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Wo Not und Kultur zusammenkommen

Notunterkünfte der Stadt Kirchhain Wo Not und Kultur zusammenkommen

Die Unterbringung von Obdachlosen ist ein kommunalpolitisches Randthema, über das nur sehr selten gesprochen wird. Der Stadtverordnete Reinhard Heck (Die Linke) hat es in Kirchhain auf die Tagesordnung gesetzt.

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Wer in Kirchhain seine Wohnung verliert, den bewahren Notunterkünfte in der Papiermühle an der Wohra vor Obdachlosigkeit. Derzeit leben drei Männer in dem Gebäude.

Quelle: Matthias Mayer

Kirchhain. Damit hat der Fraktionsvorsitzende mit seiner Kleinen Anfrage an den Magistrat während der jüngsten Stadtverordnetensitzung das Thema Notunterkünfte in der drittgrößten Stadt des Kreises auch in das Licht der Öffentlichkeit gerückt. Längst nicht allen Kirchhainern dürfte bekannt sein, dass sich die Notwohnungen in der Papiermühle befinden. Die Papiermühle steht für Kunst und Kultur, für kulturelle Veranstaltungen, ist Sitz des Dörflichen Arbeitskreises Kultur und wird von den „Neun Wächtern“ bewacht, wie die von Hans-Heinrich Thielemann, Sabine Lohmann, J. Lauster, W. Westermann und Amanda Hansen geschaffenen Skulpturen am Ufer der Wohra genannt werden, die Bestandteil des Kirchhainer Skulpturenpfads sind.

Die Notwohnungen stehen im krassen Gegensatz zur sonstigen Nutzung des großen Gebäude-Ensembles. Wie Bürgermeister Olaf Hausmann berichtete, stellt die Stadt im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss des Gebäudes jeweils drei Zimmer zur Verfügung. Jeweils zwei Räume in beiden Etagen können je von einer Person bewohnt werden. Die beiden größeren Zimmer könnten sich jeweils zwei Personen teilen, so dass sechs Zimmer für acht Personen in der Papiermühle zur Verfügung stehen, sagte der Bürgermeister.

2016 nahmen das Angebot drei Männer an

Der Schutz vor Obdachlosigkeit werde in der Regel durch Menschen in Anspruch genommen, die durch Zwangsräumung ihre Wohnung verloren haben. 2016 hätten drei Männer die Unterkunft bewohnt. Diese seien auch jetzt noch dort untergebracht, erklärte Olaf Hausmann. Deshalb sei die Anmietung weiterer Wohnungen für Bedürftige derzeit nicht erforderlich, beantwortete der Bürgermeister eine weitere Frage.

Für die Beheizung gibt es in allen Räumen Feststoff-Öfen, für deren Betrieb die Bewohner zuständig sind. Für den Kauf von Heizmaterial erhalten sie Leistungen nach dem Sozial-gesetzbuch, so Olaf Hausmann.

Für die Stadt Kirchhain erwies sich der Unterhalt des Gebäudes fast als Nullsummenspiel. Aufwendungen für das Gebäude inklusive Renovierungsarbeiten in Höhe von 9019,51 Euro standen Mieteinnahmen in Höhe von 8448 Euro vom Sozialamt gegenüber.

von Matthias Mayer

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