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Nur ein Gerücht

Nordschule Nur ein Gerücht

Gerüchte beschäftigen gar nicht so selten die Politik. Politiker können dem Wahrheitsgehalt von ­Gerüchten auf den Grund gehen, über Gerüchte ­diskutieren oder sie einfach ignorieren.

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Die Nordschule ist in ihrem Bestand trotz anderslautender Gerüchte nicht gefährdet. Ab dem Schuljahr 2019 werden nach Auskunft des Landkreises an der Grundschule die Schülerzahlen wieder steigen. Foto: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Die Stadtallendorfer Stadtverordnetenversammlung entschied sich für die zweite Variante. Schließlich ging es um ein Gerücht, das sich insbesondere im alten Dorf hartnäckig hält: Die Nordschule gibt es in zwei Jahren nicht mehr, der Landkreis wird den Schulstandort wegen rückläufiger Schülerzahlen schließen.

Die CDU-Fraktion nahm dieses Gerücht zum Anlass für einen Antrag. In diesem wird der Magistrat beauftragt, beim Schulträger Landkreis Marburg-Biedenkopf im Vorfeld der Erstellung des neuen Schulentwicklungsplans darauf hinzuwirken, dass alle bisherigen Stadtallendorfer Grundschulen erhalten bleiben.

Klaus Ryborsch begründete für die CDU-Fraktion den Antrag mit den Gerüchten um das nahende Aus für die Nordschule. Eine flächendeckende Grundschulversorgung sei wichtig, der Grundsatz, kurze Beine, kurze Wege, müsse weiter für die Grundschüler gelten. Die Nordschule habe eine besondere Geschichte, es gebe viele emotionale Bindungen an die Schule, sagte Klaus Ryborsch. Außerdem liege ein großes Neubaugebiet im Einzugsbereich der Schule.

Eine Aufgabe des Standorts bedeute für die jungen Schüler, auf dem Schulweg viele Straße zu überqueren. Ein gemeinsames Bekenntnis aller Stadtverordneten für den Erhalt der Nordschule und aller Stadtallendorfer Schulstandorte wäre hilfreich, warb Ryborsch für den Antrag und forderte den Landkreis auf, sich in dieser Sache zu äußern.

Das hat der Landkreis auf Anfrage dieser Zeitung auch umgehend getan. Die Zusammenfassung der umfassenden Antworten: Das Gerücht bleibt nur ein Gerücht und der Grundschulstandort Nordschule erhalten.

Stephan Schienbein von der Pressestelle des Landkreises schrieb dazu: „Wie in der vierten Statistischen Fortschreibung des Schulentwicklungsplans dargestellt, weist die Grundschule I Stadtallendorf aktuell eine leicht rückläufige Schülerzahlenentwicklung auf, von der allerdings die Klassenbildungen am Standort Nordschule nicht betroffen sind. Dort werden aktuell, wie in den Vorjahren auch, vier Klassen beschult. Es ist davon auszugehen, dass die Geburtenzahlen im bestehenden Einzugsbereich des Standortes Nordschule auch in Zukunft die Bildung von vier Klassen zulassen werden; eine Gefährdung des Schulstandortes aufgrund der Schülerzahlenentwicklung besteht somit eindeutig nicht“, stellte der Pressesprecher klar.

Ab 2019 mehr Schüleran der Nordschule

Und er ergänzt: „Darüber hinaus würde eine Aufgabe des Schulbetriebes am Standort Nordschule umfangreiche bauliche Erweiterungen am Schulstandort Bärenbachschule erforderlich machen, die kurz- und mittelfristig nicht zu realisieren sind.“ Die Mindestschülerzahl für den Bestand einer Klasse gab der Pressesprecher mit 13 an. Werde diese unterschritten, könne der Schulbetrieb an einem Schulstandort nicht mehr aufrechterhalten werden. In Ermangelung gesetzlicher Vorgaben müsse eine Entscheidung über die Aufrechterhaltung eines Schulstandortes daher immer in Abhängigkeit der Zweckmäßigkeit der bestehenden Schulorganisation getroffen werden.

Stephan Schienbein hatte zudem eine weitere vorweihnachtliche frohe Botschaft für die Schulgemeinde: Nach leicht rückläufigen Schülerzahlen ist an der Nordschule ab dem Schuljahr 2019 wieder mit ansteigenden Schülerzahlen zu rechnen.

Diesen Kenntnisstand hatte die Stadtverordnete Carla Mönninger-Botthof, als sie die Zustimmung der SPD-Fraktion zu dem CDU-Antrag ankündigte. Der Bestand der Nordschule sei zuletzt 2013 festgelegt worden. Zuletzt habe es kritische Äußerungen zu Schulstandorten gegeben. Es sollte nichts unversucht bleiben, alle Stadtallendorfer Schulstandorte zu sichern, sagte sie. Die Stadtverordneten stimmten dem Antrag einstimmig zu.

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