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Nun heißt es wieder: warten

Kirchensanierung Nun heißt es wieder: warten

Die Erneuerung des Schiefers und die Ausbesserungen am Dachstuhl der Mengsberger Kirche dauerten fünf statt drei Monate. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen.

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Das Gerüst an der Mengsberger Kirche wird derzeit abgebaut.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mengsberg. Rund 240.000 Euro kosteten die Arbeiten an der Mengsberger Kirche. „Und das wäre jedes Jahr mehr geworden. Die Sanierung wurde im letzten Moment durchgeführt“, betont Friedhelm Vauth, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes und Sprecher des Förderkreises „Kirche Mengsberg“. Die Stellen, an denen Wasser in den Dachstuhl eindrang und das Gebälk beschädigte, seien schließlich immer größer geworden. Dabei ist nicht zu vergessen, dass der Dringlichkeitsantrag der Mengsberger der Landeskirche Kurhessen-Waldeck immerhin schon zwölf Jahre vorgelegen hatte.

Doch nun erstrahlt das Gotteshaus zumindest in der oberen Hälfte in neuem Glanz. Gerüstbauer, Zimmerleute und Dachdecker hätten hervorragende Arbeit geleistet, kommentiert Vauth und erklärte die zeitlichen Verzögerungen mit organisatorischen Gründen und teilweise schlechtem Wetter.

Alte Dokumente aus zerbrochenen Flaschen

Der Schiefer wurde erneuert und der Dachstuhl saniert - was die Mengsberger übrigens auch für die Nachwelt festhielten und somit einer Tradition folgten: Während der Sanierungsarbeiten entdeckten sie in einer Kugel an der Bekrönung zerbrochene Flaschen mit zwei Dokumenten: Das eine stammt aus dem Jahr 1956, als der Schiefer letztmals erneuert wurde, das andere aus der Zeit des Kirchenbaus (1879 bis 1883). Letzteres liegt nun im kirchlichen Landesarchiv. Es war so zerfleddert und porös, dass die Mengsberger es nur so weit öffneten, bis sie wussten, um was es sich handelt. Danach reichten sie es sofort weiter, damit es angemessen gelagert werden kann. „Wir hätten aber gerne eine Abschrift“, sagt Vauth. Nun befinden sich in der Kuppel auf 34 Metern Höhe übrigens ein Käfer (das Mitteilungsblatt der Kirchengemeinde), eine Tageszeitung (die Oberhessische Presse) und Informationen darüber, welche Handwerker an den Arbeiten beteiligt waren.

Zweiter Bauabschnitt wird teurer

Doch noch sind längst nicht alle Schäden behoben. Der zweite Bauabschnitt wird mit 300.000 Euro sogar noch teurer: Dann steht die Sanierung des Mauerwerks an - Zementmörtel in den Fugen verhindert den Wiederaustritt des Wassers aus dem Sandstein, was besonders im Winter zu Schäden führt. Vauth bezeichnete dies einst als „Pfusch am Bau“ - allerdings lässt es sich nicht nachvollziehen, wann es dazu gekommen war. Die Mengsberger, die aus Kostengründen am liebsten beide Bauabschnitte in einem Aufwasch erledigt hätten, haben natürlich auch schon wieder einen Dringlichkeitsantrag an die Landeskirche geschickt. In der vergangenen Woche war auch schon ein Gebäudemanager des Kreiskirchenamtes in dem Neustädter Stadtteil. „Wenn da nicht bald etwas gemacht wird, dringt noch mehr Wasser ein - und wenn es dann friert, werden die Schäden noch viel schlimmer“, sagt Vauth - der immerhin ein Mann vom Fach ist: Seit 36 Jahren arbeitet er im Bereich der Restauration - auch nach seiner Pensionierung. Entsprechend war er kompetenter - und zudem stark engagierter - Ansprechpartner für die Bauarbeiter. „Er hat viel Zeit und Arbeit investiert“, lobt Förderkreismitglied Mirjam Rudewig.

von Florian Lerchbacher

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