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Zelthalle für Flüchtlinge wird abgebaut

Nun weicht sie doch noch vorzeitig

Das Kapitel der Notunterbringung von Flüchtlingen in Kirchhain neigt sich dem Ende zu. Am Dienstagnachmittag wurde mit dem Abbau der großen Zelthalle auf dem Festplatz in Kirchhain begonnen.
Am Dienstagabend war die Einrichtung zum großen Teil aus der Zelthalle bereits verschwunden. Im Hintergrund sind die Sanitär-Container mit Duschen und Toiletten für bis zu 240 Flüchtlinge zu sehen. Foto: Matthias Mayer

Am Dienstagabend war die Einrichtung zum großen Teil aus der Zelthalle bereits verschwunden. Im Hintergrund sind die Sanitär-Container mit Duschen und Toiletten für bis zu 240 Flüchtlinge zu sehen. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Für die Kirchhainer Bürger, die Patienten des Ärztehauses, die Einpendler und die Kirchhainer Geschäftsleute ist das eine gute Nachricht, denn die Halle und die Freifläche nahmen auf dem größten Parkplatz der Stadt, der zudem gebührenfrei ist, gut 60 Stellplätze in Anspruch.

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) zeigte sich gestern im Gespräch mit der OP erfreut über die Entwicklung. Ihm seien vom Land mehrmals Termine für den Abbau der Leichtbauhalle genannt worden - zuletzt ein Termin für Ende August. „Es ist schön, dass es nun einen Monat früher passiert“, sagte der Bürgermeister. Einen großen Vorteil für den Einzelhandel sehe er darin jetzt während der Sommerferien nicht, da in der Ferienzeit in der Stadt relativ wenig los sei.

Landesregierung strich 23 Standorte

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 hatte der für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Landkreis Marburg-Biedenkopf in Wenkbach, Friedensdorf und Kirchhain Notunterkünfte für Flüchtlinge bauen lassen, die bis Dezember bezugsfertig sein sollten. Diese winterfesten Unterkünfte sollten ankommende Flüchtlinge vor der Obdachlosigkeit bewahren. Geplante Verweildauer in diesen Außenstellen von Erstaufnahme-Einrichtungen: wenige Tage bis wenige Wochen.

Tatsächlich hat nie ein Flüchtling je eine dieser kreiseigenen Notunterkünfte betreten. Der plötzlich abreißende Flüchtlingsstrom in Folge der Blockaden entlang der Balkanroute machte aus Sicht der hessischen Landesregierung 23 Standorte im Land für die Erstunterbringung von Flüchtlingen überflüssig. Am 20. April kündigte die Landesregierung die Aufgabe und die Abwicklung dieser 23 Standorte an - darunter auch die Kreis-Einrichtungen in Wenkbach, Friedensdorf und Kirchhain. 19 Standorte mit zusammen 20000 Plätzen bleiben - darunter auch die Standorte in der ehemaligen Neustädter Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne, in der Stadtallendorfer Hessen-Kaserne und an der Cappeler Umgehungsstraße. Zudem hält das Land 20 Reserve-Standorte mit 15000 Plätzen vor.

Kreis hat kein Interesseam Marktgebäude

Diese Zahlen beziehen sich allein auf die Erstunterbringung. Der Großteil der Flüchtlinge befindet sich in der sogenannten Regelunterbringung. Diesen Status haben allein in Kirchhain 250 Flüchtlinge, die in Wohnungen leben und vom Arbeitskreis Flüchtlingshilfe und von der Stadt in vorbildlicher Weise betreut werden.

Ein Sonderfall bleibt vorerst die vom Landkreis eingerichtete Notunterkunft für 160 Flüchtlinge in einem ehemaligen Marktgebäude im Riedeboden. Wie Ralph-Nicola Pietzonka, Pressesprecher des Hessischen Finanzministeriums, am 20. April gegenüber der OP berichtete, hatte der Landkreis das Angebot der Landesregierung ausgeschlagen, auch diese Immobilie zu übernehmen und sei dort weiterhin Hausherr.

Wie Dr. Markus Morr, Fachdienstleiter Presse- und Kulturarbeit beim Landkreis auf OP-Anfrage schrieb, hat sich an diesem Status nichts geändert. „Die staatliche Landrätin als Untere Katastrophenschutzbehörde ist Mieterin des Gebäudes, das vom Land derzeit als Lager genutzt wird“, heißt es in der Mitteilung. Dabei soll es aber nicht bleiben. Der Landkreis befinde sich im Gespräch mit dem Land Hessen über eine künftige Nutzung des Gebäudes. Der Landkreis selbst habe kein Interesse an der Immobilie, wie Dr. Markus Morr weiter berichtete.

von Matthias Mayer

[Matthias Mayer]

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