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Noch fehlen einige Zustimmungen

Investitionen Noch fehlen einige Zustimmungen

Die Planung für die Sanierung und den Ausbau des Rüdigheimer "Treffpunktes" schreiten voran - ob das Projekt auch zur Umsetzung kommt, hängt noch von verschiedenen Punkten ab.

Rüdigheim. „Der Stadtteil Rüdigheim braucht für seine Zukunftsfähigkeit einen vernünftigen Gemeinschaftsraum“, sagt Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg und gibt so die Erklärung, warum er sich in besonderem Maße hinter das Projekt „Treffpunkt“ klemmt.

Ein Konzept für die Sanierung und den Ausbau des Gebäudes liegt bereits vor. Der Amöneburger Architekt Roland Ott hat einen Anbau entworfen, der einen Vorraum, Behinderten-Toiletten, die Treppe und einen Fahrstuhl beherbergen soll. So könnte das bisherige Treppenhaus aus dem Saal im Obergeschoss verschwinden, und der Gemeinschaftsraum würde um zwölf Quadratmeter vergrößert. Vorgesehen ist, die Teeküche zu vergrößern und ein Stuhllager einzurichten - so dass die Stühle nicht mehr im Saal gelagert werden müssten.

Auch auf das Erdgeschoss und somit das, so Richter-Plettenberg, „beengteste Feuerwehrhaus der Stadt“, hätten die Planungen Einfluss. „Wir könnten einen Umkleideraum für Frauen einrichten, denn die Rüdigheimer Feuerwehr hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil an weiblichen Einsatzkräften“, erklärt der Bürgermeister und betont: „Noch zu klären ist die Frage der Zufahrt für das Feuerwehrauto. Die Wehr bekommt bald ein neues Fahrzeug - das muss dann auch hineinpassen.“

Barrierefreiheit und mehr Platz sind die großen Ziele. Noch steht allerdings die Zustimmung verschiedener Beteiligter aus: Er habe einen „Letter of intent“ verfasst, berichtet Richter-Plettenberg - also eine Art Absichtsbekundung, die drei zentrale Punkte beinhaltet: Die Rüdigheimer müssen etwa 15 Prozent der Arbeiten in Eigenleistung erledigen, der Ortsbeirat muss einen Finanzierungsvorschlag vorlegen, und nach der Realisierung muss sich ein Trägerverein für das Bürgerhaus wie in Erfurtshausen gründen.

Der Ortsbeirat habe dem „Letter“ bereits zugestimmt, freut sich der Bürgermeister - von Kirchengemeinde, Feuerwehr und dem Bistum Fulda stehe eine Stellungnahme noch aus. Allerdings habe die Kirchengemeinde dem Vorschlag des Ortsbeirats zugestimmt, die Trägerschaft zu übernehmen: „Wenn wir zeitgleich die Verwaltung des Jugendheims übernehmen. Dazu sind wir unter der Auflage bereit, dass erwachsene Rüdigheimer die Jugendpflege unterstützen.“

Ortsbeirat will Spielplatz zum Bauplatz machen

In Sachen Finanzierung lautet der Vorschlag des Ortsbeirates, die Stadt solle den Spielplatz „Auf dem Knorren“ aufgeben, als Bauplatz ausweisen und das rund 1100 Quadratmeter große Gelände verkaufen: Der Spielplatz am Warthügel sei mit Seilbahn, Klettergerüst und vielem mehr schließlich hervorragend ausgestattet und für Rüdigheim völlig ausreichend.

„Erst wenn alle Seiten dem Letter zugestimmt haben, erstelle ich eine Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung“, sagt Richter-Plettenberg. So würde er die Stadtverordneten zu einer „klaren politischen Willensäußerung“ zwingen, da sie sich weit vor den Haushaltsberatungen zu einem für 2014 geplanten Projekt äußern müssten. „Die Rüdigheimer haben jedenfalls das Gefühl, nicht im Mittelpunkt zu stehen, sehen bei den Investitionen Nachholbedarf und haben Misstrauen, dass das Projekt überhaupt umgesetzt wird - so lange, wie es sich jetzt schon hinzieht“, betont Richter-Plettenberg.

Er jedenfalls glaubt, der Ort hätte die Investition in Höhe von rund 250000 Euro (abzüglich Eigenleistung und dem Erlös eines möglich Bauplatzverkaufes) verdient. „Das Engagement steigt“, hebt er hervor und untermalt die Aussage mit dem neuen, von Rüdigheimern organisierten Frühstückstreff für Senioren.

von Florian Lerchbacher

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