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Parzivals Leben bewegt die Gäste

Heilpädagogische Gemeinschaft Parzivals Leben bewegt die Gäste

Das Haus „Pegasus“ mit dem Multifunktionsgebäude der Heilpädagogischen Gemeinschaft wurde mit einem begeisternden Theaterspiel und vielen Gästen eingeweiht.

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Das Parzival-Spiel von Bewohnern und Betreuern der Heilpädagogischen Gemeinschaft prägte die Eröffnungsfeier für den Neubau. Foto: Klaus Böttcher

Kirchhain. Seit dem Jahr 2000 gibt es die ersten drei Häuser der Heilpädagogischen Gemeinschaft Kirchhain, in denen 36 Kinder und Jugendliche leben. Sie leben mit den Folgen schwerer Schädel-Hirn-Traumen, mit geistigen oder körperlichen Behinderungen, mit seelischen oder Sinnesbeeinträchtigungen, mit Mehrfach- oder Schwerstmehrfachbehinderungen.

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins für heilende Erziehung Marburg, Hans-Joachim Wölk, ging auf die Geschichte des Hauses ein und erläuterte den Erweiterungsbau mit Namen „Pegasus“. Der Bedarf an Einrichtungen dieser Art sei bundesweit sehr groß. Das Haus Pegasus bietet sechs Personen, die dauerbeatmet werden müssen, Platz. Sechs weitere Plätze sind für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre gedacht, die Intensivpflege benötigen.

Zeit- und Finanzplan eingehalten

Zum neuen Multifunktionsgebäude, in dem auch die Einweihungsfeier stattfand, sagte Wölk, dass gerade der Unterricht bisher auf sehr engem Raum stattgefunden habe. Hans-Joachim Wölk freute sich, dass sowohl das zeitliche wie auch das finanzielle Ziel eingehalten worden sei, was bei vielen Großprojekten heute nicht immer so sei. Die Grundsteinlegung erfolgte im November 2013. Bezogen wurden die Räume schon im Februar dieses Jahres. Die Kosten bezifferte Wölk mit 2,6 Millionen Euro plus 150000 Euro für die Außenanlagen, den Spielplatz und die Einrichtung des Multifunktionsgebäudes. Landrätin Kirsten Fründt sagte der Heilpädagogischen Gemeinschaft weitere Unterstützung zu. Den Bewohnern rief sie zu: „Ihr werdet die Räume mit Leben füllen - Räume in denen jeder nach seinen Bedürfnissen leben und lernen kann.“ Die gute Zusammenarbeit zum Wohl der Kinder stellte Ralf Noll vom Landeswohlfahrtsverband heraus. Als Kostenträger sei man von Anfang an bei der Einrichtung mit im Boot, die eine der ersten dieser Art gewesen sei.

Für die städtischen Gremien sprach Erster Stadtrat Dietmar Menz. Er gab zu, dass es in Kirchhain anfangs Befürchtungen und Widerstände gegeben hätte. Die seien ausgeräumt. „Bei den städtischen Gremien finden Sie immer ein offenes Ohr“, sagte er in Richtung der Gemeinschaft. Das Parzival-Spiel bezeichnete der Geschäftsführer der Einrichtung, Roland Freitag, als emotionalen Höhepunkt der Einweihungsfeier. Fast eine Stunde begeisterten die Kinder und Jugendlichen sowie die Mitarbeiter des Hauses mit Schauspiel, Gesang und Sprechgesang.

Das Spiel von Parzival, der im Mittelalter lebte und auszog, um Ritter zu werden, begeisterte die Besucher derart, dass der stürmische Beifall nicht enden wollte. Architekt Jörg Gorr überreichte den symbolischen Schlüssel an die Führungskräfte Liese Jung und Yvonne Mester. Die Mitarbeiter Nadja Jochim, Klavier, und Christoph Genzler, Cello, umrahmten die Veranstaltung musikalisch. Benno Möller mit seiner Klasse 3 der Bettina-von Arnim-Schule hatte zum Richtfest einen Baum übergeben. Jetzt war es ein Windspiel, das er mit Gesang seiner Klasse überreichte. Einige der Bewohner der Heilpädagogischen Gemeinschaft werden täglich in die Marburger Schule gefahren.

von Klaus Böttcher

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