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Plötzlich steht Idol Phil Collins in der Garderobe

Digitalisierung Plötzlich steht Idol Phil Collins in der Garderobe

Der junge Stadtallendorfer Bilal Karim Reffas findet nicht nur bei ­Weltkonzern Apple interessierte Zuhörer. Kürzlich diskutierte er mit Bundesjustizminister Heiko Maas über die künftige Netzpolitik.

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Bilal Karim Reffas aus Stadtallendorf programmiert in seiner Freizeit erfolgreich Apps für Apple. Archivfoto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Mit seinen 21 Jahren hat Bilal Reffas aus Stadtallendorf schon einiges erlebt und geleistet. Der junge Entwickler von Applicationen, also Apps unter anderem für Smartphones, war Gast bei Apple (die OP berichtete im Mai) und weckte das Interesse überregionaler Medien. Kürzlich war er auf Einladung auch Teil einer Gesprächsrunde mit Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), und das, obwohl Politik eigentlich nicht in seinem Fokus steht.

Anliegen hat er allerdings trotzdem, gerade im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung des Internets und dem Umgang damit. So sehr er es auch schätzt, dass sich die Bundesregierung für eine bessere Ausstattung von Schulen mit schnellen Internetverbindungen und Technik einsetzt. „Wichtiger ist in meinen Augen, dass über die Einführung eines Faches Digitalkunde geredet wird“, formuliert er eine Forderung. Reffas spricht aus eigener Erfahrung, er ist weitgehend Autodidakt, wie er im Mai der OP schilderte. Reffas begrüßt derartige Gesprächsrunden wie mit dem Bundesjustizminister sehr. „Es ist gut, wenn der Jugend auch einmal zugehört wird“, sagt er.

Bilal Reffas beendet seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung“ Anfang nächsten Jahres. Sein nächster beruflicher Schritt steht auch schon fest. Statt eines gut dotierten Anstellungsvertrags bei dem Telekommunikationsunternehmen hat er sich für ein Studium entschieden.

Studium nach Maß

Er will sich in dem neuen Studiengang „Social Media Systems“ in Gießen einschreiben. Es bietet eine Mischung aus Informatik, Management und Medienkompetenz. „Das ist genau die Zusammenstellung, die ich möchte“, sagt der Stadtallendorfer. Und schließlich wolle er sich treu bleiben und „so wichtige Dinge wie die berufliche Zukunft nicht allein aufgrund des Geldes entscheiden“. Zurzeit lotet er die Möglichkeit eines Stipendiums aus, um das Studium zu finanzieren. Vor einer Woche war er auch Gast in der Talkshow „Markus Lanz“ im ZDF. Die Redaktion war auf ihn durch Medienberichte, unter anderem auch in der OP, aufmerksam geworden. Naturgemäß war das eine ganz neue Erfahrung, umgeben von Kommunikationsprofis zu reden. Ein besonderes Erlebnis: In der Garderobe traf er sein Jugendidol, den Weltstar Phil Collins. An dem Abend dominierte dann allerdings ein sehr ernstes Thema in Lanz‘ Talkshow, der Selbstmord des Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr. Er selbst habe „seine Geschichte“ erzählt und seine Standpunkte zum Umgang mit der Digitalisierung erklärt.

Hinter Bilal Reffas Geschichte steht unter anderem sein Weg zum erfolgreichen App-Programmierer in der Freizeit. Seinen ersten Erfolg erzielte er mit der App „Data Volume“, die sich im Apple-Store so gut verkaufte. Nicht zuletzt damit machte er beim Konzern Apple auf sich aufmerksam, bekam seine Einladung zur Entwicklerkonferenz.

In einigen Wochen, da geht Bilal Reffas derzeit von aus, kommt eine neue, kostenlose App von ihm auf den Markt, „Luubra“. Über sie sollen Nutzer schnell ein Meinungsbild von Freunden bekommen können, etwa beim Aussuchen von neuer Kleidung. Einfache Handhabung ist dabei ein wichtiges Kriterium für den Programmierer.

von Michael Rinde

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