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Plakette für Schwalbenfreund

Auszeichnung Plakette für Schwalbenfreund

Sprichwörtlich bringen Schwalben das Glück ins Haus. Entsprechend dürfte Joachim Boucsein für lange Zeit vor Pech geschützt sein.

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Joachim Boucsein (Dritter von rechts) freut sich unterhalb der Schwalbennester über die Auszeichnung, die Ulla Eichhorn-Stullich (Dritte von links) im Beisein von Nabu-Mitgliedern und von Erich Sänger (rechts) überreichte.Foto: Waldhüter

Hertingshausen. Schwalben sind quartiertreu und nisten im Sommer an Gebäuden und Ställen. Wie sehr der Mensch den Schwalben verbunden ist, zeigen alte Bauernweisheiten wie „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ oder „Wo die Schwalbe nistet, da kein Unglück fristet“. Dennoch nimmt die Zahl der Vögel seit Jahren ab. Gründe dafür sind, dass sie Schwierigkeiten haben, geeignete Nistplätze und Nistmaterialien zu finden, und mancher Hausbesitzer gar ihre Nester entfernt - und das, obwohl der Bundesnaturschutz dies verbietet.

Für Joachim Boucsein kam dies nie in Frage. Im vergangenen Jahr hingen rund 50 Schwalbennester dicht an dicht unter seinem Scheunendach. Zwar fielen einige davon im Laufe des Winters ab, aber noch immer lassen sich über 40 Nester in der Hugenottenstraße zählen. Deshalb überreichte die Nabu-Ortsgruppe Marburg nun die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“. „Mückenplagen haben wir keine“, freut sich Boucsein. Beim Reinigen der Hauswand im vergangenen Jahr war ihm die Idee gekommen, Kotbretter anzubringen, die wesentlich einfacher sauber zu machen seien. Er nahm deshalb Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Nabu-Ortsgruppe auf, die „zügig und schnell“ das Projekt unterstützten und 500 Euro zur Verfügung stellten.

„Das ist ein Projekt, das man gerne unterstützt. Schwalben bringen Glück ins Haus und brauchen unsere Hilfe, damit sie weiter leben können“, erklärte Ulla Eichhorn-Stullich vom Nabu Marburg. Sie überreichte die Auszeichnung, die nun an der Hauswand hängt und auf die Nester der Mehlschwalben hinweist. „Ein solch große Zahl kann man nicht häufig sehen“, betonte Monika Fett von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. „Es ist aller Ehren wert, dass die Nester nicht nur geduldet sind, sondern sich die Familie Boucsein über die Ankunft der Schwalben freut“, lobte sie.

Noch seien nicht alle Schwalben aus ihrem Winterquartier südlich der Sahara zurückgekehrt, berichtete Erich Sänger vom Nabu-Kreisverband. Die vorhandenen Nester würden bei der Ankunft als erstes bezogen. „Die Jungvögel aus dem letzten Jahr bauen dann daneben an“, ist sich Sänger sicher. Insofern dürfte das Glück Joachim Boucsein weiter sicher sein.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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