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Nur beim Blick zurück kommt es zum Streit

Bürgermeisterwahl Nur beim Blick zurück kommt es zum Streit

Die Schaffung von zwei neuen Stellen in der Kirchhainer Stadtverwaltung war während des OP-Wahlforums der größte Streitpunkt der beiden Kandidaten für die Bürgermeisterwahl.

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Mit einem Schluck Wasser stärkten sich Olaf Hausmann (links) und Dietmar Menz für das OP-Wahlforum.

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Olaf Hausmann (SPD) will in der Stadtverwaltung Stellen für einen hauptamtlichen Demographie- und Seniorenbeauftragten und einen Wirtschaftsförderer schaffen. Dietmar Menz (gemeinsamer Kandidat von CDU, Grünen und FDP) hält das nicht für notwendig. Er griff diesen Punkt während des OP-Wahlforums dann auch auf und wollte von seinem Konkurrenten im Kampf um das Amt des Bürgermeisters wissen, wie sich dieser die angedachten Umstrukturierungen in der Stadtverwaltung vorstelle.

„Es wäre vermessen, ein halbes Jahr vor Amtsantritt zu sagen, wo sich etwas umgruppieren lässt“, entgegnete Hausmann. Um eine seriöse Antwort geben zu können, müsse er einen genauen Einblick in die Abläufe der Verwaltung bekommen. „Wenn nötig“ sei auch denkbar, für den Wirtschaftsförderer eine neue Stelle zu schaffen. Es sei schließlich dringend notwendig, dass die Stadt mehr Geld über die Gewerbesteuer einnimmt - ein Punkt, bei dem sich die Kandidaten wiederum einig waren.

Das gilt auch für die Frage, wie Kirchhain als Wohnstadt im Wettstreit um junge Familien konkurrenzfähig bleiben will. „Bezahlbaren Wohnraum schaffen“, lautete die einhellige Antwort. Hausmann hegt die Hoffnung, dies im alten Amtsgericht umsetzen zu können. Dies sei ein Privathaus, daher halte er dies nicht für möglich, konterte Menz.

Menz wirbt mit Bewährtem, Hausmann mit neuen Wegen

Beim Thema „neue Baugebiete“ sagte er: „Wir arbeiten daran“, verwies aber gleichzeitig darauf, dass Genehmigungsbehörden künftig verstärkt auf das Schließen von Baulücken achten wollten: „Wir werden in Zukunft mehr Innen- als Außenentwicklung bekommen.“ Hausmann gab an, es sei notwendig, das Gespräch mit der Denkmalpflege zu suchen, Bauruinen zu prüfen und sich gegebenenfalls um einen Abriss zu bemühen.

Beide Kandidaten sprachen sich für den Erhalt des Kirchhainer Freibades aus. Die Sanierung werde Millionen kosten, erklärte Hausmann und brachte Stiftungsgelder des verstorbenen Dr. Bernhard Prediger für die Umsetzung ins Spiel: „Das wird ein schrittweiser Prozess.“ Menz indes hält die Renovierung nur für umsetzbar, wenn die Stadt Kirchhain Fördergelder bekomme. Ansonsten müsse sie weiter auf die - bisher erfolgreiche - Flickschusterei setzen.

Einig sind sich Hausmann und Menz auch, dass Kirchhain mehr als die derzeit in der Stadt lebenden 200 Flüchtlinge aufnehmen könne. Kurzen Zoff gab es dabei über eine Abstimmung in der letzten Stadtverordnetenversammlung dieser Wahlperiode. Dann jedoch besannen sich die Kandidaten auf den Blick nach vorne: Sie sprachen den Ehrenamtlerm großes Lob für ihren Einsatz aus mit der Bitte, diesen weiter zu zeigen. Menz kündigte an, das Ehrenamt mehr unterstützen zu wollen: „Aber es muss auch mehr von Land und Bund kommen.“ Dem schloss sich Hausmann an, der gleich noch die Chance nutzte und die Bürger Kirchhains dazu aufrief, sich noch mehr in der Flüchtlingshilfe einzubringen.

Hausmann und Menz glauben außerdem beide, dass sich an der Verkehrssituation in der Brießelstraße und an der Fußgängerführung am Busbahnhof etwas ändern muss. Diese zentralen Orte der Stadt hatten Gäste des Wahlforums kritisiert, als sie Fragen an die Kandidaten stellen durften.

Von dieser Möglichkeit machte auch Ingrid Dönges Gebrauch: Die Küsterin der Stadtkirche monierte, dass seit zwei Jahren eine Treppe auf den Kirchhof mangels Verkehrssicherheit gesperrt sei. Die Stadt habe die Sanierung aufgrund ihrer Geldsorgen aufschieben müssen, betonte Menz, der in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde eine Lösung finden möchte. „Ich würde mich gerne dafür einsetzen, diese zentrale Stelle zu reparieren“, sagte Hausmann - der zwar verstärkt Bürger zu Projekten und Problemen hören möchte, diesen Ansatz aber beim Thema Kirchtreppe nicht ins Spiel brachte.

Am Sonntag, 6. März, müssen sich die Kirchhainer für einen der beiden Kandidaten entscheiden. Er sei der richtige Mann, weil er eine Koalition hinter sich habe, die gut funktioniert und „Tolles geleistet“ habe, sagte Menz. Hausmann warb für sich als Kandidat für alle Kirchhainer, der neue Ideen und Konzepte habe und neue Wege gehen wolle.

von Florian Lerchbacher

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