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Parlament will für bisherigen Bereitschaftsdienst kämpfen

Wohratal Parlament will für bisherigen Bereitschaftsdienst kämpfen

Die Zukunft des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist auch in der Gemeinde Wohratal mehr als ungewiss. Nach Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung soll der Dienst zentralisiert werden.

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In Rosenthal demonstrierten Bürger vor wenigen Tagen für eine Beibehaltung des bisherigen Bereitschaftsdienstes. Foto: Raatz

Wohratal. Der Gemeindevorstand hatte bereits „vorgelegt“ und eine deutlich formulierte Resolution zur Zukunft des ärztlichen Bereitschaftsdienstes an die Kassenärztliche Vereinigung gesandt. Dieser Resolution schloss sich das Gemeindeparlament am Dienstagabend ohne Gegenstimme an.

In der Resolution wird gefordert, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst für Wohratal in der Form erhalten bleibt, die die rund 2500 Bürger seit Jahrzehnten kennen: Hausarztpraxen aus Gilserberg, Rosenthal, Gemünden (Wohra) und Wohratal stimmen die Dienste untereinander ab. In Rosenthal hatten am Wochenende bereits mehr als 800 Bürger gegen die Planungen demonstriert.

Am Dienstagabend zeichnete Klaus-Dieter Engel, SPD, sein eigenes Bild, warum die KV den Bereitschaftsdienst nunmehr zentralisieren will: In seinen Augen dient eine Zentralisierung der Verbesserung von Arzthonoraren und dem Versuch, Ärzten mehr Freizeit zu verschaffen. „Was jetzt geplant ist, ist nicbt zumutbar“, sagte Engel. Die Demonstration sei eine neue Erfahrung für die gesamte Region gewesen. Er stellte den Selbstverwaltungsauftrag der KV in Frage und forderte bei einer Zentralisierung der Dienste ein Einschreiten der Gesetzgeber.

Dr. Gerhard Willmund (CDU) als Mediziner zeichnete ein anderes Bild. Er wies auf die Situation hin, dass Praxisinhaber zunehmend überalterten und es zugleich zu einem Machtkampf zwischen Ärzten im ländlichen Raum und in Ballungsgebieten komme. Wilmund stellte verschiedene Modelle zur Verbessserung der Situation vor. „Wir legen Wert darauf, dass die Situation sehr viel komplizierter ist, als sie Herr Engel darstellt“, sagte Willmund. Gleichwohl: Willmund betonte für die Zählgemeinschaft aus CDU, Offener Liste Wohratal und den Bürgern für Wohratal die Angemessenheit der Resolution.

Ob dieses Signal aus Wohratal gemeinsam mit der jüngsten Demonstrantion an den KV-Pänen etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Noch hat die KV in Frankfurt keine definitve Festlegung zur Bereitschaftsdienst-Regelung getroffen.

Bleibt es bei den bisherigen KV-Aussagen, so soll Wohratal ab 1. Juli dem neuen Dienstbezirk Frankenberg angehören, um später dann einem künftigen Gesamtbezirk Marburg anzugehören. Dort soll es eine gemeinschaftliche Bereitschaftsdienstzentrale geben. Hinzu kommen vier Fahrdienste für das gesamte Kreisgebiet, durch die Hausbesuche von Ärzten bei Notfallpatienten sichergestellt werden.

von Michael Rinde

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