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Polizei setzt sich für Mobilität ein

Aktion „Max" Polizei setzt sich für Mobilität ein

Die auf jüngere Menschen ausgerichtete Aktion „Bob“ gibt es bereits. Nun fügt die Polizeidirektion Mittelhessen „Max“ hinzu, mit der sie ihre Präventionsarbeit auf die Generation 65 plus ausweitet.

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Im Rahmenprogramm der Auftaktveranstaltung zur Aktion „Max“ konnten die Gäste unter anderem ihr Sehvermögen testen.

Quelle: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. In der Stadthalle fand jetzt die Auftaktveranstaltung für „MAXimal mobil bleiben – mit Verantwortung“, eine Verkehrspräventionsaktion für Senioren, statt. Damit möchte die Polizei Senioren ab 65 Jahren ansprechen. Ziel ist es, ihre Mobilität zu sichern – ob mit Bahn oder Bus, dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß. Ähnlich wie bei der Aktion „Bob“, die sich gegen Alkohol im Straßenverkehr richtet, gibt es einen Schlüsselanhänger: Er ist blau-grün und hat die Aufschrift „Max“.

„Es geht nicht darum, Ihnen den Führerschein abzunehmen“, stellte Polizeivizepräsident Peter Kreuter gleich bei der Begrüßung der rund 100 Senioren fest. Vielmehr sei das Ziel, bei den Gästen ein Bewusstsein für die persönliche Verantwortung zu schaffen. Sie sollten ihre Leistungsfähigkeit erkennen und richtig einschätzen können, die eigenen Grenzen erfahren und richtig reagieren, betonte er.

„Baukasten“ ist zentraler Bestandteil

„Oft entfalten einfache, vergleichsweise kleine Verhaltensweisen – wie zum Beispiel die Brille tragen oder Fahrten bei Dunkelheit, Schnee und Eis meiden, – eine große Wirkung, erhalten dadurch die Mobilität und damit ein Stück Lebensqualität“, erklärte Kreuter und betonte: „Wir wollen erreichen, dass die älteren Personen möglichst mobil bleiben.“

Zentraler Bestandteil der Aktion ist ein „Baukasten“, der unter anderem Vorträge und Filme zu verschiedenen Themen, Simulationen und einige Tests beinhaltet. Die Senioren können sich, je nach Interessenlage, Informationsveranstaltungen, Workshops oder Präventionstage zu einem Paket zusammenstellen. Dabei arbeitet die Polizei mit den unterschiedlichsten Behörden, Verbänden und Institutionen zusammen, bindet Sicherheitsberater ein und kooperiert zum Beispiel mit Optikern, Akustikern oder Fahrschulen.

Wie wichtig die Verkehrsprävention ist, erklärte Kreuter anhand von Zahlen: Zwischen 2006 und 2012 sei die Gesamtzahl der Unfälle um 5,5 Prozent gestiegen. Der Anteil, der durch die Altersgruppe „65 und älter“ verursachten Unfälle sei um 20,7 Prozent gestiegen, bei der Altersgruppe der über 75-jährigen sei es gar ein Plus von 55,5 Prozent gewesen. Somit gehörten Fahrer, die über 75 Jahre alt sind, gleich hinter den jungen Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren zu den „stärksten belasteten Verkehrsteilnehmern“. Der Polizeivizepräsident schreibt es der Aktion „Bob“ zu, dass die Unfälle bei den Jüngeren um 18,9 Prozent zurückgegangen seien.

Hör- und Reaktionstests

Er berichtete, dass die Aktion „Max“ im Jahr 2013 im Kreis Gießen begonnen habe, 2014 im Lahn-Dillkreis fortgesetzt worden sei. Nach der Einführung im Wetteraukreis und jetzt im Landkreis Marburg-Biedenkopf sei der ganze Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen einbezogen, betonte Kreuter und erklärte, dass das Land schon Interesse bekundet habe.

Zum Rahmenprogramm der Auftaktveranstaltung gehörten einige Liedvorträge des Marburger Polizeichors. Im Foyer der Stadthalle warteten einige Stände auf die Besucher, an denen sie beispielsweise ein Hör- oder einen Reaktionstest machen oder sich auf einem Fahrsimulator erproben konnten. Einige Firmen informierten über Hilfsmittel für das Alter, zum Beispiel Rollatoren oder seniorengerechte Fahrräder. Informationsstände des Kreises und der Polizei rundeten die Veranstaltung ab.

  • Informationen gibt es unter Telefon 0641 / 70063810 sowie unter 
www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de oder per Mail an aktion-max.ppmh@polizei.hessen.de

von Klaus Böttcher

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