Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Plötzlich ist ein zweiter Vorschlag da

Konstituierende Sitzung Plötzlich ist ein zweiter Vorschlag da

Am Montagabend konstituierte sich das neue Amöneburger Parlament. Stadtverordnetenvorsteher bleibt Dr. Stefan Heck (CDU), dessen Fraktion einen kurzen Schrecken verkraften musste.

Voriger Artikel
Im Gasthaus fing alles an
Nächster Artikel
Klaus Weber führt das Parlament

Michael Plettenberg (von links) und Dr. Stefan Heck führten die neuen Stadträte ins Amt ein (von links) Bernd Riehl (Erster Stadtrat), Ottmar Graf, Jochen Luzius,
Peter Hörl, Peter Benner, Dirk Wieber, Bernhard Schick und Tim Rotärmel.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Damit hatte die CDU nicht gerechnet: „Es ist ein zweiter Vorschlag für das Amt des Stadtverordnetenvorstehers eingegangen“, teilte Bürgermeister Michael Plettenberg mit. Sofort begann auf der vordersten Bank der stärksten Fraktion das Getuschel. Die Überraschung stand dem Vorsitzenden Jan-Gernot Wichert ins Gesicht geschrieben - und ein Ansatz von Entsetzen. Doch dann die Erlösung: Nach der CDU hatte auch die FWG einen Kandidaten für das Amt vorgeschlagen - und zwar ebenfalls den Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Heck, der bereits in der vergangenen Legislaturperiode die Sitzungen souverän leitete.

Wenige Sekunden später hatten die Stadtverordneten ihren Vorsteher dann auch einstimmig im Amt bestätigt und die Marschroute vorgegeben: Alle­ für die verschiedenen Posten und Positionen vorgeschlagenen Kandidaten segneten sie einmütig ab - bis auf die Magistratsmitglieder, bei denen die Mitglieder der Parteien selbstverständlich für ihre jeweiligen Fraktionsmitstreiter stimmten.

Stadtverordnetenschelte ist nur noch kurz Thema

Einzige Besonderheit: Da die Stadtverordneten auch Veränderungen an der Hauptsatzung zustimmten, können sie erst nach Veröffentlichung der neuen Version neue Vertreter des Stadtverordnetenvorstehers wählen. Weiterhin soll jede Fraktion einen Stellvertreter stellen dürfen. Da ihre Zahl aber seit der Aufgabe der AWG auf drei gesunken ist, war an diesem Punkt ­eine Anpassung notwendig.

Die Amöneburger nutzten die Gunst der Stunde und benannten gleich auch noch den Bauausschuss in „Ausschuss für Bauen und Tourismus“ um und erhöhten die Zahl der Mitglieder der Ausschüsse von fünf auf sieben.

Zudem segneten die Stadtverordneten die Wahl der fünf Ortsbeiräte ab. Bei all der Einstimmigkeit wandte sich Stefan Heck kurz an die neuen Mitglieder der Versammlung: „Keine Sorge. Das wird in Zukunft noch spannender.“ Er hatte sie auch schon früher angesprochen und betont, dass der „Blick von Außen“, den sie noch hätten, wichtig sei. Noch dazu sollten sie gerne Dinge hinterfragen und neue Anregungen in das Gremium einbringen.

Des Weiteren hatte der Stadtverordnetenvorsteher die Fraktionen kritisiert, bei denen Gewählte das Mandat nicht annahmen. Die Gründe, warum sie diese Entscheidung getroffen hätten, seien zwar nachvollziehbar: „Gerade bei einer personalisierten Wahl sollte man alles tun, um dem Wählerwillen nachzukommen.“ Bei der SPD hatten Diethelm Reinmüller und Winfried Bieker, bei der FWG Marius Maus diesen Weg beschritten.

Da einige Stadtverordnete ihr Mandat niederlegen mussten, um in den Magistrat zu gehen, gab es im Vergleich zur ­ursprünglichen Zusammensetzung folgende Nachrücker: Marko Nau, Herbert Lang, Noah Dersch, Michael Schneider (alle CDU), Dr. Klaus Mund und Winfried Nau (beide SPD), Andreas Luzius und Katharina Lauer (beide FWG).

Natürlich war auch die Stadtverordnetenschelte, die Michael Plettenberg bei Bekanntgabe seiner erneuten Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters geäußert hatte, noch einmal Thema. Er selbst behauptete, nun, da er 50 Jahre alt ist, ruhiger und gelassener geworden zu sein. Heck wollte ihn das Thema aber nicht so einfach runterspielen lassen: Er betonte, dass das Ehrenamt nicht hoch genug einzuschätzen sei und Anerkennung verdient habe: „Da haben Sie mit Ihren Anmerkungen keinen Beitrag zu geleistet. So sollten wir in der Öffentlichkeit nicht übereinander reden. Jetzt ist es aber auch gut mit dem Thema.“ Dass er den Rest seiner Kritik verschweige, sei ein nachträgliches Geschenk zum runden Geburtstag.

Wahlen/Benennungen

Stadtverordnetenvorsteher: Dr. Stefan Heck (CDU).

Magistrat: Bernd Riehl (Erster Stadtrat), Ottmar Graf, Bernhard Schick, Dirk Wieber (alle CDU); Jochen Luzius, Peter Benner (beide FWG); Peter Hörl, Tim Rotärmel (beide SPD).

Fraktionsvorsitzende: Jan-Gernot Wichert (CDU); Stefan Lauer im Wechsel mit Karl Jennemann (FWG), Winfried Kaul (SPD).

Schriftführerin: Irene Damm; Stellvertreterin: Christina Diehl (beide Stadtverwaltung).

Vertreter Amöneburgs in der Versammlung Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke Gießen: Michael Plettenberg (parteilos), Bernd Riehl (CDU).

Wasserverband Lahn-Ohm: Michael Plettenberg, Stellvertreter: Ewald Mann.

Wasserverband Ohm-Mitte: Karl-Heinz Weber, Oliver Weber, Gerhard Wieber.

Regionaler Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf: Michael Plettenberg; Stellvertreter: Jan-Gernot Wichert (CDU).

Ekom 21: Bernd Riehl; Stellvertreter: Michael Plettenberg.

Abwasserverband Rauischholzhausen-Roßdorf: Michael Plettenberg und Mitglieder des Ortsbeirates Roßdorf.

Kindergartenbeirat und Koordinierungsausschuss Kindergarten Amöneburg: Michael Plettenberg, Maike Wachtel, Dirk Wieber (CDU).

Kindergarten Mardorf: Michael Plettenberg, Dr. Rita Hörl-Eberl (SPD), Jochen Splettstößer (CDU).

Kindergarten Roßdorf: Michael Plettenberg, Heike Maus, Stefan Rhiel.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr