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Parkstreifen bleibt nicht so, wie er ist

Ortstermin Parkstreifen bleibt nicht so, wie er ist

Anlieger, Stadtverordnete und Stadtverwaltung trafen sich beim Ortstermin in Sachen Radfahr- und Parkstreifen an der Stadtallendorfer Hauptstraße - über beide hatte es im Vorfeld erhebliche Diskussionen gegeben.

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Die Gemengelage in der Hauptstraße ist nach Anlage des Parkstreifens für Radfahrer noch schwieriger geworden. Foto: Rinde

Stadtallendorf. Über den Radfahr-Schutzstreifen eingangs der Hauptstraße in Richtung altes Dorf und den seit einigen Monaten geschaffenen Parkstreifen ist in den zurückliegenden Wochen bereits heftig diskutiert worden. Am Dienstagnachmittag gab es auf Anregung von Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) einen Ortstermin mit rund 20 Teilnehmern. Wie die OP berichtete, hatte sich die Stadtverwaltung entschieden, den durch gestrichelte Linien markierten Radfahr-Schutzstreifen zu entfernen.

Zu dieser Entscheidung hatte sich die Verwaltung nach einem Behördentermin an der Hauptstraße durchgerungen. Verkehrsdienst der Polizei wie auch die Straßenverkehrsbehörde des Kreises hatten dringend dazu geraten. Bereits bei der Einrichtung des Streifens habe es heiße Diskussionen gegeben, hätten ihm die Vertreter anderer Behörden bedeutet. Letzlich sei der Streifen von der Stadt durchgesetzt worden, erläuterte Fachbereichsleiter Hubertus Müller. Schon damals hätte der Streifen eigentlich nicht den Vorschriften entsprochen. Bei den Vorschriften bezieht sich Müller auf die vorgeschriebenen Mindestbreiten von Fahrbahnen, um solche Schutzstreifen einzurichten. Sie muss nach Verwaltungsvorschrift bei mindestens sieben Metern liegen. Diese Mindestvorgabe ist in der Hauptstraße nur teilweise erfüllt.

Somogyi will kein Flickwerk erlauben

„Wir gaukeln den Radfahrern eine Sicherheit vor, die eigentlich nicht vorhanden ist“, sagte Bürgermeister Christian Somogyi. Dass der Schutzstreifen nunmehr verschwinden wird, ist für den Stadtverordneten Michael Goetz (B90/Die Grünen) vielmehr eher ein „Armutszeugnis“. Zumindest zu Beginn der Hauptstraße, an der Kreuzung zur B 454, könne der Streifen aufgrund der Breite erhalten bleiben. Das sah Somogyi aus grundsätzlichen Erwägungen anders, Flickwerk werde er als Ortspolizeibehörde nicht zulassen. Er verwies darauf, dass die Stadt in der Haftung stünde, sollte es auf einem nicht vorschriftsmäßigen Schutzstreifen zu einem Unfall kommen.

Nach der Wahrnehmung von Fabian Gies (CDU) hat „es den Aufschrei in der Hauptstraße erst gegeben“, als der Parkstreifen durch die Stadt eingerichtet wurde. „Wenn der Schutzstreifen nicht den Vorschriften entspricht, dann muss er weg. Das muss dann aber auch für den Parkstreifen gelten“, brachte es ein Anlieger auf den Punkt. damit verlagerte sich die Gruppe zu jenem Parkstreifen, der für viele Anwesende ein Ärgernis, für einzelne Anlieger aber auch eine Notwendigkeit zu sein scheint. Die Verwaltung hatte den Streifen geschaffen, um Parkmöglichkeiten für Hauptstraßen-Anlieger wie deren Besucher zu schaffen. Allerdings führt dieser Parkstreifen offenbar selbst zu manch kritischer Situation für Radfahrer, wenn dort Fahrzeuge stehen. Ein Anlieger-Ehepaar beklagte aber auch, dass es in diesem Abschnitt der Hauptstraße generell an Parkmöglichkeiten fehle. „Hier geht es um eine Abwägung der allgemeinen Sicherheit gegenüber den Interessen einiger Anlieger“, hielt ihnen ein weiterer Bewohner der Hauptstraße entgegen.

Am Ende sagte Somogyi am Dienstag eine neuerliche Prüfung jenes Parkstreifens zu. „Es bleibt nicht alles, aber es kommt auch nicht alles weg“, stellte er in Aussicht. Was den Schutzstreifen angeht, bleibt die Verwaltung bei ihrer Position. Eine Firma wird die Markierungen demnächst abfräsen.

von Michael Rinde

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