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Paar hat eine Theorie für alles

Kabarett Paar hat eine Theorie für alles

Rund 100 Besucher hatten in Neustadt einmal mehr über zwei Stunden lang Spaß mit dem Polit- und Gesellschaftskabarett des fränkischen Ehepaars "Edgar und Irmi" im historischen Rathaus.

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Gleich mehrfach brachte Irmi (Silvia Klösel) ihren Mann Edgar (Wolfgang Klösel) zur Verzweiflung.Foto: Klaus Böttcher

Neustadt. Gleich zu Anfang des Auftritts demonstrierte das Paar aus der Rhön, dass es nicht nur schnell und spitzzüngig reden, sondern auch singen kann. Als Edgar dann feststellte, „hier ist ein alter Raum, da ist der Kontrast zum Publikum auch nicht groß“, war das Eis gebrochen.

Während Edgar nur in den 15 Minuten Pause nicht auf der Bühne stand, gönnte sich Irmi öfter eine Pause. Doch plötzlich tauchte sie dann immer wieder auf - gerne auch in einem anderen Outfit - und brachte Edgar durch ihre Einfältigkeit, gespickt mit gedanklichen Lichtblitzen, fast zur Verzweiflung.

Edgar holte im ersten Teil zu einem politischen Rundumschlag aus, wobei fast alle Spitzenpolitiker ihr Fett abbekamen. Die Bundestagswahl habe Merkel ja gewinnen müssen, weil Steinbrück keine Chance gegen Angelas sexy Hosenanzüge hatte, lautete eine Theorie. Von der bedauernswerten FDP wusste Edgar, dass Westerwelle in ein Männerkloster gegangen ist. Von Andrea Nahles, der Arbeitsministerin, erzählte er, dass sie vor ihrem Dienstbeginn den Begriff „Arbeit“ ge­googelt hat. Zur Eurokrise meinte er: „Wer braucht einen Schirm, wenn ihm das Wasser bis zum Halse steht.“ Auch zum neuen Berliner Flughafen hatte der Franke eine Lösung parat. Man sollte dort Drohnen stationieren - das passe gut: ein Flughafen, der nicht funktioniert, und Drohnen, die nicht fliegen.

In den Zwiegesprächen mit Irmi ging es oftmals nicht um die Politik, sondern spitzzüngig nahmen sie dies und das aufs Korn. Sie seufzte: „War das noch schön, als wir Papst waren.“ Er vermutete, dass Benedikt wegen seiner Doktorarbeit zurückgetreten sei.

Das Fernsehen bekam das Gespött ebenso zu spüren wie die Erzeuger von Biowaren, Hundehalter oder Autobesitzer. Es ging um Ökostrom und um IKEA, die Volkshochschulkurse oder die Rentner. Die begeisterten Zuschauer klatschten so viel Beifall, dass Wolfgang und Silvia Klösel, so heißt das Paar aus der fränkischen Rhön, gleich zwei Zugaben spielten.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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