Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Nur ein paar Flaschen Fanta blieben übrig

Dorffest wird zu riesigem Erfolg Nur ein paar Flaschen Fanta blieben übrig

Die Betziesdorfer erprobten am Samstag - auf Neudeutsch ausgedrückt - ein „neues Fest-Format“. Und die landeten damit einen überwältigenden Erfolg.

Voriger Artikel
Name weicht, Vorschulkonzept bleibt
Nächster Artikel
Thomas Ivo ist zum zweiten Mal König

Mit Kind und Kegel machten sich die Familien Feußner und Kißling auf den Weg zur Betziesdorfer Ortsrallye, die das fulminante Dorffest eröffnete. Foto: Matthias Mayer

Betziesdorf. „Die Kirmes gibt‘s nicht mehr und andere Feste haben sich inzwischen totgelaufen“, schildert Ortsvorsteher Gunther Decker die Situation vor dem Dorffest, das sechs Betziesdorfer Vereine gemeinsam vorbereitet haben.

Die traditionelle Zelt-Kirmes ist inzwischen aus den meisten Dörfern verschwunden, weil Arbeitsaufwand und finanzielles Risiko in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag stehen. Die Betziedorfer machten aus der Not eine Tugend, indem sie die Zeltkirmes ins Bürgerhaus holten. Dort bauten sie mehrere Groß-Zelte auf, die dem großen und hohem Saal die Wucht nahmen. Lichterketten und eine liebevolle Tischdekoration sorgten zusätzlich für eine heimelige Atmosphäre.

Blieb nur die spannende Frage, ob die Vereine die Plätze auch zu Kaffee und Kuchen sowie zum Weindorf und Bergarten am Abend auch würden füllen können. 25 drei- bis fünfköpfige Teams hatten sich zu der Ortsrallye angemeldet, die die Vereine für den Auftakt vorbereitet haben. „Wenn die Teilnehmer alle bleiben haben wir 100 Leute im Saal. Damit können wir zufrieden sein“, rechnete Gunther Decker hoch.

Was dann kam, übertraf alle Erwartungen bei weitem und drohte, die Veranstalter zu überrollen. Bis zu 300 Gäste drängten sich in dem Saal. „Es war sensationell, wir mussten frühzeitig zusätzliche Getränke ordern“, berichtete Stefanie Welk vom Vorbereitungsteam über den Ansturm und die überragende Stimmung im Saal.

Die erreichte just gegen 22 Uhr ihren Siedepunkt, als das Fest eigentlich hätten enden sollen. Doch die von der Stimmung getragene Emsdorfer Blaskapelle machte gern Überstunden, und so tanzten Groß und Klein bis tief in die Nacht. Am Ende war Betziesdorfer restlos ausverkauft: Kuchen, Bratwurst, Getränke: (Fast) alles weg. Als um 1 Uhr die Letzten gingen, wären allenfalls noch ein paar Flaschen Fanta zu offerieren gewesen.

Für Stefanie Welk sind die Ortsrallye und das Zusammenwirken der sechs Vereine entscheidend für den herausragenden Erfolg. „Als die Teams zum Bürgerhaus zurückkamen, sah ich nur in lachende Gesichter; alle haben unterwegs viel Spaß gehabt“, erzählt sie und sieht zugleich die Grundidee hinter der Rallye durch die Rückmeldungen bestätigt. „Die Rallye sollte eine Chancen für die Vereine sein, sich denjenigen Betziesdorfern vorzustellen, die in das Vereins- und Dorfleben noch nicht so eingebunden sind“, erklärt sie. Die sechs Vereine betreuten jeweils eine Rallyestation, wo unterschiedlichste Aufgaben auf die Teilnehmer warteten. Unterwegs galt es, Fragen zu beantworten. Das Beste: Am Ende gab es nur Sieger; alle Teams erhielten Urkunden und Medaillen.

Angesichts der engen Beziehungen fast überflüssig zu erwähnen, dass eine Delegation aus der PartnergemeindePlomelin zum Dorffest erschien.Erst am Wochenende zuvor waren die Betziesdorfer nach Frankreich gefahren, um am Plomeliner Oktoberfest teilzunehmen.

von Matthias Mayer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr