Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Parkende Laster plagen Anwohner

LKW-Problem Parkende Laster plagen Anwohner

Parkende Lastwagen in Stadtallendorfer Wohngebieten sind ein Dauerthema seit vielen Jahren. Eine Lösung könnten zusätzliche Parkflächen bringen.

Voriger Artikel
Zwei Croissants nicht bezahlt: 250 Euro
Nächster Artikel
Bewegendes Spiel zu dunklen Ereignissen

Am Freitagnachmittag parkten wieder zahlreiche Lastwagen im Gewerbegebiet Nordost, wo in der Zukunft eine Lkw-Parkplatz-Anlage entstehen könnte.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Zwischen 1200 und 1400 Lastwagen fahren Unternehmen in Stadtallendorf an Wochentagen an und verlassen sie wieder. Nicht alle können aus verschiedenen Gründen sofort be- oder entladen werden, sie müssen warten, bis sie an der Reihe sind. Und das verursacht einen Teil der Probleme mit in der Stadt an Straßen oder auf Gehwegen parkenden Lastwagen.

Zuletzt thematisierte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen das Problem parkender Lastzüge mit einer großen Anfrage an den Magistrat. Die Problematik aus Sicht der Grünen-Fraktion: Teilweise über Tage geparkte Lastzüge sorgten für eine Beeinträchtigung und Gefahr für Fußgänger und Radfahrer. In ihrer Anfrage benennen die Grünen insbesondere das Umfeld des Busbahnhofes, die Egerländer Straße und Rheinstraße als beliebte „Lkw-Parkplätze“.

In ihrer Stellungnahme berichtet die Verwaltung von regelmäßigen Kontrollen, auch der Polizei. Eine Schwierigkeit ist dabei, dass Fahrer bei Kontrollen häufig nicht an ihrem Fahrzeug anzutreffen sind. Und dass es mitunter Probleme mit Lenkzeiten gibt. Befinden sich Lkw-Fahrer in ihrer vorgeschriebenen Ruhepause, so sei es schwierig, sie dazu zu bewegen, ihre Fahrzeuge wegzubewegen.

Die Ordnungsbehörden haben aber auch noch auf andere Weise reagiert. So wurden der Parkplatz am Ortseingang Niederkleiner Straße, eine Privatfläche am Busbahnhof und Teile der Egerländer Straße durch Steine für das Lkw-Parken versperrt. Im DAG-Gebiet gilt ein Lkw-Parkverbot. Doch all das, so stellt auch die Verwaltung fest, führe lediglich zu einer Verdrängung an andere Standorte.

Hinterlassener Müll ist ein Problem

Die Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen verweist auch auf eine andere Folge von wild parkenden Lastwagen: den Müll. Welche Kosten durch den von Lkw-Fahrern hinterlassenen Müll entstehen, kann die Stadtverwaltung nur für das Gewerbegebiet Nordost nachvollziehen. Dort hat sich ein beliebter Sammel- und Übernachtungspunkt für Lastwagenfahrer herausgebildet. Um des damit verbundenen Müllproblems Herr zu werden, hatte die Stadt handeln müssen und unter anderem zusätzliche Mülleimer und später auch Dixi-Toiletten aufgestellt.

Für die Müllentsorgung hat die Stadt in der Zeit von November 2013 bis November 2014 knapp 3000 Euro ausgegeben. In diesem Betrag sind auch die Kosten von zusätzlichen Einsammelaktionen für weit verstreuten Müll enthalten. „Wir als Polizei können das Problem nicht lösen“, betont Heinz Frank, Leiter der Polizeistation Stadtallendorf, im Gespräch mit der OP. Der ruhende Verkehr, sprich geparkte Fahrzeuge, ist ohnehin nur in Ausnahmefällen eine Angelegenheit der Polizei.

Kein Parkraum für LKWs

Es ist primär Sache der städtischen Ordnungshüter. Grundproblem sei und bleibe im Moment, dass es schlichtweg mehr Lkw als Parkraum gebe und Fahrer warten müssten, bis sie die jeweiligen Unternehmen anfahren könnten. Frank berichtet, dass es die Polizei auch immer wieder mit nächtlichen Meldungen wegen brummender Kühlaggregate von bei Wohnungen geparkten Lkws zu tun hat. „Sicherlich könnte ein Verkehrskonzept mit den Firmen, die ,just in time‘ beliefert werden, eine Entlastung bringen“, meint Frank, der bei diesem Problem in der Stadt durchaus Handlungsbedarf erkennt.

Eine Entlastung wäre eine Lkw-Parkfläche im Gewerbegebiet. Die Stadt stehe mit einem Privatbetreiber weiter in Verhandlungen über den Bau einer bewirtschafteten Parkplatzanlage (die OP berichtete mehrfach), sagt Bürgermeister Christian Somogyi. Er sei zuversichtlich, dass aus diesem Vorhaben etwas werde. „Aber eine Lösung für das Problem mit parkenden Lkw kann die Stadt nicht alleine finden“, sagt Somogyi. Sobald im Gewerbegebiet wirklich eine Lkw-Parkplatz-Anlage entsteht, will Somogyi über die Stadtallendorfer Unternehmen Vorgaben an die Speditionen weitergeben lassen.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr