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Nun sind die Kunden in der Pflicht

Breitband Nun sind die Kunden in der Pflicht

450 Roßdorfer Haushalte könnten nach der Verlegung von Glasfaserkabel schnelles Internet haben - allerdings müssen die Bürger zunächst aktiv werden und den Auftrag zum Umschalten geben.

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Breitband – liegt jetzt auch in Roßdorf. Die anderen Amöneburger Stadtteile müssen sich noch gedulden.

Quelle: Thorsten Richter

Roßdorf. „Sie müssen jetzt handeln“, lautete die Botschaft von Thomas Peters von der Telekom, der die Roßdorfer während der Bürgerversammlung (die OP berichtete) über das Breitband-Projekt des Landkreises Marburg-Biedenkopf informierte und betonte, dass die Verlegung der Kabel in dem Amöneburger Ortsteil inzwischen abgeschlossen sei. Allerdings zählt Roßdorf aufgrund seiner Vorwahl 06422 in diesem Fall zum Ausbaugebiet Ebsdorfergrund - die Menschen aus der Kernstadt und den Stadtteilen von Amöneburg müssen sich noch etwas gedulden, dann können auch sie schnelles Internet bekommen. Sie gehören einem anderen Ausbaugebiet an.

Für die Roßdorfer gilt es nun, wenn sie schnelles Internet im Haus haben wollen, den Kontakt zur Telekom zu suchen - oder zuzulassen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, sich „umstellen“ zu lassen. Und das unabhängig von bestehenden Verträgen, erklärte Peters und betonte, dass sein Arbeitgeber auch mit anderen Anbietern entsprechende Vereinbarungen habe. „Es kann sein, dass ein autorisierter Händler Sie aufsucht“, teilte er mit. Ansonsten könnten die Bürger via Internet, über die Hotline, im T-Shop oder über Handelspartner weitere Informationen erhalten und den Auftrag erteilen, das schnelle Internet für ihren Haushalt freizuschalten. Im Falle von Roßdorf ist das in Amöneburg ansässige Unternehmen Convergit der Handelspartner.

Drei unterschiedliche Geschwindigkeiten

Bevor das Glasfasernetz nach Roßdorf kam, gab es dort drei unterschiedliche Verbindungsgeschwindigkeiten: 40 Prozent der Haushalte verfügten über 10 bis 16 MBit/s, 55 Prozent über 384 KBit/s, fünf Prozent hatten kein DSL - und damit war Roßdorf im Vergleich zur Kernstadt oder Mardorf noch mit relativ guten Werten gesegnet. Inzwischen sieht es noch besser aus: 100 Prozent der Haushalte haben (bis zur Aktivierung theoretische) Verbindungen bis 16 MBit/s, 99 Prozent 16 bis 25 MBit/s, 96 Prozent gar 25 bis 50 MBit/s. Bis zum Ausbau war Roßdorf über ein aus Heskem kommendes Kupferkabel an die virtuelle Welt angeschlossen. Je länger das Kupferkabel, umso höher die Dämpfung und der Verlust von Geschwindigkeit, erläuterte Peters. Diese Zeiten gehören jedoch der Vergangenheit an: Inzwischen liegt Glasfaserkabel bis zu den Verteilerkästen - die im Fachjargon nun „Multifunktionsgehäuse“ heißen. Die Verbindung von dort bis zum Haus besteht weiterhin aus Kupfer. Über „Vectoring“, also eine, wie sich Peters auszudrücken beliebte, „computergesteuerte Störungskompensation“, wäre es möglich, die Verbindungsverluste zu minimieren, also die Anbindung noch schneller zu machen. Das sei allerdings bisher nicht möglich, da Vectoring nur einsetzbar sei, wenn es nur einen Betreiber gebe. „Aus Kundensicht ist das natürlich Quatsch“, warf Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg ein, als er zahlreiche verwunderte Gesichter im Publikum sah. Das Problem hänge mit EU-Vorgaben zusammen und resultiere daraus, dass die öffentliche Hand beim Ausbau für die Erdarbeiten Geld zugeschossen habe. Ob die Technik früher oder später in Roßdorf zum Einsatz komme, sei nicht abschließend geklärt. Für Amöneburg teilte Peters mit, dass die 550 Haushalte voraussichtlich ab Juli in den Genuss von schnellem Internet kommen können. Die Bürger von Mardorf, Rüdigheim und Erfurtshausen müssen sich noch bis August gedulden.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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