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Personal wurde verstärkt

Vorfall Personal wurde verstärkt

Offenbar folgten auf den Vorfall Ende Mai 2016 in der Erstaufnahmeeinrichtung Stadtallendorf unmittelbare Reaktionen des Regierungspräsidiums als Aufsichtsbehörde.

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Ab Montag verhandelt eine Strafkammer des Landgerichts über eine mutmaßliche Vergewaltigung in der früheren Erstaufnahmeeinrichtung Stadtallendorf.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Am Montag beginnt das Verfahren gegen zwei 19 und 21 Jahre alte Asylbewerber. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, einen weiteren jungen Mann in der damaligen Erstaufnahmeeinrichtung vergewaltigt zu haben (die OP berichtete ausführlich in ihrer Mittwochsausgabe).

Das Regierungspräsidium Gießen äußerte sich aus seiner Sicht zu den Vorgängen in der Einrichtung. Die im Raum stehenden mutmaßlichen Straftaten ereigneten sich in den ­Nächten vom 30. auf den 31.Mai und vom 31.Mai auf den 1. Juni 2016.

Keine näheren Aussagen zu den Vorgängen

Da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, hält sich das Regierungspräsidium Gießen als Aufsichtsbehörde mit Aussagen zu den Vorgängen zurück. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe des mutmaßlichen Opfers sei umgehend die Polizei informiert worden, erklärte Thorsten Haas, stellvertretender Pressesprecher der Landesbehörde gegenüber der OP. Wie berichtet steht auch der Vorwurf gegen einen der Angeklagten im Raum, versucht zu haben, das Opfer mit Drohungen dazu zu bringen, zu schweigen.

Mutmaßliche Täter und Opfer seien umgehend an weit auseinanderliegende Standorte verlegt worden. Zugleich sei das Sicherheitspersonal in sensiblen Bereichen der Erstaufnahmeeinrichtung verstärkt worden, erläutert das Regierungspräsidium die Konsequenzen aus den Vorfällen in der Stadtallendorfer Unterkunft in einem Teil der Hessen-Kaserne. Als sensible Bereiche nennt Thorsten Haas exemplarisch Toiletten und Duschbereiche. Die mutmaßlichen Täter sind in Untersuchungshaft.

Allen gemeldeten Konflikten wird nachgegangen

In seiner Antwort auf die OP-Anfrage verweist die Behörde auf grundsätzliche Vor­beugekonzepte in Erstaufnahmeeinrichtungen im Zusammenhang mit Übergriffen und Gewalt: den Einsatz von qualifizierten hauptamtlichen Standortleitern mit Personal, zusätzlich zu dem der jeweiligen Betreiber der Einrichtungen. Weiterhin gebe es die sukzessive Schaffung von Standorten für besonders fürsorgebedürftige Flüchtlinge wie etwa Familien, Schwangere, allein reisende Frauen und Behinderte oder den teilweisen Einsatz von Psychologen.

Grundsätzlich werde allen gemeldeten Konflikten nachgegangen. „Jede Straftat wird konsequent zur Anzeige gebracht“, teilt das Regierungspräsidium mit.

Hinzu kämen unter anderem zwei unterschiedliche Vortragsreihen, eine­ allgemeine Wertevermittlung und eine spezielle Wertevermittlung für Frauen. Regelmäßig würden alle hauptamt­lichen Kräfte der Erstaufnahme zusätzlich für Konflikte sensibilisiert.

Prozessauftakt vor der 3. Strafkammer ist am Montag, 16. Januar, 9 Uhr, Saal 104 im Landgericht Marburg.

von Michael Rinde

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