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Originale statt Massenware

Kunstmarkt in Stadtallendorf Originale statt Massenware

38 Aussteller präsentierten Kunst und Kunsthandwerk beim traditionellen Kunstmarkt in der Stadtallendorfer Stadthalle.

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Eine ganze Reihe kleinformatiger Adler-Bildnisse hatte Gerhard Ehrlich zum Stadtallendorfer Kunstmarkt mitgebracht. Wilfried Schomber präsentierte mit seinem feuerspeienden Drachen den Hingucker der Ausstellung. Fotos: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Die Stadthalle bietet den Künstlern die gute Gelegenheit, ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Das nutzte auch der Stahldesigner Wilfried Schomber aus Rabenau, der zum ersten Mal in Stadtallendorf dabei war. An seinem Stand kam keiner vorbei und das nicht nur, weil sein großer Drache aus Edelstahl öfter Feuer spuckte. Der Schweißermeister im Ruhestand bearbeitet nicht nur Stahlblech, sondern auch Kupfer, Messing Aluminium oder Edelstahl.

Dazu verwendet er viele ausgediente Gerätschaften aus dem Garten, der Landwirtschaft oder dem Handwerk. So hat er für sein Werk, das er „Soldatenameise“ nennt, alte Türscharniere und Beschläge verarbeitet und damit einen ersten Preis bei einer Kunstausstellung erzielt. Schomber verwendet Kreuzhacken ebenso wie Sicheln, alte Mähbalken oder Hufeisen.

„Die Strukturen schweiße ich mit Schutzgas auf, da das Material beim Autogenschweißen zu heiß wird und sich verzieht“, verrät der Metalldesigner und erzählt von einem ganz speziellen Trennverfahren. Dem Plasma-Schneidverfahren mit Temperaturen von 30 000 Grad. „Das ist ein ganz feiner, dichter Strahl, der sauber brennt, denn Edelstahl kann man nicht mit dem Schweißbrenner schneiden“, erklärt Schomber und erwähnt nebenbei, dass er für den Drachen über einen Monat Zeit benötigte.

So wie der Stahldesigner Wilfried Schomber sind auch viele andere Künstler bereit, über ihre Arbeiten zu sprechen oder gar vorzuführen. So ist beispielsweise Rainer Föth stets umlagert, wenn er an seinen Holzarbeiten drechselt.

Der Stadtallendorfer Maler Gerhard Ehrlich, der in Öl-,Acryl- und Aquarell-Technik malt, hat seine Liebe für Adler entdeckt, wie eine ganze Reihe von Bildern zeigt. Die große Spannweite speziell der Steinadler fasziniert ihn. Aber er malt auch Seeadler und amerikanische Weißkopfadler. Seine Adlerbilder sind durchweg kleinformatiger als seine anderen Gemälde. „Ich kann dabei die Hand auflegen , denn ich benötige dazu keine Staffelei, verrät der Künstler.

Bei der Eröffnung sprach Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi die Tradition des Kunstmarktes an, der zur Attraktivität des Kulturstandortes Stadtallendorf beitrage. Er war sich mit Michael Feldpausch vom veranstaltenden Kulturkreis einig, dass es nicht in erster Linie um den Verkauf gehe, sondern um die öffentliche Ausstellung von Kunst. „Wir haben hier Individualisten, wir haben hier Originale und keine Massenware“, betonte Feldpausch.

Im Rahmenprogramm spielte der Pianist Sascha Dürfeldt für die Besucher und zum Jazzfrühschoppen am Sonntag trat die Band „Cheda de Saudade“ auf. Neben den 38 Künstlern oder Kunsthandwerkern präsentierten die Kinder der Grundschule Hatzbach/Erksdorf ihre Kunstwerke, die sie in einer Projektwoche geschaffen hatten.

von Klaus Böttcher

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