen, was genau die Intention des Preises sei, der auf Anregung des Denkmalbeirats gestiftet worden sei.

Die Breidenbacher Sopranistin Tanja Kamm und der Bad Endbacher Burghardt Zitzmann am E-Piano verschönten mit ihrer Musik die festliche Stunde.

von Matthias Mayer

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