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Vor 50 Jahren auf den Hund gekommen

SV Ortsgruppe Neustadt Vor 50 Jahren auf den Hund gekommen

Eigentlich sollte Walter Orth an seinem 80. Geburtstag selbst im Mittelpunkt stehen – doch der Vorsitzende des Neustädter Schäferhundevereins nutzte das Fest, um einen langjährigen Wegbegleiter zu ehren.

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So kannte man Werner Lüloff beim Hundesport. Hier mit seinem letzten Hund Orry vom Teufelsgrund.

Quelle: Klaus Böttcher

Neustadt. „Ich freue mich, dass ich heute meinen Freund und Kameraden Werner Lüloff für 50 Jahre Vorstandsarbeit ehren darf“, sagte Walter Orth, der Vorsitzende der Neustädter Ortsgruppe im Deutschen Schäferhundeverein, an seinem eigenen Geburtstag. Eigentlich würden derartige Ehrungen während der Landesgruppentreffen vollzogen.

Das wollte Orth dem 91-jährigen Lüloff aber nicht zumuten. „Du bist der erste und bisher einzige im Neustädter Verein, dem eine derartige Ehrung überreicht wird“, erklärte der Vorsitzende, der in diesem Jahr selbst für 50 Jahre Vorstandstätigkeit in der Ortsgruppe eine Auszeichnung bekommt.

Walter Orth (links) überreicht die Urkunde an Werner Lüloff, ­seinen langjährigen Freund und Wegbegleiter. Foto: Klaus Böttcher

Danach werde es in Neustadt diese Ehrung nicht mehr geben, denn auch in der Neustädter Ortsgruppe sei die Bereitschaft zur Vorstandarbeit nicht besonders groß – und so wundert es nicht, dass der 80 Jahre alte Orth auch nach der Jahreshauptversammlung, die demnächst stattfindet, weiter Vorsitzender sein wird.

Geehrter ist in Neustadt Beisitzer auf Lebenszeit

Lüloff engagierte sich in Mengsberg und in Neustadt im Vorstand der jeweiligen Ortsgruppe als zweiter Vorsitzender, Zuchtwart und Übungswart. Heute ist er noch erster Beisitzer. „Er bleibt Beisitzer auf Lebenszeit“, betonte Orth.
Einen Hund hat Lüloff nicht mehr. Als sein letzter Hund ­„Orry vom Teufelsgrund“ starb, hörte für ihn der Hundesport auf, aber seinen täglichen Gang zum etwas außerhalb Neustadts gelegenen Vereinsgelände ließ er sich zunächst nicht nehmen. Erst als er 90 wurde, hörte er damit auf.

„Er war der Haus- und Hofmeister im Verein“, beschreibt Orth die Tätigkeiten Lüloffs außerhalb des Hundesports. Das bedeutete: „Er mähte den Rasen, er reparierte alles, was kaputtgegangen war, er kümmerte sich um die Ordnung im Vereinsheim und nicht zuletzt sorgte er dafür, dass die durstigen Hundeführer etwas zu trinken hatten.“ Noch heute werde die „gute Seele“ des Vereins schmerzlich vermisst.

Interessant ist, wie Lüloff einst zum Hundesport kam: „Ein Schäferhund, das wäre auch etwas für mich. Das habe ich mir Anfang der 60er-Jahre gedacht, da ein Kollege einen Schäferhund hatte“, erinnert er sich. Als Erstes habe er bei seinem Haus einen Zwinger gebaut, dann bekam er von Heinrich Rudewig aus Mengsberg einen Hund: „Als ich ihn geholt habe, wollte er nicht ins Auto rein. Da hat sich der Heinrich ins Auto gesetzt und ihn gerufen. Danach ist er auf der anderen Seite raus, und ich hatte die Gunda drin.“

Der erste Wurf brachte 12 Welpen

Lüloff wurde Mitglied der Mengsberger Ortsgruppe und nahm mit seiner Hündin Gunda vom Appenheimer Forst an Prüfungen teil. „Bei der ersten Prüfung bin ich durchgefallen“, gibt er unumwunden zu. Die Prüfungen seien damals schon etwa so gewesen wie heute, „nur wir hatten noch die steile Wand, da musste der Hund klettern. Die wurde später gegen die schräge ausgetauscht.“

Lüloff fing mit seiner Gunda dann auch die Hundezucht an und nannte seine Zucht Zwinger vom Haus Lüloff. Der erste Wurf waren gleich 12 Welpen, davon sei einer nach Amerika und einer nach Italien gegangen, aber einen behielt er selbst. „Das war Arko vom Haus Lüloff, den habe ich 14 Jahre gehabt“, erzählt er. Einen Hund hat der Hobbyzüchter immer gehabt, zeitweise sogar zwei.

Als die Mengsberger Ortsgruppe aufgelöst wurde, ging er nach Neustadt. Lüloff nahm mit fast allen Hunden regelmäßig an den Schutzhundeprüfungen teil. Er war nie Deutscher Meister oder Landesmeister – ist aber trotzdem ein von allen anerkannter und geachteter Hundesportler.

von Klaus Böttcher

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