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Panzerstraße bleibt auf beiden Seiten offen

Gute Nachricht Panzerstraße bleibt auf beiden Seiten offen

Manchmal lohnt es sich, zu kämpfen: Nach flammenden Appellen der Neustädter Stadtverordnetenversammlung und des Kreistages verschwinden die Zaunpläne für die Panzerstraße im Papierkorb.

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Wie auf der Neustädter Seite soll bald auch in Stadtallendorf eine Schranke verhindern, dass Autofahrer die Panzerstraße nutzen.Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Noch ist sie als Panzerstraße bekannt - doch militärische Nutzung wird es auf der Straße im Herrenwald zwischen Neustadt und Stadtallendorf nicht mehr geben. Seit die Bundeswehr die Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne aufgegeben hat und der Doppelstandort der Geschichte angehört, gibt es für sie keinen Grund mehr, zwischen den zwei Städten hin und her zu fahren. Entsprechend kündigte die Bundeswehr zum neuen Jahr die Nutzungsvereinbarung und gab den nicht mehr benötigten Teil der Liegenschaft - zwischen Neustadt und der Einfahrt zum Standortübungsplatz in Stadtallendorf - an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zurück.

Die wiederum gibt die Strecke an den Bundesforst (einen ihrer Geschäftsbereiche) ab, der für die umliegenden Waldflächen zuständig ist und die Straße für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der rund 300 Hektar benötigt. Das Teilstück fungiert dann als Wirtschafts- beziehungsweise Waldweg und kann uneingeschränkt genutzt werden. Bisher hatten Bürger nur sonn- und feiertags die Straße nutzen dürfen, nun können sie dies auch wochentags tun. Und, die neueste Entwicklung: Auch auf Stadtallendorfer Seite bleibt die Strecke zumindest für Fußgänger, Radfahrer und Inlineskater passierbar.

Großes Lob aus Neustadt

Der einst von der Bundeswehr angekündigte Zaun kommt nicht. Stattdessen richtet die Bundeswehr - ähnlich der Neustädter Seite - eine Schranke ein, wie Kasernenkommandant Oberstleutnant Friedrich-­Wilhelm Luchtenberg nach „konstruktiven Gesprächen mit dem Bundesforst“ erklärt. Er habe für die Stadtallendorfer Seite eigentlich immer mit einer Schranke geplant, die Bima hätte jedoch andere Gedanken für die Neustädter Seite gehabt. Nun, da klar sei, dass bei Neustadt weiterhin nur eine Schranke stehe, sei auch er zu den Ursprungsplänen zurückgekehrt. So lässt sich verhindern, dass Quads oder Autos auf der Panzerstraße verkehren. Ein Missbrauch der Strecke als „Promilleweg“ ist dann also auch nicht mehr möglich. „Vielleicht haben ja die Hinweise aus Neustadt und dem Kreistag zum Umdenken bei der Bundeswehr beitragen“, sagt Bürgermeister Thomas Groll, freut sich über den Sinneswandel und spricht der Bundeswehr großes Lob aus.

„Das ist schön und freut mich sehr“, sagt Hans-Gerhard Gatz-weiler (SPD), der sich in Neustadt an die Spitze der Bewegung gesetzt hatte. Er sei skeptisch gewesen, ob sich die Bundeswehr beeinflussen lasse und eine bereits getroffene Entscheidung noch revidiere: „Aber wir waren es der Bevölkerung schuldig, es wenigstens zu probieren“, sagt der Fraktionsvorsitzende und ergänzt: „Umso erfreulicher ist es, dass es geklappt hat.“ Ende des vergangenen Jahres hatte er noch kritisiert, dass Behörden oftmals nicht nach links und rechts, sondern nur auf ihre eigenen Belange schauen würden. „Schön, dass die Bundeswehr doch noch die Auswirkungen einer Absperrung auf die Infrastruktur gesehen hat“, schickt auch er ein Lob Richtung Stadtallendorfer Kaserne.

Immer wieder hatten er und seine Mitstreiter herausgestellt, wie wichtig die Panzerstraße für die Freizeitgestaltung sei. Vor allem, weil sie eine sehr gute ­Alternative zur bisherigen Radwegverbindung sei, die teilweise über eine Hauptstraße führt - und der nicht einmal ein Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet werden könne.

Zwischen den zwei Schranken ist der Bundesforst für die Unterhaltung und Verkehrssicherung zuständig - einen Winterdienst wird es, wie auf Waldwegen üblich, nicht geben. Auf dem rund 700 Meter langen Stück Panzerstraße zwischen der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne und der bereits länger existierenden Schranke ist künftig die Stadt Neustadt für Winterdienst und Fahrbahnkontrolle zuständig.

von Florian Lerchbacher

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