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Parlamentarier wollen Zahlen sehen

Hallenbad Parlamentarier wollen Zahlen sehen

Zumindest ein Konfliktpunkt bei der künftigen Hallenbadausstattung scheint entschärft. Stadtallendorfs Schwimmsportler und Schüler erhalten die gewünschten Startblöcke.

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Zumindest bei den künftigen Startblöcken gibt es jetzt Einigkeit.Archivfoto: Lerchbacher

Stadtallendorf. Am Donnerstagabend legt sich das Stadtparlament in wichtigen Details der Hallenbad-Ausstattung wohl endgültig fest: Eine Zeitmessanlage für Schwimmwettkämpfe will die Stadt nicht kaufen, sondern bei Bedarf mieten. Aber: Die Stadt wählt nun doch einen aktuellen, modernen Startblock für den Schul- und Vereinssport. Planungsbüro und Stadtwerke hatten zunächst eine Betonvariante mit Extras favorisiert. Gegen sie hatte es allerdings praktische Bedenken seitens der Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf gegeben.

Bis zu 400 Euro Mehrkosten pro Startblock

Die Schwimmsportler hatten ihrerseits auch eigene Kalkulationen vorgelegt - und dabei erheblich günstigere Ergebnisse für Zeitmessanlage und Startblöcke ausgewiesen. Dabei hatte die Schwimmabteilung allerdings bei den Startblöcken andere Fabrikate angefragt als zunächst angegeben. Die neuen Zahlen hatte in der vergangenen Woche zu einigen Verstimmungen geführt (die OP berichtete). Bei einem Gespräch zwischen Bürgermeister Christian Somogyi, dem Eintracht-Vorsitzenden Bernd Weitzel und Schwimmtrainer Wolfgang Schüddemage von der Schwimmabteilung gab es eine Verständigung.

Eine Nachfrage von Werner Hesse (SPD) führte dann noch zu einer wichtigen Ergänzung: In den Badsanierungs-Planungen wird nun vorgesehen, dass Leerrohre eingezogen werden, um eine Zeitmessanlage vielleicht später nachrüsten zu können. Das war bisher nicht eingeplant. „Sollte das, was wir uns überlegt haben, nicht funktionieren oder sich ein Sponsor finden, so wäre das wichtig“, räumte auch Somogyi ein.

Eine Zeitmessanlage ist mit Kosten zwischen 19820 Euro (Angaben Schwimmabteilung) und 33074 Euro (Angabe Stadtwerke) veranschlagt. Bei den Startblöcken verursacht die jetzige Auswahl Mehrkosten von rund 300 bis 400 Euro je Block.

Die Hallenbadsanierung ist aktuell mit 8,6 Millionen Euro veranschlagt. Dabei gibt es einen Zuschuss von 1,3 Millionen Euro aus dem HAI-Programm des Landes.

Parlament hatte Prüfung ausdrücklich verlangt

Während über diese Punkte im Ausschuss am Dienstagabend inhaltlich kaum diskutiert wurde, ging es beim Thema „Gastronomiekonzept für das sanierte Hallenbad erheblich mehr „zur Sache“.

Im vergangenen September hatte das Stadtparlament den Stadtwerken den Auftrag gegeben, ein Konzept für die künftige Bewirtung der Badegäste zu erstellen und zugleich auch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorzulegen. Das Ergebnis: Die Stadtwerke empfehlen, ein Cafe und Bistro im sanierten Schwimmbad zu schaffen, das in eigener Regie der Stadt geführt werden sollte.

Als andere Optionen hatten die Stadtwerke eine Verpachtung der Gastronomie und Automaten mit Snacks betrachtet. Dazu gibt es auch entsprechende Kostenaufstellung für die Küchenausstattungen. Das Ergebnis: Sollte sich das Parlament am Ende für die Gastronomie in Eigenregie entscheiden, so entstünden Kosten von 44000 Euro, bei Zusammenarbeit mit einem Pächter wäre die Ausstattung aufwändiger. Sie läge bei knapp 84000 Euro. Über diesen Punkt wollte die CDU-Fraktion allerdings zunächst überhaupt nicht debattieren. „Uns fehlt die Wirtschaftlichkeitsprüfung“, begründete Dieter Erber (CDU) einen entsprechenden Änderungsantrag. Winand Koch (FDP) bezeichnete einen Beschluss ohne Auskunft über die Wirtschaftlichkeit als „schlicht nicht seriös“. Werner Hesse (SPD) nannte es eine Nachlässigkeit.

Giselher Pontow, Betriebsleiter der Stadtwerke, versprach zwar, Zahlen zum Betrieb nachzuliefern. „Doch das können nur Prognosen sein, da wir die Entwicklung der Besucherzahlen im sanierten Bad nicht vorhersagen können“, sagte Pontow zu seiner Rechtfertigung.

Zu keinem Zeitpunkt der Diskussion stand es in Frage, dass das künftige Hallenbad eine eigene Gastronomie bekommt. Die Ausschussmitglieder formulierten die Vorlage, über die heute entschieden wird, allerdings fast komplett neu. So sollen die Stadtverordneten jetzt lediglich ihr Ja zu einer Gastronomie im geplanten baulichen Rahmen bekräftigen.Über das Betreibermodell wird dann später entschieden, wenn die Wirtschaftlichkeitsberechnung vorliegt. Dann sollen auch bauliche Veränderungen noch möglich sein. Auch eine Verpachtung wollten Ausschussmitglieder am Dienstag nicht zu den Akten legen, sei es an heimische Betriebe oder an Unternehmen wie Integral beispielsweise.

- Das Stadtparlament tagt heute ab 19.30 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal.

von Michael Rinde

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