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Ostkreis-Parlamente geben grünes Licht

Pflegestützpunkt Ostkreis-Parlamente geben grünes Licht

Der Bedarf für Beratungsangebote rund um die Pflege von Alten und erkrankten Angehörigen ist sehr groß. Deshalb plant der Kreis zusätzliche Pflegestützpunkte, braucht dabei aber Hilfe von Städten und Gemeinden.

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Im Beratungszentrum am Rudolphsplatz in Marburg ist der erste und bisher einzige Pflegestützpunkt untergebracht. Foto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Stadtallendorf. Der seit 2010 bestehende Pflegestützpunkt in Marburg, untergebracht im Beratungszentrum BIP, ist mehr als gut ausgelastet. Wie der Sozialdezernent des Landkreises, Dr. Karsten McGovern (B90/Die Grünen) berichtete, waren es allein im vergangenen Jahr 472 Beratungen, viele davon verbunden mit einem oder mehreren Ortsterminen.

Dank Förderung durch das hessische Sozialministerium plant der Kreis zwei weitere Pflegestützpunkte, einen für den Ostkreis, einen für das Hinterland (die OP berichtete ausführlich auf „Landkreis“). Doch leider bekam der Kreis nicht den gesamten beantragten Förderbetrag zugebilligt. Weiteres nötiges Fördergeld soll jetzt aus einem Programm zur interkommunalen Zusammenarbeit kommen.

Voraussetzung dafür ist, dass sich Städte formell an dem Antrag beteiligen. Diese Hürde ist im Ostkreis genommen. Inzwischen haben die Stadtparlamente von Stadtallendorf und Neustadt den Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Kreis einstimmig zugestimmt. Der Kreistag hat ebenfalls bereits zugestimmt, auch einstimmig. Der Ostkreis-Pflegestützpunkt, der für Bürger sämtlicher Städte dieser Region zuständig sein wird, entsteht in Stadtallendorf, in einem Nebengebäude des Rathauses.

Wann er öffnet, ist noch nicht klar. Klar ist aber, dass das gesamte Projekt auf zwei Jahre befristet sein wird und dass beim Kreis die Ausschreibungen für entsprechend qualifiziertes Personal schon laufen.

Karsten McGovern hatte die Stadtallendorfer Stadtverordneten vorab in einer Ausschuss-Sitzung über die Pläne informiert - und dabei noch einmal betont, dass es bei den Pflegestützpunkten um neutrale Information für Betroffene und Angehörige geht.

„Es gibt immer noch viel zu häufig umherirrende Ratsuchende“, unterstrich der Sozialdezernent den Bedarf. Und der wird größer. Bis 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis laut Berechnungen auf gut 11600 steigen.

Für die Jahre 2014 und 2015 hat der Kreis einen Finanzbedarf von 450000 Euro angegeben, ein Betrag, zu dem die beteiligten Städte nichts beisteuern sollen, zumindest während dieser zwei Jahre ist das vom Kreis garantiert.

Während der gemeinsamen Beratung des Sozialausschusses mit dem Ausschuss für Finanzen gab es zu diesem Thema aber doch zumindest kritische Nachfragen und Anmerkungen. „Wir müssen wissen, dass wir dieses Projekt nie wieder aus der Welt schaffen werden, was auch gut so ist“, sagte beispielsweise Winand Koch (FDP) mit Blick auf die Anschlussfinanzierung. Was nach dem 31. Dezember aus den beiden zusätzlichen Pflegestützpunkten werden wird, liegt dann zunächst beim Landkreis als Initiator.

Dezernent Karsten McGovern machte zumindest deutlich, dass Projekte nach Ablauf der Förderfristen theoretisch auch wieder eingestellt werden könnten. Ob sich der Kreis in der Zukunft möglicherweise auch wegen eines Zuschusses an die beteiligten Städte und Gemeinden wendet, ist natürlich nicht ausgeschlossen.

von Michael Rinde

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