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Und wieder stört nur der Regen

Straßenmaler-Festival Neustadt Und wieder stört nur der Regen

Neben der Kreide gehörten auch beim neunten Straßenmaler-Festival die Abdeckplanen zur Ausrüstung. Trotz Regens entstanden wunderbare Kunstwerke durch Profis und Laien.

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Als hätte er die Regenfälle vorausgeahnt: Der Marburger Künstler malte in 3-D-Technik ein Boot. Überschwemmungen gab es glücklicherweise am Samstag und am Sonntag in der Marktstraße aber nicht.

Quelle: Klaus Böttcher

Neustadt. Die zahlreichen Besucher in der Marktstraße bewunderten besonders die 3-D- Bilder der Profimaler, aber bewundernswert waren ebenso die Kunstwerke der kleinen Künstlerinnen und Künstler. In unterschiedlichen Altersgruppen wurden ihre Bilder bewertet. Das begann schon mit der Gruppe von 3 bis 6 Jahren. Unter ihnen war auch Leonie, die sechsjährige Tochter des Bürgermeisters Thomas Groll und seiner Ehefrau Tanja.

In den Gruppen der älteren Kinder waren sehr bewundernswerte Bilder zu sehen. So beispielsweise bei der elfjährigen Malin Bürgermeister, die Seehunde gemalt hat, oder der sehenswerte Löwe der dreizehnjährigen Valeska Nierath. Zu den besonderen Hinguckern bei den Profimalern gehörten unter anderen das „Boot“ des Marburgers Nikolaj Arndt oder das Kunstwerk, das Rotkäppchen mit dem Wolf darstellte, gemalt von Angelika Richter aus Holzminden.

Abdeckplanen wurden mehrfach ausgerollt

Larisa Moise aus Wiesbaden hat sich der Madonnari Malerei verschrieben. Der Begriff steht noch heute in Italien für Straßenmalerei, wo schon vor 500 Jahren Marienbilder auf die Straße gemalt wurden. Sie hat schon mehrfach bei Straßenmalerfesten dieser Stilrichtung in Italien teilgenommen. Ihr Werk vor dem Marktplatz ließ die Besucher staunen.

Ein Wermutstropfen bei dem zweitägigen Festival war das Wetter. Gegen die Kälte und den kalten Boden kann man etwas machen, aber gegen den Regen? Gerade am Samstag mussten mehrfach die Abdeckplanen ausgerollt und über die angefangenen Werke gelegt werden. Wohl dem, der seine Werke schon fixiert hatte, da konnte der Regen nicht so schnell alles vernichten.

„Die Besucher haben den Künstlern geholfen“, freut sich die Vorsitzende des Arbeitskreises Straßenmalerfestival Roswitha Trümpert. Sie ist mit der Resonanz bei den Künstlern, egal ob Profis oder Laien, und bei den Besuchern zufrieden. „Die angekündigten Profis sind fast alle gekommen, nur Kerim Masanovic aus Sarajewo nicht. Dem war die Fahrt zu teuer“, erzählt sie.

Profis geben Amateuren Tipps

Besonders stolz ist Trümpert darauf, dass mittlerweile die Profimaler in Neustadt anrufen und nachfragen, ob sie hier malen dürfen. Ein Zeichen dafür, dass sich die Qualität des Neustädter Straßenmaler-Festivals bei den Künstlern rumgesprochen hat. Auf der 250 Meter langen Gemäldestraße gebe es auch kein Konkurrenzdenken, stellt Roswitha Trümpert einen positiven Punkt heraus. „Profis geben den Amateuren Tipps, man hilft sich gegenseitig oder tauscht Kreiden aus, obwohl man im Wettbewerb ist.“

Erstmalig hatte das Neustädter Straßenmaler-Festival mit dem Polizeipräsidenten Mittelhessen, Bernd Paul, auch einen Schirmherrn. Er hatte ein Grußwort für die Veranstaltung ­geschrieben. Da heißt es unter anderem: „In Neustadt kann man erleben, dass Kunst alle Menschen verbinden kann, ganz gleich welchen Alters, Religion, Geschlechts oder Herkunft. Hier wird Integration gelebt und das ist etwas, wie ich finde, ganz Besonderes.“

von Klaus Böttcher

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