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Neustädter leben den Europa-Gedanken

Treffen Neustädter leben den Europa-Gedanken

Seit 1979 finden alljährlich Neustadt-Treffen statt. Diesmal kamen mehr als 1000 Bürger aus 28 Neustädten zum Festwochenende an der Weinstraße zusammen.

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Die Biedermeierfrauen waren beim Festumzug – wie immer – ein Hingucker. Auf dem Rad hatten (kleines Bild, von links) Klaus Beck, Andreas Ertl, Norbert Keller und Heinz-Jürgen Huber (rechts) den Weg an die Weinstraße bewältigt. Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg hatte sie am Rathaus
verabschiedet. Privatfotos

Neustadt. Sie leben vor, was Europa bedeutet: Rund 470000 Menschen aus sieben Staaten haben sich zur größten Städtefreundschaft in Europa zusammengeschlossen und feiern dies alljährlich in einer Mitgliedskommune. 37 Städte und Gemeinden aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn gehören der Arbeitsgemeinschaft „Neustadt in Europa“ an. Rund 1000 ihrer Bürger feierten diesmal gemeinsam in Neustadt an der Weinstraße - die Weinanbau­metropole war nach 1986 zum zweiten Mal Gastgeber des Treffens.

Für 45 Bürger aus Neustadt in Hessen hatte Ortsvorsteher Klaus Groll die dreitägige Busreise organisiert. Hinzu kamen mehr als 30 Mitglieder der Historischen Bürgergarde und die Biedermeierfrauen sowie vier Mitglieder des Radfahrvereins „Über Berg und Tal“, die die rund 230 Kilometer in zwei Etappen zurücklegten. Sie übernachteten in Darmstadt, wo sie das ehemalige Vereinsmitglied Adolf Gerhardt trafen. Auf der zweiten Etappe durch die Weinberge litten die Radfahrer, die zum 22. Mal den Weg zum Neustadt-Treffen auf ihren Drahteseln bewältigten, unter starkem Gegenwind und Regen. Doch natürlich kamen sie pünktlich, nahmen am Festkommers und auch am Festumzug teil.

Vorsitzende bleibt im Amt

Während der Bürgermeisterrunde bestätigten Thomas Groll und seine Amtskollegen Petra Bieber (Bad Neustadt an der Saale) als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. Zudem vergaben die Teilnehmer das Neustadt-Treffen 2026 an Neustadt am Kulm. Außerdem haben sie vergeben, die Europäische Kommission mit dem „Neustadt-Gedanken“ vertraut zu machen. „Denn das, was wir leisten, ist doch das, was sich die Politiker erhoffen: Völkerverständigung auf Ebene der Bürgerinnen und Bürger“, so Bieber.

Fester Bestandteil des Treffens ist inzwischen die Neustadt-Meile, auf der sich die Mitgliedskommunen der Arbeitsgemeinschaft präsentieren - mal mit musikalischen Darbietungen, mal mit Fokus auf dem Tourismus, mal mit kulinarischen Spezialitäten.

Optischer Höhepunkt war der Festzug durch die malerischen Gassen von Neustadt an der Weinstraße. Für große Begeisterung sorgte das holländische Nieuwstadt bei Echt-Susteren. Die Kommune spielte mit dem Banner „Wir sind dabei“ auf die verpasste Teilnahme an der Fußballeuropameisterschaft an und verteilte 500 Fußbälle.

Viel Applaus von den vielen Tausend Besuchern am Straßenrand erhielten auch die Hessen, die neben Bürgergarde, Biedermeierfrauen und Radfahrern auch die Offiziellen sowie den amtierenden Junker Hans (Dominik Weitzel) und seine Burgfräulein Maja Stepanek und Sophia Keßler auf die Strecke schickten. Als Wermutstropfen bezeichneten die Neustädter das schlechte Wetter, das während der Veranstaltung herrschte.

39. Treffen steigt bei Coburg

Bürgermeister Thomas Groll und Ortsvorsteher Klaus Groll freuten sich nach dem 38. Neustadt-Treffen über eine gelungene Fahrt, lobten die „Neustadt-Radler“ um Heinz-Jürgen Huber für ihr Engagement und bezeichneten Bürgerwehr und Biedermeierfrauen als Aushängeschild für die Kommune. Sie sorgten nicht nur dafür, dass sich „die mittlere Generation“ für den „Neustadt-Gedanken“ begeistere, sondern seien auch für die Zukunft der Neustadt-Treffen von großer Bedeutung.

Ein wenig enttäuscht waren die beiden hingegen vom Gebotenen an der Weinstraße. „Als man in die Gastgeberstadt kam, merkte man nichts vom Neustadt-Treffen. Kein Plakat, keine Fahne wies auf das Ereignis hin (…). Wir hätten uns zudem gewünscht, wenn man unter Einbindung dortiger Vereine ein eigenes Programm für das Fest erarbeitet und den Gästen Gruppen und Traditionen aus der Pfalz präsentiert hätte“, teilten die beiden Grolls mit. Sie waren sich einig, dass kleinere Mitgliedskommunen in der Vergangenheit mehr geleistet hätten.

Das 39. Treffen findet vom 21. bis 23. Juli 2017 in Neustadt bei Coburg statt.

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