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Orgel soll auf andere Seite wechseln

Kirchensanierung Orgel soll auf andere Seite wechseln

Spätestens im Jahr 2016, so hofft Pfarrer Hardy Rheineck, wird es grundlegende Sanierungsarbeiten in der Michaeliskirche in Wohra geben.

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Ein Blick ins Innere der Michaeliskirche in Wohra: Die Kirchenorgel verbaut seit Jahrzehnten ein großes Fenster, das könnte sich ändern. Foto: Michael Rinde

Wohra. Ein Blick an die Decke oder auf die Wände zeigt es: Die Michaeliskirche braucht im Inneren eine Auffrischung. Der letzte Anstrich liegt inzwischen 30 Jahre zurück. Doch angesichts der Kosten kam gleich die Frage auf, ob das nicht die Gelegenheit wäre, grundlegendere Veränderungen in der mehr als 300 Jahre alten Kirche in Wohra zu planen. Die Überlegungen, die der Gemeindevorstand gemeinsam mit einem Architekten angestellt hat, sind inzwischen konkreter geworden. Bei einer Versammlung wurde die Gemeinde schon darüber informiert.

Pfarrer Hardy Rheineck beschreibt gegenüber der OP die Pläne. Mehrere Probleme sollen durch die Sanierung angegangen werden. Zunächst ist es den Verantwortlichen der Gemeinde wichtig, dass der Kircheninnenraum durchgängig barrierefrei wird. Wer das Kirchenschiff durch das jetzige Hauptportal betritt, findet nach der Türschwelle keine durchgängige Ebene vor. Das soll sich ändern. „Wir wollen alles auf ein Niveau bringen“, sagt Rheineck. Das bietet sich ohnehin an. Denn rund um den Altar haben sich mehrere der großen Steine abgesenkt. Mögliche Stolperfallen müssen ohnehin verschwinden. „Das hat uns die Bauaufsicht aufgeben, wenn wir Sanierungen planen sollten“, verdeutlicht Rheineck. Barrierefreiheit ist dem Pfarrer ein großes Anliegen. Deshalb soll auch das jetzige Hauptportal im Zuge der Bauarbeiten vergrößert werden.

Doch das Konzept, so wie es derzeit aussieht, sieht noch einige wesentlich größere Veränderungen im Kircheninneren vor. Die vielleicht augenfälligste wäre der Umzug der Kirchenorgel von einer Seite des Gebäudes auf die andere, über das frühere Hauptportal der Michaeliskirche. Dort stand sie auch vor etlichen Jahrzehnten einmal, oder besser gesagt die Vorvorgängerin der jetzigen Orgel, wie Pfarrer Rheineck sagt.

An ihrem jetzigen Standort versperrt die Kirchenorgel ein komplettes Fenster. „Ich nehme an, dass es in Wohra einige Gemeindemitglieder gibt, die noch nicht einmal wissen, dass es hinter der Orgel ein Fenster gibt“, sagt Rheineck. Ein Umsetzen der Orgel brächte der Kirche vor allem deutlich mehr Licht angesichts der Fenstergröße. Bei der Gemeindeversammlung, bei der das Konzept vorgestellt wurde, war dieser Punkt allerdings wohl auch der umstrittenste. Es gebe die Befürchtung, dass sich die Kirche durch dieses Umsetzen zu sehr verändern könnte, erläutert der Wohraer Pfarrer.

Außerdem wollen die Verantwortlichen in der Gemeinde durch einen Umbau rund um den Altar mehr Platz gewinnen. So könnten die rechts und links des Altares stehenden Bänke entfallen. Rheineck verspricht sich hiervon den Raum für modernere Gottesdienstformen, wie sie mehr und mehr gepflegt werden. Im Moment ist die klassizistische Kirche in ihrem historischen Grundriss auf die Kanzel, das gesprochene Wort des Pfarrers, ausgerichtet. Auftritte von Gruppen sind nur sehr schwer bis garnicht möglich.

Derzeit befindet sich das gesamte Projekt noch in der Planungsphase. Der beauftragte Architekt Uwe Hamatschek holt aktuell erste Angebote ein, um überhaupt einen Kostenrahmen ermitteln zu können. Dann will der Gemeindevorstand das Vorhaben beim Kirchenkreis Kirchhain anmelden. Der wiederum wird das Bauvorhaben dann der Landeskirche unterbreiten. Von dort könnte es bei optimalem Verlauf dann aus dem Kirchenerhaltungsfonds eine 50-prozentige Förderung geben. Die übrigen 50 Prozent müsste die Kirchengemeinde aufbringen. „Vielleicht klappt das 2015, ansonsten 2016“, schätzt Wohras Pfarrer. Einfach werde die Finanzierung eines solchen Vorhabens auch bei einer Förderung natürlich nicht.

Ein großer Wunsch wird bei diesem gesamten Projekt wohl nicht zu verwirklichen sein, der nach einer Toilettenanlage. Am Standort Friedhof lässt sie sich ebenso wenig realisieren wie an der Kirchenmauer. Und das Kircheninnere scheidet auch aus.

von Michael Rinde

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