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"Pflegeclowns" bereichern den Alltag

Haus Elisabeth "Pflegeclowns" bereichern den Alltag

Mit einem Tag der offenen Tür unter dem Motto „Miteinander leben, füreinander da sein “ blickten Bewohner und Personal auf zehn Jahre Haus Elisabeth zurück.

Kirchhain. „Heute sind andere Besucher da als sonst bei Garten- oder Sommerfesten“, freute sich der Leiter des Hauses Klaus Vering. Meist kämen nur Angehörige der Bewohner des Hauses, denn wer komme schon gerne in ein Altersheim, erklärte er. Doch heute seien viele andere Bürger gekommen und interessierten sich für die Einrichtung. Damit war das Ziel des „Tags der offenen Tür“ schon erreicht.

Fast alle der 80 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren an diesem Tag der offenen Tür im Dienst und bemühten sich, den Tag den Bewohnern und Gästen recht interessant und gemütlich zu gestalten. Dazu gab es nicht nur ein umfangreiches Programm, sondern viele Informationsmöglichkeiten und Einblicke in die Arbeit der Altenpflege.

Eine Andacht mit Pfarrer Georg Kuhaupt, dem Familienchor und dem Posaunenchor der Gemeinde eröffnete den Tag. Es gab ein breites Speiseangebot, zu dem im Verlauf des Tages auch „Leckereien nach Omas Rezepten“ zählten. Im Foyer hatten die Elisabethfrauen ihre Handarbeiten aufgebaut.

Am Nachmittag hellte es sich draußen auf, was dem Feuerwehrblasorchester sehr entgegen kam, denn sie spielten draußen und fanden viele begeisterte Zuhörer. Der aus Amöneburg stammende Philipp Maus ist einer der Bewohner, die von Beginn an im Haus Elisabeth in der Mozartstraße zu Hause sind. Er ist beinamputiert und alleine und wohnt deshalb im Haus Elisabeth. Er fühlt sich im Haus sehr wohl und ist mit allem zufrieden. „Veranstaltungen mache ich gerne mit“, erzählt er. Maus sagt aber auch: „Ich bin gerne alleine fort, am liebsten bin ich dabei draußen.“ Er ist einer der 90 Bewohner, die von 80 Mitarbeitern betreut werden.

Zu den Mitarbeiterinnen zählen auch Gisela Damm und Heike Schulze, die eine Zusatzausbildung zum „Pflegeclown“ absolviert haben. Sie sind auch im normalen Alltag im Einsatz. „Sie schaffen Verbindung auch ohne Sprache und manchmal bekommen sie Menschen zum Sprechen, die sonst still sind“, erklärt Klaus Vering über ihre Arbeit und ergänzt, dass manche Bewohner durch den Einsatz der Pflegeclowns ihre Schmerzen kurzzeitig vergäßen.

Neben Führungen durch das ganze Haus informierten verschiedene Institutionen. Darunter war beispielsweise die Marburger Altenpflegeschule mit einem Alterssimulator. „Ich fühle mich wie 80 Jahre“, sagt Petra Nau. Sie kann während sie den Anzug trägt, nicht gut hören, nicht gut sehen und ihre Bewegungen sind eingeschränkt, trotzdem sie noch relativ jung ist. Sie hat einen Kopfhörer auf, einen besondere Brille und an Armen und Beinen trug sie Gewichte, die sie so einschränkten, dass sie sich nicht einmal am Kopf kratzen konnte.

von Klaus Böttcher

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