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Nur der Handwerkermarkt war ein Flop

Zwischenbilanz Nur der Handwerkermarkt war ein Flop

Fast 2000 Besucher kamen in diesem Jahr zum Kulturspektakel - dessen Hauptteil zwar schon vorbei ist, doch zwei Höhepunkte halten die Amöneburger noch bereit.

Amöneburg. „Sound, Light and Drums - dieser Abend war für uns der Höhepunkt der bisherigen fünf Veranstaltungstage“, sagt Michael Richter-Plettenberg, Bürgermeister und Vorsitzender des Vereins Kulturspektakel in Personalunion. Mit rund 350 Zuschauern sei es in der Schlossruine „richtig voll“ gewesen, hinzu seien eine schöne Atmosphäre und ein dankbares Publikum gekommen, betont er. Die Kooperation mit den Vereinen habe beim Aufstellen und Abräumen der Teelichter, aus denen sie verschiedene Motive formten, hervorragend funktioniert. Des Weiteren habe es tolle Auftritte des Projektchores der „Tafelrunde“ und von Werner Eismann und Michael Walter an ihrem überdimensionalen Trommelbaum gegeben.

„Ihr Auftritt war spektakulär“, lobt Richter-Plettenberg den „spektakulären, irren“ Auftritt der beiden Softeis-Mitglieder: „Der Aufbau der Gerüste samt Trommeln dauerte einen ganzen Tag - und das für 15 Minuten Performance. Da hat viel mehr Arbeit drin gesteckt, als erkennbar war.“

War dieser Abend perfekt, so litt der Kunsthandwerkermarkt unter schlechtem Wetter: „Wir hatten zwar weniger Anmeldungen als in den Vorjahren, aber es wäre ein attraktives Angebot gewesen - wenn uns der Regen nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte“, betont der Vorsitzende und deutet an, dass im kommenden Jahr der Markt aus dem Programm fliegen könnte - schließlich hat der Verein den Anspruch, stets Neues zu bieten.

Doch auch diesem Veranstaltungstag wusste Richter-Plettenberg noch Positives abzugewinnen: Immerhin sei das Programm für Kinder auf gute Resonanz gestoßen: „Die wollten gar nicht nach Hause gehen.“

So ging es auch rund 600 Kindern, die in den Genuss des Spektakel-Auftaktes mit „Hakuna Matata“ kamen - wobei sich die Tennishalle als geeigneter Ort für größere Veranstaltungen entpuppte. Als gut besucht und sehr festlich bezeichnete Richter-Plettenberg derweil den Gottesdienst zum Bonifatius-Fest - allerdings hätte er sich eine „offenere Veranstaltung“ gewünscht: „Natürlich ist Bonifatius der Hauptheilige des Pastoralverbundes - aber auch Protestanten in der Region können etwas mit ihm anfangen.“ Immerhin sei Bonifatius dank der neuen Statue auf dem Berg sichtbar: „Das war überfällig“, sagt er und wird kurz vom Vereinsvorsitzenden zum Bürgermeister: „Wir sollten Bonifatius als Thema stärker in den touristischen Fokus rücken.“

Doch zurück zum Kulturspektakel: Den Abend mit der Marburger Lyrikkompanie besuchten nur 60 Zuschauer: „Der Titel ,Vom Vom zum Zum‘ war offensichtlich zu kompliziert. Da fehlte den Leuten wohl der Zugang“, kommentiert Richter-Plettenberg und ergänzt: „Aber wir haben natürlich auch den Anspruch, wirkliche Kultur zu bieten.“

Als letztes widmet er sich dem Rockkonzert: „Die Schülerband aus Wetter war großartig“, hebt er hervor. Im kommenden Jahr könnte es sein, dass statt Softeis eine überregional bekannte Band auftritt, kündigt er Abwechslung an. Wahrscheinlich solle es dann auch wieder eine Veranstaltung mit Blasmusik geben - als Zeitraum hat der Verein den 4. bis 8. Juni im Blick: „Aber das ist noch nicht sicher.“

Sicher ist indes, dass im August zwei Veranstaltungen stattfinden, die ebenfalls noch zum diesjährigen Kulturspektakel gehören: Am Samstag, 3. August, findet um 19 Uhr eine Lesung in der Wenigenburg statt. An diesem fast vergessenen, geschichtsträchtigen Ort will Gerd Kanke in Erzählungen, Sagen und Anekdoten die Vergangenheit Amöneburgs und seiner umliegenden Dörfer lebendig werden lassen. Treffpunkt ist um 19 Uhr auf dem Marktplatz, um gemeinsam zur Ruine zu gehen und den ersten Geschichten zu lauschen.

Am Samstag, 17. August, findet dann auf dem Marktplatz die Nacht der Keller statt. Sieben Keller werden geöffnet und es stehen Kunst, Märchen, Tanz, Musik und ein Schwarzlicht-Theater auf dem Programm. „Das war so eine Idee, weil man normal nicht in die Keller hineinkommt. So kann man Amöneburg aus einer neuen Perspektive betrachten“, freut sich Richter-Plettenberg. Das Hotel-Restaurant Weber und das Café Kliem bieten zudem eine lange Tafel zum festlichen Speisen an - wie anlässlich von 250 Jahre Friedensschluss an der Brücker Mühle. Der Dombäcker lädt zur Weinprobe.

von Florian Lerchbacher

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