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Offene Tür statt Elfenbeinturm

Tag der offenen Tür Offene Tür statt Elfenbeinturm

Dass selbst Samstagsunterricht Spaß machen kann, bewies die Martin-von-Tours-Schule während eines "Tages der offenen Tür".

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Biologielehrerin Anett Sommerwerk erklärt einem Vater die
Bestandteile eines Schweineauges.Foto: Nadine Kalbfleisch

Neustadt. „Durch welche Röhre fällt der Magnet schneller hindurch: Alu- oder Klarsichtfolie?“, fragt Schüler Güven mit Blick auf sein Physikexperiment. Schüler und Eltern raten gemeinsam. Der Siebtklässler lässt die Magnete fallen - und alle beobachten fasziniert, wie einer langsam durch die Aluröhre schwebt. „So macht Schule Spaß!“, stellt eine Mutter fest. „Hier können wir Eltern noch von den Kindern lernen!“ Enrico aus der Klasse 7a zeigt sich ebenso begeistert: „Die Experimente finde ich spannend; vorhin haben wir sogar im Bioraum ein Schweineauge seziert! Mir gefällt es gut, einmal zu schauen, was in den höheren Klassen auf uns zukommt. Und man darf bei den Experimenten selbst mitmachen!“

In anderen Räumen wurde gleichfalls gestaunt, gelacht und experimentiert, doch nicht nur

Biologie- und Physikbegeisterte kamen auf ihre Kosten: Die integrierte Gesamtschule gab einen umfassenden Einblick in alle Fächer und in ein Schulkonzept, in dem gemeinschaftliches Lernen, aber auch Differenzierung und Individualisierung eine zentrale Rolle spielen.

Wie ein solches schulformübergreifendes Lernen funktionieren kann, erfuhren die Gäste bei ihrem Besuch im „Freien Lernen“, im differenzierten Musik- und Sportunterricht, im Nähkurs oder im freiwilligen AG-Unterricht, dessen Angebot von Schach und Schulsanitätsdienst über Malen bis hin zu Trampolinspringen und Leichtathletik reicht. Dass an der Martin-von-Tours-Schule praktisches Lernen und handwerkliche Arbeit genauso gefördert werden wie fachliche Kompetenzen und Kreativität, bewiesen die Stände der Schülerfirmen „MvT Holz-AG“ und „Mavo Tex AG“, die etwa Kerzen- oder Flaschenständer aus Holz und bestickte Textilien verkauften, welche die Schüler im Unterricht selbst hergestellt hatten.

Die Schule entschied sich in diesem Jahr dafür, den „Tag der offenen Tür“ an einem einzigen Standort - dem Hauptgebäude in der Querallee - abzuhalten und Grund- und Mittelstufenschüler unter einem Dach zu vereinen. So konnten beispielsweise die Eltern der Jüngsten nicht nur am „Rechnen bis 100“ oder an „Englischen Sketchen“ der Zweit- bis Viertklässler teilnehmen oder deren „Klassenrat“ kennenlernen, sondern sich auch über den Schulalltag und die Angebote der höheren Klassen informieren, die ihre Kinder in Zukunft besuchen werden.

„Unsere Schule findet nicht in einem Elfenbeinturm statt, sondern bereitet die Kinder auf alle Facetten des Lebens vor. Die Anforderungen des Lebens haben sich verändert und wir haben unsere Schule verändert - das wollen wir nun zeigen“, sagte Schulleiter Hartmut Boß.

von Nadine Kalbfleisch

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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