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Nur ein Gemeindehaus wird verkauft

Geschichte Nur ein Gemeindehaus wird verkauft

Seit Montagabend,18.24 Uhr, ist das Evangelische Gemeindehaus im Falkenweg Geschichte. Just in dieser Minute schloss Pfarrer Dr. Georg Kuhaupt das Haus zum letzten Mal ab.

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Pfarrer Dr. Georg Kuhaupt zückt den Schlüssel, um zum letzten Mal das gewesene Gemeindehaus Falkenweg abzuschließen.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Beim letzten Besuch der OP ist das Haus bis auf die Einbauküche leergeräumt und „besenrein“. Die jüngste Immobilie der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchhain wird an ein Gemeindemitglied verkauft. Das Haus, in dem unter anderem der Kirchhainer Arbeitskreis Flüchtlingshilfe gegründet wurde, beherbergt künftig eine physiotherapeutische Praxis.

Seine Hoffnung in die Zukunft sei größer als sein Abschiedsschmerz, bekannte der Pfarrer. Diese Gemütslage wird sicherlich auch durch die Tatsache befördert, dass die Kirchengemeinde allein das Gemeindehaus im Falkenweg verliert. Ursprünglich sollte auch das stattliche Gemeindehaus am Steinweg verkauft werden.

Das große Haus erwies sich jedoch nicht zuletzt wegen der räumlichen Verzahnung mit dem angebauten Kindergarten als unverkäuflich.Das Haus bleibt nun definitiv im Kircheneigentum, sagte der Pfarrer. Und es wird wieder voll genutzt. In den oberen Geschossen hat die Arbeiterwohlfahrt mit Unterstützung des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe und der Stadt Kirchhain drei Wohnungen für Flüchtlingsfamilien bezugsfertig hergerichtet, wie diese Zeitung berichtete.

Neue Pfarrer-Stelleab September

Auch für das Erdgeschoss mit dem großen Saal besteht jetzt ein handfestes Nutzungskonzept. Ab September gibt es für die Flüchtlingsseelsorge im Kirchenkreis Kirchhain eine halbe Pfarrer-Stelle. Und diese wird räumlich im Erdgeschoss des Gemeindehauses am Steinweg angesiedelt.

Dort passt sie auch sehr gut hin, denn in der Stadt wird eine herausragende Flüchtlingsarbeit betrieben. „Dekan Hermann Köhler hat sehr für diese Stelle gekämpft“, berichtete Georg Kuhaupt. Für die neue Stelle gebe es noch keine Dienstanweisung, aber grundsätzlich solle die seelsorgerische Arbeit konfessionsunabhängig alle Flüchtlinge im Kirchenkreis erreichen - nicht nur die Christen, die zumeist aus Syrien und Eritrea stammen.

Zusätzlich beherbergen die Räume künftig auch die Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises Kirchhain. Damit kehrt ein kleines Stück Dekanat nach Kirchhain zurück. Bei der Fusion mit dem nördlichen Teil des Kirchenkreises Marburger Land hatte der Kirchenkreis Kirchhain dem neuen Gebilde zwar den Namen gegeben, dafür aber die komplette Kirchenkreis-Verwaltung verloren. Die befindet sich im Dekanat Cölbe.

Die neue Entwicklung am Steinweg sieht Georg Kuhaupt nicht nur aus finanziellen Gründen positiv - die Mieteinnahmen decken die Unterhaltungskosten - sondern auch als perspektivischen Pluspunkt für die Arbeit im Kirchenkreis an. Für diesen wird das Gemeindehaus im Falkenweg keinen Beitrag mehr leisten.

Besonderer Platz unter den Gemeindehäusern

Georg Kuhaupt weist dem Haus einen besonderen Platz unter den Gemeindehäusern zu, die sich häufig auf einen großen Saal mit wenigen Nebenräumen beschränkten. Der Falkenweg biete mehrere kleinere Räume und sei deshalb ideal für die Gruppenarbeit gewesen. Das Gemeindeleben in Kirchhain konzentriert sich jetzt ganz auf zwei Standorte: Das große Gemeindehaus an der Martin-Luther-Kirche und die alte Rektoratsschule.

Alle Gruppen vom Falkenweg seien dort inzwischen untergekommen. „So erreichen wir auch eine bessere Auslastung in unseren beiden Zentren“, beschreibt der Pfarrer einen Nebeneffekt. Georg Kuhaupt stellt klar, dass die Aufgabe des Falkenwegs nicht durch einen wie auch immer gearteten Zwang der Landeskirche zustande kam.

Der Kirchenvorstand hat auf Grundlage des von der Landeskirche und dem Kirchenkreis verantworteten Gebäudebedarfsplans entschieden, dass das Gebäude im Falkenweg für die Kirchengemeinde am ehesten verzichtbar sei. Eine Folge dieser Entscheidung: Das Kirchhainer Wahllokal Gemeindehaus Falkenweg gibt es nicht mehr. Der Ersatz für den Stimmbezirk ist im nahegelegenen Kindergarten bereits gefunden.

von Matthias Mayer

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