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Neustadts "Wandervogel" hat die Welt umrundet

Nimmermüde Neustadts "Wandervogel" hat die Welt umrundet

Er läuft und läuft und läuft und läuft. Ludwig Nothvogel hat bei Veranstaltungen des Deutschen Volkssportverbandes 40000 Kilometer zurückgelegt. Bisher.

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Ludwig Nothvogel und sein Hund Struppi haben sich deutschlandweit bei Wanderungen einen Namen gemacht.
Foto: Florian Lerchbacher

Neustadt. Früher musste sich Ludwig Nothvogel nur die Jacke anziehen, schon stand Struppi an der Haustür und wedelte mit dem Schwanz. Inzwischen verkriecht sich der kleine Hund öfters, wenn sein Herrchen die Wanderschuhe schnürt. „Mit 14 Jahren ist er ja auch schon ziemlich alt“, berichtet der Neustädter. Es könnte aber natürlich auch daran liegen, dass Nothvogel ein passionierter Wanderer ist, der auf einer Tour locker eine zweistellige Zahl an Kilometern zurücklegt. Nicht umsonst wird der 69-Jährige oftmals liebevoll als „Wandervogel“ bezeichnet.

40000 Kilometer hat er alleine bei Veranstaltungen des Deutschen Volkssportverbandes zurückgelegt, wofür er nun die Auszeichnung „Einmal um die Welt“ erhielt. Im Arbeitszimmer des Neustädters hat sich ein dicker Stapel mit offiziellen Heften angesammelt, in denen jede einzelne Wanderung protokolliert ist. Rechnet Nothvogel jedoch die Kilometer dazu, die er bei Veranstaltungen der Europäischen Volkssportgemeinschaft, in Vorbereitung der Wandertage „seiner“ Neustädter Wanderfreunde oder bei den „Wanderungen in und um Neustadt“ zurückgelegt hat, kommt er locker auf zwei „Weltumrundungen“.

Das Hobby sei ihm quasi in die Wiege gelegt worden, erinnert er sich: „Ich wurde in Freiheit geboren“, sagt er und betont: „Das gehört zu Osterode im Harz. Und wenn man im Harz geboren ist, kommt die Wanderleidenschaft von alleine.“

23 Jahre als Vorsitzender

Mehrfach habe er an der 45 Kilometer langen Harzüberquerung teilgenommen. „Den Brocken bin ich von allen Seiten hochgegangen“, berichtet er stolz. Und so wundert es kaum, dass er bei Wanderveranstaltungen keinen Kilometer scheut und viele Male die Marathon-Strecke zurücklegte - früher sogar zumeist joggend. Neunmal war dies auch in Neustadt der Fall. Dann strich sein Verein jedoch die längste Strecke aus ihrem Angebot bei Sommer- und Winterwanderung: „Dafür würde man einen Haufen Helfer brauchen - und die haben wir nicht mehr“, sagt Nothvogel, der den Wanderfreunden seit ihrer Gründung 1979 angehört.Seit 32 Jahren ist er im Vorstand des Vereins tätig, seit 23 Jahren fungiert er als Vorsitzender. Erst kürzlich bestätigten die Mitglieder ihn einmal mehr im Amt, so dass er in zwei Jahren die 25 vollmachen kann.

Apropos vollmachen: „Die 10 würde ich gerne vollmachen“, sagt er und hegt leise die Hoffnung, irgendwann mit seinen Wanderfreunden doch noch einmal die Marathonstrecke anzubieten.

Über die Bundeswehr war er mit 19 Jahren nach Neustadt gekommen. „Damals gab es vor jedem zweiten Haus einen Misthaufen. Ich fragte mich, wo ich hier gelandet bin. Es hieß zwar Neustadt, war aber eher ein Dorf“, erinnert er sich. Dann jedoch habe er die Kneipen entdeckt, die Menschen - vor allem seine Frau Elisabeth - kennen- und die Stadt lieben gelernt. Im kommenden Jahr sind es bereits 50 Jahre, die er in der Junker-Hansen-Stadt lebt.

Zwar lässt sich der dreifache Vater und vierfache Großvater immer noch von „eingeborenen“ Neustädtern unterscheiden, da er sich weigert, bei Festen an der Theke zu stehen, ansonsten hat er sich bestens integriert. Nicht umsonst ist er Vorsitzender des Vereinsrings.

Am Wandern begeistert ihn, dass er der Natur Schritt für Schritt näher kommt, etwas für seine Gesundheit unternimmt und Land und Leute kennenlernt. Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht: „Ich werde wandern, so lange es geht.“ In diesem Sinne „Gott zum Gruß, und gut zu Fuß“: Auf die nächsten 40000 Kilometer.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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