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Pfarrer sagt nach fünf Jahren leise Servus

Abschied Pfarrer sagt nach fünf Jahren leise Servus

Eigentlich wollte Pfarrer Günter Wondrak bis zum Eintritt in seinen Ruhestand in Mardorf, Roßdorf und Erfurtshausen bleiben. Aus persönlichen Gründen muss er diesen Plan nun ändern.

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Aus persönlichen Gründen kehrt Pfarrer Günter Wondrak Mardorf sowie Roßdorf und Erfurtshausen den Rücken.Foto: Lerchbacher

Mardorf. Die Katholiken in Mardorf, Roßdorf und Erfurtshausen bekommen bereits in diesem Monat einen Vorgeschmack auf das, was sie erwartet: Sie müssen sich damit abfinden, ohne Pfarrer Günter Wondrak auszukommen, der ab September in Eichenzell tätig ist. Im Juli kümmert sich Pater Lepko um die Gläubigen - ein polnischer Pfarrer, der seit rund 30 Jahren die Gemeinden im Sommer aufsucht. Den August übernimmt dann wieder der 61-Jährige, der eigentlich bis zu seinem mit 70 Lenzen beginnenden Ruhestand in den Amöneburger Ortsteilen tätig sein wollte. Aus persönlichen Gründen musste er diesen Plan aber nun ändern - in der Gemeinde bei Fulda wird er auch nur noch als „mitarbeitender Priester“ in unterstützender Funktion mit weitaus weniger Aufgaben und Dienststunden tätig sein.

In der Pfarrei St. Hubertus Mardorf war er als Pfarrer, in den Pfarreien Maria Geburt und Johannes der Täufer Roßdorf und St. Michael Erfurtshausen als Pfarradministrator tätig. „Ich gehe schweren Herzens“, kommentiert Wondrak seinen bevorstehenden Abschied. Am Anfang seiner Zeit in Mardorf, Roßdorf und Erfurtshausen habe er zwar eine gewisse Distanziertheit und manchmal sogar Kälte gespürt, diese sei jedoch gewichen: „Jetzt sind die Menschen sehr herzlich. Gerade im vergangenen Jahr habe ich stark gespürt, dass etwas gewachsen ist und die Menschen mir vertrauen.“

Pfarrer hätte gerne mehr Zeit für Seelsorge gehabt

Dabei hätte er gerne noch viel mehr Zeit für die Gläubigen gehabt. „Bei drei Gemeinden warteten jedoch viele Verwaltungs- und Organisationsaufgaben auf mich.“ Entsprechend sei die Seelsorge seinem Empfinden nach etwas zu kurz gekommen.

Nichtsdestotrotz werde er die Menschen vermissen - aber auch die Landschaft. Als er vor fünf Jahren gekommen war, habe er zunächst einen kleinen Schreck bekommen: Im Vergleich zur Rhön sei das Gebiet rund um Mardorf „topfeben“, erinnert sich der leidenschaftliche Radfahrer an seine ersten Eindrücke. Die Natur sei schön, das sei ihm gleich aufgefallen - und nach zwei bis drei Jahren voller Erkundungstouren wisse er nun auch, wo er Berge findet. In der Addition seien die Anstiege dann sogar als anspruchsvoll zu bezeichnen, betont er.

Viel Arbeit prägte die Zeit Wondraks in Mardorf, Erfurtshausen und Roßdorf. Arbeit, die nun , wie er sagt, die „umliegenden Pfarrer“ übernehmen müssten: „Unser Pastoralverbund gilt als überbesetzt, daher wird vorerst kein neuer Pfarrer herkommen.“ Marcus Vogler, Pfarrer in Rüdigheim und Amöneburg, müsse einspringen, bekomme aber Unterstützung aus dem Franziskanerkloster in Kirchhain, das wieder mit drei polnischen Pfarrern besetzt sei. Der neue, Pater Luzian, werde sich ebenfalls um die Gemeinden kümmern, kündigt Wondrak an.

Er hofft allerdings, dass die Stelle neu besetzt wird: „Das sind lebendige Gemeinden, die überdurchschnittlich aktiv sind“, begründet er dies. Roßdorf habe ihn beispielsweise mit viel Gesang beeindruckt: „Es wäre schade, wenn das kaputtgemacht wird, weil keine Konstante da ist.“

Er wünsche sich, dass ein neuer Pfarrer kommen dürfe: „Es würde mich sehr freuen, wenn es auf die bisherige Art und Weise weitergeht - am besten mit einem Geistlichen, der die Menschen gerne hat und auch gut angenommen wird.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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