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Nicht nur in Wohratal die Nummer eins

Festival gegen Krebs Nicht nur in Wohratal die Nummer eins

"Der Aufwand ist heftig", gibt Jens Ratz zu und zollt seinen Mitstreitern vom Stammtisch "Komm, mach mit, tratsch dich fit" größten Respekt für ihr Engagement in der Organisa­tion des zweiten Festivals gegen Krebs.

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Mit ihrem kraftvollen Überraschungsauftritt eroberte Gina auch beim Karneval in Stadtallendorf die Herzen.Archivfoto: Waldhüter

Wohra. „Wir sind zehn Männer, die sich richtig ins Zeug legen“, betont Jens Ratz, der Vorsitzende des Stammtischs „Komm, mach mit, tratsch dich fit“. Der kleine Verein setzt sich massiv dafür ein, den Menschen in Wohratal Freude zu machen und Abwechslung zu bieten - zum Beispiel mit dem jährlich durch die Gemeinde rollenden Weihnachtsmarkt, aber auch mit dem Festival gegen Krebs, das er im vergangenen Jahr für den guten Zweck ausrichtete.

Weit über 20000 Euro kamen damals zusammen - eine Summe, die die Männer noch einmal toppen wollen. Noch größer und noch besser soll die zweite Auflage werden, die am Samstag, 12. Juni, stattfindet. Die „Jungen Zillertaler“ aus Österreich wären wahrscheinlich bei jedem anderen Konzert Headliner. Nicht so in Wohratal: Dort ist und bleibt Schlagersängerin Gina das Aushängeschild -die allerdings derzeit daran arbeitet, nicht nur in der kleinen Gemeinde des Landkreises Marburg-Biedenkopf ein Star zu sein, sondern auch in ihrer Heimat Österreich ein solcher zu werden. Und dabei ist sie auf einem guten Weg: Mit „Frühstück auf dem Dach“ stand sie inzwischen in sechs verschiedenen Charts an der Spitze.

„Aber sie ist trotzdem auf dem Boden geblieben und pflegt weiterhin den Kontakt zu uns“, freut sich Ratz, der Gina einst bei einem Auftritt sah, großes Potenzial entdeckte und sie nach Wohratal einlud: „Sie hat Power, Durchsetzungsvermögen und ihre Musik unterscheidet sich vom klassischen Schlager einer Helene Fischer oder Beatrice Egli.“ Beim ersten Festival gegen Krebs eroberte sie gleich die Herzen der Gäste, setzte diesen „Beutezug“ dann noch während des Karnevals fort, als sie „Prinz Jens“ während der Prunksitzung des FCKK Stadtallendorf besuchte und auch die Narren begeisterte. Noch dazu beschloss Ratz‘ Arbeitgeber, die Kirchhainer Tapetenfabrik, eine Gina-Tapete aufzulegen, die während des zweiten Festivals gegen Krebs erstmals öffentlich zu sehen sein wird.

Und dahin will Gina mit ihrer gesamten Familie kommen, wie sie im spontanen Telefonat mit dieser Zeitung berichtet: „Das ist der erste Familienausflug seit 15 Jahren“, betont sie und zeigt somit, welch großen Stellenwert die Beziehung nach Wohratal für sie hat. Bescheiden gibt sie im Gespräch auch zu, dass sie vielleicht gehofft habe, mit einem ihrer Lieder auf Platz eins zu landen, aber dies eigentlich nie artikuliert hätte. Nun, da sie es geschafft habe, sei ihr „großer Traum teilweise in Erfüllung gegangen“: „Aber eigentlich will ich, dass die Leute bei meinen Liedern tanzen, mitsingen und fröhlich sind. Wenn ich das schaffe, ist mein Ziel erreicht.“

Bleibt zu hoffen, dass dies beim zweiten Festival gegen Krebs klappt - für das Gina auch die „Jungen Zillertaler“ gewann, mit deren Sänger sie befreundet ist. Den guten Zweck zu unterstützen sei für sie quasi Ehrensache, hatten die beiden vor einigen Monaten gegenüber dieser Zeitung erklärt. Und so sind die Musiker aus dem Nachbarland die Hauptattraktion des Konzerts auf dem Hof der Familie Leonhäuser, die ihr Eigentum erneut als Festplatz zur Verfügung stellt.

Zuvor tritt ab 18.30 Uhr das Blasensemble „Total versackt“ auf. Ab 20 Uhr wechseln sich Gina und die „JuZis“ ab, ehe das Konzert um 1.30 Uhr offiziell endet. Nachts bauen die Helfer, die dringend noch Unterstützung suchen, die Technik ab. Um 10 Uhr findet ein Festgottesdienst mit Pfarrer Matthias Weidenhagen und Untermalung durch die Posaunenchöre Wohra und Halsdorf statt. Danach folgt ein Schlagerfrühschoppen mit Gina, René Weiß, Patrick Heidenreich, Bäppi La Belle und Gaby Baginsky. Gegen 15 Uhr endet dieser Programmpunkt, den Wohrataler Trachtengruppen mit Auftritten bereichern. Danach treten Prinzenpaare aus der Region auf, ehe der Stammtisch den Erlös der Veranstaltung an die Elterninitiative für tumorkranke Kinder Marburg und die Kinderkrebshilfe Frankenberg überreicht.

Bis zu 1200 Karten sind für den Samstag zu haben. Sonntags ist der Eintritt kostenlos.

von Florian Lerchbacher

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