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Parlamentarier fühlen sich missachtet

Stadtallendorf Parlamentarier fühlen sich missachtet

Dass dringend und seit Jahren beim Feuerwehr-Stützpunkt in der Stadtallendorfer Kernstadt etwas geschehen muss, ist unumstritten. Das Stadtparlament erhöht den Druck auf den Magistrat.

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Die Freiwillige Feuerwehr Stadtallendorf, hier bei einem Brand im Jahr 2012 im Einsatz, soll Klarheit darüber bekommen, wann bei ihrem Stützpunkt investiert wird. Archivfoto

Stadtallendorf. Es war im März 2013, als das Stadtparlament einstimmig beschloss, dass die Verwaltung unter anderem ein Baukonzept für den Stützpunkt der Kernstadt-Feuerwehr vorlegt. Das sollte bis Ende vergangenen Jahres passiert sein - ist es aber nicht. Und das führte zu einem eher ungewöhnlichen Beschluss im Stadtparlament am Donnerstagabend. Wiederum einstimmig missbilligten die Parlamentarier dieses Versäumnis des verantwortlichen Magistrats. Antragsteller war die CDU-Fraktion.

Dieter Erber (CDU) machte klar, dass es seiner Fraktion vor allem darum gehe, dass die Kernstadt-Feuerwehr Klarheit bekomme. Der Magistrat habe den Beschluss weder umgesetzt noch von Zwischenergebnissen berichtet. „Diese Missachtung des Parlaments können wir nicht akzeptieren“, sagte Erber in Richtung der Magistrats-Bank. Verbale Unterstützung bekamen die Christdemokraten von der Grünen-Fraktion.

„Leicht verwundert“ reagierte der Angegriffene. Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) verwies zunächst auf den vom Parlament beschlossenen Bedarfs- und Entwicklungsplan und den Umstand, dass im jetzt eingebrachten Haushaltsentwurf 25000 Euro für Planungskosten bereitstehen. Außerdem sei untersucht worden, ob eine Erweiterung des Gebäudes statisch möglich sei.

Doch darum ging es den Parlamentariern eigentlich garnicht, wie es schien. Stephan Klenner, Fraktionsvorsitzender der CDU, verwies noch einmal darauf, dass der Beschluss des Stadtparlaments nicht erledigt wurde. Das Baukonzept, das nunmehr bis Ende dieses Jahres vorliegen muss, wird auch Aussagen darüber enthalten, ob ein Neubau oder eine Gebäudesanierung die sinnvollere Variante wäre. Für eine Sanierung und Erweiterung gab es in der Vergangenheit schon mal eine erste Kostenberechnung. Sie endet mit der Summe von 4,2 Millionen Euro, wie Bürgermeister Somogyi auf Nachfrage der OP erklärte.

Stadtallendorfs Stadtbrandinspektor Uli Weber ist prinzipiell offen für beide Varianten. Die Situation am Stützpunkt in der Kernstadt habe sich zwischenzeitlich zumindest nicht verschlechtert. Die Enge und die schlechte Bausubstanz bleiben aber ein großes Problem. Eine energetische Sanierung ist unbedingt nötig. Teilweise musste die Feuerwehr bereits Material und Ausrüstung auslagern, weil der Platz nicht ausreicht.

Vorerst bekommt die Feuerwehr wohl keine zusätzlichen Fahrzeuge. Doch sollte die Autobahn 49 weitergebaut werden, was wahrscheinlicher geworden ist, dann bräuchte die Wehr unter anderem ein entsprechendes großes Tanklöschfahrzeug.

„Es müsste eigentlich dort so bald wie möglich etwas passieren“, sagt Weber gegenüber dieser Zeitung. In dem am Donnerstagabend gefassten Beschluss ist nun formuliert, dass im Jahr 2017 Baubeginn sein sollte. Sollte es zu einer Sanierung kommen, so wird die Stadt vorher einige Probleme lösen müssen. Dann müsste eine geeignete Ersatzunterkunft gefunden werden. Sie müsste dabei auch so gelegen sein, dass die gesetzlich fest vorgeschriebenen Fristen einhaltbar sind. Auch Stadtbrandinspektor Weber verweist auf diesen Umstand. „Der Umzug einer Feuerwehr ist nicht einfach“, sagt er. Die Entscheidung, ob Neubau oder Sanierung müsste aber die Verwaltung mit den städtischen Gremien treffen.

Ungeachtet der lange bekannten Probleme beim Kernstadt-Stützpunkt investiert Stadtallendorf in seine Feuerwehren:

Zwei neue Mannschafts-Transportwagen für die Erksdorfer und die Kernstadt-Wehr sind bereits im Februar übergeben worden, (Wert: je 43000 Euro).

Feuerwehr Niederklein bekommt ein neues Löschfahrzeug Typ LF 10/6, Kostenpunkt 180000 Euro.

n Neue Fahrzeuge erhalten auch die Wehren in Hatzbach, Erksdorf und Schweinsberg. In Hatzbach und Erksdorf sind die Typen TSF-W geplant, in Schweinsberg ein Löschfahrzeug 10/6.

Dickster Brocken ist in diesem Jahr der Neubau des Hatzbacher Gerätehauses, der insgesamt 540000 Euro kosten wird.

von Michael Rinde

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