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Politisches Bündnis in Wohratal steht

Zählgemeinschaft Politisches Bündnis in Wohratal steht

In Wohratal war die politische Weichenstellung nach der Kommunalwahl einfach. CDU und Offene Liste Wohratal (OLW) haben wieder zueinandergefunden und das anscheinend problemlos.

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In Wohratal gibt es wieder ein Parteienbündnis im Gemeindeparlament. Ein zentrales Thema der Zählgemeinschaft ist der Erhalt der Infrastruktur.

Quelle: Archivfoto

Wohratal. Die alte Zählgemeinschaft in Wohratal ist die neue, wenn sie auch naturgemäß um einen Partner ärmer geworden ist. Die Bürger für Wohratal waren bei der Wahl am 6. März nicht mehr angetreten.

Zusammen haben CDU und OLW eine komfortable Mehrheit von 9 Stimmen im 15 Parlamentarier umfassenden Parlament. Mit 6 Sitzen stellt die SPD die stärkste Fraktion, bleibt aber faktisch in der Opposition.

Am Dienstagabend haben die beiden Fraktionen von CDU und OLW ihre inhaltlichen Gespräche abgeschlossen, wie die beiden Fraktionsvorsitzenden Dr. Gerhard Willmund (CDU) und Harald Homberger (OLW) gestern auf Nachfrage der OP erklärten. Am 12. April konstituiert sich das Gemeindeparlament.

Keine großen finanziellen Spielräume

Eines ist den beiden Partnern dabei klar: Groß sind die finanziellen Spielräume in der neuen Legislatur nicht, auch wenn die Gemeinde den Haushaltsausgleich zuletzt geschafft hatte. Wenn es in Wohratal Investitionen geben wird, so sollten sie nachhaltig sein, verdeutlichte Homberger im Gespräch mit der OP. Exemplarisch führt er etwa die alternative Energiegewinnung an. Damit meint er etwa den Einsatz von Solaranlagen auf Dächern von Gemeindegebäuden wie der Kläranlage.

Willmund spricht von einem anstehenden „Spagat zwischen Haushaltskonsolidierung und Erhalt der Infrastruktur“. Massiven Nachholbedarf sieht der Christdemokrat bei den Gemeindestraßen. Man müsse auch über alternative Finanzierungswege bei Anwohnerstraßen nachdenken, etwa über die wiederkehrenden Anliegergebühren.

Verwaltung muss leistungsfähig bleiben

Zugleich müsse die Gemeindevertretung den Erhalt der Leistungsfähigkeit der Verwaltung im Auge behalten. Bei den Personalien sind sich die Partner auch einig. So soll Oliver Mohr (OLW) wieder für das Amt des Ersten Beigeordneten, des ehrenamtlichen Vertreters des Bürgermeisters, kandidieren. Willmund bezeichnete Mohr als einen „sachlichen, ruhigen und qualifizierten“ Menschen. Mohr gehört dem Gemeindeparlament nicht an, kann von ihm aber trotzdem in den Gemeindevorstand gewählt werden.

Als stärkster Fraktion steht der SPD weiterhin das Amt des Vorsitzenden des Gemeindeparlaments zu. Karl-Ludwig Bubenheim stünde für dieses Amt wieder zur Verfügung, wie Klaus-Dieter Engel, der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl, der OP bestätigte. Bubenheim weiterhin zu unterstützen fällt CDU wie auch OLW leicht. Willmund und Homberger würdigten seine bisherigen Leistungen. „Bubenheim genießt zu Recht hohes Ansehen“, sagte etwa Willmund.

Brückensanierung wird ein Reizthema

Für Klaus-Dieter Engel kommt das neue Bündnis nicht überraschend, auch wenn die SPD durchaus zunächst um eine Zusammenarbeit mit der OLW geworben hatte. „Ich hätte gern ein Bündnis mit der OLW gesehen, zumal ich glaube, dass wir inhaltlich näher an der OLW sind als die CDU“, sagt Engel.

Er hält es in den nächsten fünf Jahren für geboten, dass sich die Politik in enger Abstimmung mit den Bürgern über eine mittelfristige Gemeindefusion Gedanken macht. Das Thema hatten die Sozialdemokraten bereits im Wahlkampf angesprochen. Bei der SPD fallen die Personalentscheidungen erst bei einer Sitzung am 11. April.

Ein Projekt dürfte das Gemeindeparlament schon sehr bald beschäftigen: die Sanierung der Bentreff-Brücke in der Gemündener Straße in Wohra. Homberger machte sich am Donnerstag schon, wie zuletzt im Gemeindeparlament, für eine Komplettsanierung stark.

Areal im alten Ortskern ist entwicklungsfähig

Die kleine Variante, bei der die Brücke nur noch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar wäre, sieht er weiterhin kritisch. „Wir geben keine 70000 bis 100000 Euro nur für eine Fußgängerbrücke aus“, betonte er. Ziel sei eine kostengünstige, aber nicht billige Sanierung unter Beteiligung aller Nutzer.

Willmund sieht vor allem das Areal im alten Ortskern, das von einem Landwirt bewirtschaftet wird, als langfristiges Entwicklungspotenzial für den Ort. Aber er ist etwas zurückhaltender als Homberger. „Man muss darüber diskutieren und muss möglicherweise nach Wegen suchen, wie man eine Brückensanierung günstiger ermöglicht“, so sein Standpunkt. Der künftige Bauausschuss wird das ­Thema demnächst aufgreifen.

Die SPD hatte sich klar auf die kleine Variante festgelegt. Ich vermute, die Brücke war eines der Hauptargumente für die OLW für das Bündnis mit der CDU“, ätzte Engel am Donnerstag.

von Michael Rinde

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