Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Plötzlich steht Spektakel im Fokus

Amöneburg Plötzlich steht Spektakel im Fokus

Geht es nach CDU und FWG in Amöneburg, dann gibt die Stadt ihre Trägerschaft für das erfolgreiche Kulturspektakel umgehend ab. Eine Entscheidung über diesen Antrag wurde aber vertagt.

Voriger Artikel
Christina Metz hat ihre Caddy im Griff
Nächster Artikel
Junge Schüler üben sich im Teilen

Vielfalt ist eines der Markenzeichen der Marke „Kulturspektakel“. Das Archivbild zeigt einen Auftritt der Marburger Lyrikkompanie aus dem Jahr 2013.

Quelle: Melanie Schneider

Amöneburg. CDU und Freie Wählergemeinschaft wollen, dass die Stadt Amöneburg das finanzielle Risiko für das alljährliche Kulturspektakel nicht mehr länger trägt. Stattdessen soll die Trägerschaft möglichst in die Hände des bestehenden Vereins „Kulturspektakel“ übergehen. Geld von der Stadt soll es dann künftig nur über eine noch zu entwickelnde Kulturfördersatzung geben.

Damit wollen die beiden Fraktionen nunmehr einen Jahre zurückliegenden Beschluss des Stadtparlaments umgesetzt wissen. In den Jahren 2007 und 2008 hatte das Parlament der Trägerschaft der Stadt unter der Bedingung zugestimmt, dass das Kulturspektakel auf Dauer gesehen von einem Verein oder einer anderen Institution veranstaltet wird. Bei der Sitzung des Stadtparlaments am Montag gab es zunächst einige Formalitäten. Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und SPD-Fraktionsvorsitzender Winfried Kaul hatten den Saal zu verlassen. Sie sind beide Mitglieder im Vorstand des Vereins Kulturspektakel. Wie Stadtverordnetenvorsteher Stefan Heck erläuterte, hatte der Städte- und Gemeindebund die Frage rechtlich vorher geprüft - und einen „Widerstreit der Interessen“ erkannt.

Damit waren zwei wichtige Diskussionspartner zunächst nicht mehr beteiligt. Danach folgte die eigentliche Beratung samt des Antrages, den Punkt in den Haupt- und Finanzausschuss zu verlegen. Die Art und Weise störe, wie mit dem Kulturspektakel umgegangen werde, bemerkte Karl Jennemann von der FWG. Das Risiko für die Stadt müsse begrenzt werden. „Es gibt Beschlüsse, dass wir uns nicht in der jetzigen Form beteiligen wollen“, betonte Jennemann. Jan-Gernot Wichert, Vorsitzender der CDU-Fraktion, schloss sich Jennemann an. Im Hauptausschuss solle mit dem Verein eine Lösung gefunden werden. Dort dürften Richter-Plettenberg und Kaul wohl auch nicht mitreden, denn der „Widerstreit der Interessen“ gilt auch bei Ausschuss-Beratungen.

Furcht um die Zukunft

Rita Hörl-Eberl (SPD) hatte zuvor davor gewarnt, dass Kulturspektakel nun allzu schnell an den Verein, der großes Engagement gezeigt habe, zu übertragen. Das berge die Gefahr, dass das Festival im nächsten Jahr nicht stattfinden könne, mutmaßte sie. Rudolf Rhiel von der FWG hielt daraufhin die Satzung des Kulturspektakel-Vereins in die Höhe. Darin sei die Trägerschaft für die Veranstaltung doch schon vorgesehen, merkte er an.

Zu den verschiedenen Kulturspektakeln kamen teilweise zwischen 4000 und 5000 Besucher. Die Stadt stellt 20 000 Euro Budget jährlich dafür zur Verfügung. „Wir haben immer ein geringes Defizit“, sagt Michael Richter-Plettenberg aus seiner Sicht als Bürgermeister. In den zurückliegenden Jahren hat das Stadtparlament die Haushaltspläne stets ohne Änderungen beim Kulturspektakel-Etat genehmigt.

In seiner Eigenschaft als Vereinsvorsitzender betont er, dass es Ziel bleibt, in den kommenden Gesprächen mit den Fraktionen eine Lösung zu finden. Denn: Derzeit sieht sich der Verein noch nicht in der Lage, dass Kulturspektakel aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln zu stemmen. „Sollte das jetzt gezwungenermaßen passieren, dann fürchte ich, dass die Marke Kulturspektakel stirbt“, erklärt Richter-Plettenberg. Der Vorstand des Vereins will seine Position erst bei einer Sitzung in der nächsten Woche bestimmen. Im Gespräch mit der OP betonte Richter-Plettenberg am Donnerstag vor allem den hohen ehrenamtlichen Einsatz der Vereinsmitglieder in den vergangenen Jahren, um das Kulturspektakel voranzubringen. Inzwischen habe es sich als eigene Marke weit über die Stadtgrenzen hinaus etabliert. Zu einzelnen Veranstaltungen kommen sogar Besucher aus Gießen.

Mittelfristig hält es der Vereinsvorsitzende und Rathauschef durchaus für möglich, dass die Trägerschaft der Stadt nicht mehr notwendig ist. „Doch bei einer solchen Veranstaltung ist es wie bei einer Pflanze, sie braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Und das dauert beim Kulturspektakel etwas länger, als man beim Start erwartet hat.“ Richter-Plettenberg sieht aber zahlreiche Fortschritte beim Wachsen dieser „Pflanze“. „Die Tendenz ist richtig gut.“

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr