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Noch viel mehr als eine Spielscheune

Zukunft Noch viel mehr als eine Spielscheune

Nichts scheint die Mengsberger seit ihren Erfolgen beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" aufhalten zu können. Wenn sie es schaffen, ihren neuesten Plan umzusetzen, können sie mit einer echten Attraktion aufwarten.

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Mengsberg. Seit Jahren gibt es in Mengsberg die Überlegung, eine Spielscheune für Kinder und Jugendliche zu bauen - beziehungsweise ein altes Gebäude dafür umzugestalten. Etwas mehr als einen Monat vor dem Besuch der Jury des Europäischen Dorferneuerungswettbewerbes (4. Juni, 16 bis 20 Uhr) konkretisieren die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins ihre Pläne, denn sie haben eine geeignete Scheune gefunden. Allerdings steht die Frage der Finanzierung noch offen - doch nach der erfolgreichen Umsetzung zahlreicher Projekte dominiert die Zuversicht, und selbst Beträge irgendwo im sechsstelligen Bereich bringen Vereinsvorsitzenden Helmut Zieße und seinen Stellvertreter Burkhard Stern nicht aus der Ruhe. Auf der einen Seite müssten sie Fördermittel einwerben und auf der anderen Seite einen Investor finden. „Das Projekt wäre aber auch ein Garant für die Zukunftsfähigkeit des Dorfes und eine Attraktion, die Gäste aus Frankfurt und Kassel - wenn nicht gar von weiter her - anlocken würde“, erklärt Stern die Zuversicht.

Wenige hundert Meter vom Ortskern entfernt liegt die Eisermühle der Familie Kubitschko, die einen Großteil ihrer angrenzenden riesigen Scheune für das Projekt zur Verfügung stellen würde. Die Fußböden seien massiv und „die Substanz ist gut“, betont der zweite Vorsitzende. Entsprechend wären Renovierung und Umbau stemmbar. Die Vereinsmitglieder haben angedacht, rund um den Heuboden Klettergerüste, Netze, Rutschen und weitere Attraktionen für Kinder und Jugendliche aufzubauen. „Durch die verschiedenen Zwischenböden gibt es tolle Möglichkeiten“, sagt Stern. Eine dieser Zwischenebenen könne Gastronomie oder schlicht ein Jugendcafé beherbergen, das gleichzeitig auch als Seminarraum für Umweltbildung nutzbar wäre - für das Einwerben von Fördermitteln müssen Konzepte schließlich auch nachhaltig sein. Noch dazu hätten Eltern die Möglichkeit, von dem Café aus die Kinder beim Spielen, Klettern und Toben zu beobachten.

Aber auch die momentanen Stallungen im Erdgeschoss hält der Verein für geeignet, um darin eine Art Café oder gar Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen - wenn nicht gar eine Alternative für die Ausrichtung von Veranstaltungen, die bisher im evangelischen Gemeindezentrum stattfinden. Auch die Stellplätze für Wohnmobile wären in der Natur doch viel schöner aufgehoben als am Hallenbad, sagt Zieße.

Es gebe Bustouren, die in die acht Golddörfer des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ führten, berichtet Ortsvorsteher Karlheinz Kurz und ergänzt: „Speziell nach Mengsberg.“ Entsprechend sei der Ort ein Anziehungspunkt, der eine zusätzliche und noch dazu ganz besondere Attraktion sehr gut vertragen könne. „Wir sind ein wunderbares Ziel für Ausflüge“, meint Stern und hebt hervor, dass Deutschland-Radweg sowie Wartburg-, Elisabeth- und Hugenotten- und Waldenserpfad durch Mengsberg führten.

Die Spielscheune wäre indes nur der größte Baustein eines größeren Konzeptes: Hinter der Scheune stünden laut Verein noch viele Quadratmeter Freifläche zur Verfügung, die zum Spielen, aber auch für Umweltbildung geeignet wären. Und so denkt Stern bereits darüber nach, einen Naturerlebnis-Teich anzulegen, um Kindern die Erforschung des Elementes Wasser zu ermöglichen. Einen Einblick durch ein Fenster in den vorbeifließenden Bach zu geben, sei ebenfalls denkbar, fügt Zieße hinzu. Beispiele dafür gebe es in Europa bereits.

Doch damit nicht genug: Mit der Unteren Naturschutzbehörde hätten sie bereits intensiv darüber nachgedacht, ein Feuchtbiotop anzulegen. Noch dazu seien Ställe für Ziegen, Schafe und Ponys denkbar.

Die Pläne sind also beeindruckend. Die Finanzierung steht allerdings noch in den Sternen: Zuschüsse seien unverzichtbar, gibt Stern zu, während Zieße betont: „Wir hoffen auf einen Sponsor. Ohne Investor können wir das Projekt wohl nicht stemmen.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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