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Niemand will den Junker Hans mimen

Suche Niemand will den Junker Hans mimen

Was haben die Neustädter Witze gemacht, als Stadtallendorfs Narren ohne Prinzenpaar dastanden. Nun scheint auch in der Junker-Hansen-Stadt die Suche nach Repräsentanten erfolglos zu bleiben.

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Bisher lassen die Neustädter ihre Stadt auf der Suche nach Nachfolgern von Antonio Köhler, Lisa-Marie Köhler (rechts) und Melissa Ruhl im Regen stehen.Archivfoto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Im Frühjahr haben sie noch gelacht, inzwischen wissen auch die Neustädter, wie ernüchternd eine erfolglose Suche sein kann. Gleich bei mehreren Veranstaltungen hatten Neustadts Narren Witze über die Gleichgesinnten aus der Nachbarstadt gemacht, weil der FCKK Stadtallendorf ohne Prinzenpaar dastand. Der VfL Neustadt stellte sogar ein Zweit-Prinzenpaar auf die Beine, das letztendlich den Weg nach Stadtallendorf nicht fand. Es wurde zum Running Gag, dass Birgit Amstätter und Otto Müller fröhlich durch ihre Heimat kurven - obwohl sie eigentlich zehn Kilometer weiter feiern sollten.

Nun, die beiden Urgesteine passen allein aus alterstechnischen Gründen nicht ins Anforderungsprofil des Junker Hans und seiner Burgfräulein - sonst wären sie vielleicht Kandidaten für das Dreigestirn, das die Stadt Neustadt sucht. Eine Bewerbung um einen Posten als Burgfräulein liegt ja bereits seit vielen Monaten im Rathaus (die OP berichtete)...

Fakt ist jedenfalls, dass die Zeit langsam knapp wird, denn die „Inthronisierung“ des Junker Hans ist für den ersten Tag des fünften Neustädter Weinfestes (23. Mai, 19.30 Uhr) vorgesehen. Dann wollte die Stadt die Nachfolger von Antonio Köhler, Melissa Ruhl und Lisa-Marie Köhler präsentieren. Zwei Aufrufe im Amtsblättchen blieben ebenso wie Mundpropaganda und der direkte Kontakt zu möglichen Kandidaten ohne Erfolg.

Nichtsdestotrotz bleibt Bürgermeister Thomas Groll gelassen: „Dann stehen wir eben ohne einen Junker Hans da“, antwortet er auf die Frage, was für eine Konsequenz eine weiterhin erfolglose Suche haben würde. Warum sich niemand findet, der ein Jahr als Repräsentant der Stadt auftreten möchte, kann er sich auch nicht erklären. Bei den meisten würden wohl Schule und Hobbys Priorität genießen.

21 Jahre lang hatte die Stadt keine Probleme, Kandidaten zu finden - allerdings seien manchmal noch ein paar aufmunternde Worte notwendig gewesen, gibt Groll zu. Er selbst jedenfalls hatte sich nie für das Amt beworben: „Als es für mich aktuell gewesen wäre, war ich schon in der Kommunalpolitik tätig. Außerdem gab es damals immer Kandidaten.“

Bewerber sollten um die 20 Jahre alt und „sicher im Auftreten“ sein und „Freude daran haben, ihre Heimatstadt zu repräsentieren“, erklärt der Bürgermeister. Am besten wäre es, wenn der Bewerber auch gleich zwei Kandidatinnen für die Ämter der Burgfräulein mitbrächte - schließlich müssten sie stets gemeinsam auftreten und beispielsweise beim Kirmes-Festzug Händchen haltend durch die Straßen ziehen: Da sei es besser, wenn sich die drei kennen und mögen.

Kosten fallen laut Groll keine an: „Die Stadt stellt das Kostüm und nimmt den Junker Hans und seine Burgfräulein auch mit zum Neustadt-Treffen.“ Noch dazu gebe es Essens- und Verzehrmarken für die Kirmes - die bisher immer der Zeitpunkt war, um das Geheimnis des neuen Repräsentanten zu lüften. In diesem Jahr ist das erstmals anders: Er habe gemerkt, dass traditionelle Punkte wie der Neubürgertrunk und die Bekanntgabe des Junkers nicht mehr ins Kirmesprogramm passten: „Sterben lassen wollten wir diese Traditionen aber nicht.“

Der Neubürgertrunk findet am Donnerstag vor der Kirmes statt. Die Bekanntgabe des Junkers ist weiterhin für den Auftakt des zweitägigen Weinfestes geplant -die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, vor allem beim Bürgermeister: „Ich würde es bedauern, wenn wir niemanden fänden, der die Aufgabe übernimmt. Ich habe aber die Hoffnung, dass sich unter Neustadts jungen Männern noch jemand findet, dem es eine Herzensangelegenheit ist.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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