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Ostkreis bekommt einen Aufschub

Bereitschaftsdienst Ostkreis bekommt einen Aufschub

Im Ostkreis könnte beim ärztlichen Bereitschaftsdienst vorläufig alles so bleiben wie es ist. Das gilt aber nur, wenn die Kassenärztliche Vereinigung nicht zu einer anderen Einschätzung kommt.

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Vor der Zentrale Am Scheidfeld parkt das Auto, mit dem Ärzte im Bereitschaftsdienst unterwegs sind. Archivfoto: Rinde

Stadtallendorf. Bei der Vorstellung eines künftigen Bereitschaftsdienst-Konzeptes wurde am Freitag deutlich, dass sich im Ostkreis zumindest vorerst nichts ändern könnte. Damit bliebe die ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale in Stadtallendorf wie gehabt Anlaufpunkt für Patienten in Not. Eine Neuregelung gäbe es damit zunächst nur für den Altkreis Biedenkopf und das Stadtgebiet von Marburg (die OP berichtete am Samstag und gestern).

Der Stadtallendorfer Mediziner Dr. Ortwin Schuchardt hatte die Überlegungen der niedergelassenen Ärzte am Freitag bei der „Gesundheitskonferenz“ im Kreishaus mit vorgestellt. Er bestätigte gestern gegenüber dieser Zeitung noch einmal, dass der Ostkreis bei einer Neuregelung zunächst außen vor bleiben könnte.

Schuchardt spricht bei diesem Punkt jedoch im Konjunktiv. Denn auch er weiß nicht, ob die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit Sitz in Frankfurt nicht zu einer anderen Einschätzung gelangen könnte. Die KV berät derzeit ihr künftiges generelles Bereitschaftdienst-Konzept für ganz Hessen. Am Samstag war es Thema bei einer Vertreterversammlung der KV. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, erklärte KV-Sprecherin Petra Bendrich gestern auf Nachfrage der OP. Bendrich ließ offen, ob es möglich sein wird, dass der Bereitschaftsdienst-Bezirk Ostkreis noch einige Zeit eigenständig erhalten bleiben könnte. „Ob das mit unseren Reformplänen im Einklang stehen wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen, da die Beratungen auch noch nicht abgeschlossen sind“, sagte Bendrich. Die KV sieht vor dem Hintergrund der Probleme, freiwerdende Arztsitze auf dem Land neu zu vergeben, generellen Handlungsbedarf bei den Bereitschaftsdiensten. Dr. Schuchardt verweist auf die Situation, die sich ergeben wird, wenn die Bereitschaftsdienstbezirke im Hinterland und in Marburg zentralisiert werden. „Dann teilen sich in dem neuen Bezirk rund 300 Ärzte die Dienste, im Ostkreis sind es 53“, sagt Schuchardt.

Das hieße aus seiner Sicht, dass sich jüngere Ärzte eher im neuen Großbezirk niederlassen könnten, weil die Bereitschaftsdienst-Belastung dort geringer wäre.

Für den Moment betont Schuchardt aber: „Wir Ärzte im Ostkreis haben nie eine Entscheidung für einen anderen Bereitschaftsdienst gefällt. Von uns hat auch keiner auf eine Entscheidung gedrängt, weil das System bei uns anders als im Westkreis funktioniert.“ Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) hat ebenfalls an der Marburger Gesundheitskonferenz teilgenommen. „Für uns lautet die Frage einfach nur, ob wir früher oder später betroffen sein werden“, erklärt Somogyi. Darum ist es für ihn von Bedeutung, dass Bürgermeister der betroffenen Städte mit Ärztevertretern gemeinsam über das künftige Bereitschaftsdienst-Modell beraten werden.

„Wenn wir das Konzept irgendwann mittragen sollen, dann wollen wir auch mitberaten“, bezieht er Position. Nach den Osterferien werde es weitere Beratungen geben, dann allerdings in kleinerem Kreis - und möglicherweise auch in Kenntnis der Pläne der KV.

von Michael Rinde

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