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Noch eine kleine Chance für den "Marli-Teich"

Erneute Prüfung Noch eine kleine Chance für den "Marli-Teich"

Möglicherweise hat der zunehmende Protest gegen die eigentlich beschlossene Zuschüttung des „Marli-Teiches“ im Iglauer Weg in Stadtallendorf Erfolg. Das zeigte sich bei Beratungen im Bauausschuss.

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Bewohner der im Hintergrund zu sehenden Wohnanlage der Awo hatten sich geschlossen für den Erhalt des Marli-Teiches am Iglauer Weg ausgesprochen.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Eigentlich schien alles so weit geklärt. Nach langer und teilweise sehr emotional geführten Debatten hatte das Stadtparlament im Sommer entschieden, den Teich im Iglauer Weg zuzuschütten und dort einen kleinen Park mit einer Rasenmulde zu schaffen. CDU und SPD setzten mit ihrer breiten Mehrheit diese Entscheidung durch. Die drei anderen Fraktionen hatten für einen Erhalt des Teiches gekämpft.

Doch es mehrte sich der Protest gegen die Aufgabe des historischen „Marli-Teiches“. Zuletzt hatten sich bei einem „Ortstermin“ am vergangenen Wochenende zeitweise  bis zu 50 Bürger am Teich eingefunden. Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Bürgerunion Stadtallendorf (BUS) und FDP fordern in einem gemeinsamen Antrag, die Entscheidung zurückzunehmen - und argumentieren mit Bürgerwille und Haushaltssituation. Aus ihrer Sicht reicht eine reine Sanierung. Das soll aber erst noch einmal genauer untersucht werden, zumal die Variante „Erhalten und Sanieren“ in der finalen Entscheidungsrunde des Parlaments im Sommer nicht mehr zur Debatte stand.

Am Donnerstagabend gab es eine erste Beratung im Bauausschuss. Und dabei geschah etwas, womit zunächst keiner gerechnet hatte. Die CDU-Fraktion ist bereit, sich zu bewegen und auf die Teichbefürworter zuzugehen. „Wir haben uns in einer Fraktionssitzung neu auf das Thema eingelassen“, sagte Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Lang. Die CDU wäre bereit, das Vorhaben zunächst auszusetzen und neu zu prüfen, insbesondere die Möglichkeit, die teils marode Teichanlage lediglich zu sanieren. Der emotionale Druck müsse herausgenommen werden. Jochen Metz (CDU) erklärte im Verlauf der kurzen Debatte, dass ihn vor allem das Schreiben und die Unterschriftenaktion der Bewohner der neuen Wohnanlage der Awo beeindruckt habe.

Bernt Klapper (B90/Die Grünen) hatte den Antrag der drei Fraktionen eingangs kurz begründet und dabei auch auf die jüngsten Proteste von Anwohnern hingewiesen.

Weitere Unterschriften für den Teicherhalt übergeben

Er überreichte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) weitere Unterschriften, die spontan beim Ortstermin vor einer Woche zusammengekommen waren. Von Klapper kam auch der Hinweis auf die historische Bedeutung der Anlage, einst Löschteich des Sprengstoffwerkes der DAG und Teil des Ensembles Spaltanlage. Unter Denkmalschutz steht das Gelände nach Auskunft aus der Stadtverwaltung aber nicht. Werner Hesse, Fraktionsvorsitzender der SPD, äußerte Zweifel, ob eine neue Prüfung überhaupt nötig ist, da auch Kosten einer Sanierung bereits ermittelt worden seien. Sie läge nach früheren Berechnungen bei 358000 Euro. Wobei die drei Fraktionen in ihrem Antrag lediglich von einer Herstellung der Verkehrssicherheit der Anlage sprechen. Winand Koch (FDP) hält den CDU-Vorschlag „für diskutabel“, bezog aber auch grundlegend Position. „Wer will denn überhaupt eine Umgestaltung? Die Bürger, die sich äußern, nicht“, stellte er fest. Bei einer reinen Sanierung müsste die Stadt auf einen Zuschuss von 125000 Euro aus dem Programm „Soziale Stadt“ verzichten. Das Geld wäre nicht verloren, es wäre für andere Projekte verwendbar.

Allerdings ist das Projekt weitergediehen als bisher bekannt. Die Stadt hat beim Kreisbauamt Ende November einen Bauantrag eingereicht, wie Somogyi dem Ausschuss mitteilte. Sollte es eine Neuorientierung der Parlamentsmehrheit geben, so wären wahrscheinlich auch Teile der bisherigen Planungsgelder verloren. Die Entscheidung fällt in der Sitzung des Stadtparlaments, das am 15. Dezember, ausnahmsweise erst ab 20 Uhr, im Sitzungssaal tagen wird.

von Michael Rinde

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