Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Sommerfest ist erstmals öffentlich

Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge Sommerfest ist erstmals öffentlich

150 Personen leben derzeit in der Neustädter Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. In zwölfTagen findet dort ein Sommerfest statt, das die Menschen zusammenbringen soll.

Voriger Artikel
Aus Außenseitern wurden Spitzenreiter

Beim Sommerfest soll es wieder zahlreiche Angebote für Kinder geben.

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. Am Samstag, 16. September, steht zwischen 14 und 19 Uhr eine Besonderheit an: Dann können Bürger erstmals ohne vorherige Ausweiskontrollen die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) in der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne betreten. Grund dafür ist, dass die Einrichtung des Regierungspräsidiums ein öffentliches Sommerfest ausrichtet.

„Wir möchten insgesamt die breiten und bunten Facetten einer Erstaufnahmeeinrichtung mit all ihren unterschiedlichen notwendigen Akteuren zum Ausdruck bringen und deutlich machen, dass ein vernünftiges Miteinander nur möglich ist, wenn alle Beteiligten sich gegenseitigen Respekt entgegenbringen. Außerdem hoffen wir, dass Bürger durch den persönlichen Kontakt zu Flüchtlingen Berührungsängste abbauen können“, betont Leiter Dominik Zutz, der zahlreiche Unterstützer beziehungsweise Mitstreiter gefunden hat.

Kampagne: "Hessen lebt Respekt"

An der Ausrichtung des Sommerfestes, das in die Kampagne „Hessen lebt Respekt“ eingebunden ist, beteiligen sich außerdem die Diakonie (zuständig für die Ehrenamtsarbeit), die Stadt Neustadt, der Sportkreis Marburg-Biedenkopf, der Sicherheitsdienst „Pond Security“, der Küchendienstleister Medirest, die Freiwillige Feuerwehr Neustadt, die Martin-von-Tours-Schule, der Verein bsj, das Deutsche Rote Kreuz und der Sozialdienstleister European Homecare.

Außerdem beteiligen sich am Programm die Kolping-Garde und DJ „Chris54“ - weitere Mitstreiter sind nicht ausgeschlossen.

Vor allem für Kinder wird während des Sommerfestes einiges geboten: Die Sportjugend Hessen kommt mit ihrem Spielemobil, das Rote Kreuz bietet Schminkaktionen an, zudem will die Feuerwehr Mitmachangebote bereithalten.

Die Schule stellt ihr Siegel „Schule ohne Rassismus“ in den Vordergrund, wird darüber informieren und plant noch weitere Aktionen, wie Zutz berichtet. Des Weiteren soll es natürlich jede Menge Speisen und Getränke geben: Um das Essen kümmert sich Medirest, das Kuchenbüfett übernehmen Neustadts Ehrenamtler.

Sprachunterricht bleibt gefragt

Deren Engagement ist dieser Tage in der Einrichtung weniger gefragt. Grund dafür ist nicht etwa Desinteresse, sondern die geringe Anzahl an Bewohnern: Nur 150 Menschen leben derzeit in der einstigen Kaserne - und für sie gibt es ein breites Angebot. Teestube, Fußball, Volleyball, Verkehrserziehung, Brandschutz sind nur einige Punkte, die Zutz aufzählt: „Die Gruppen sind dann entsprechend kleiner und nicht mehr alles wird benötigt.“

Was indes noch immer gefragt sei, ist der ebenfalls ehrenamtlich organisierte Sprachunterricht. Ebenfalls gut angenommen wurde eine Einführung in den noch relativ neuen Fitnessraum, die ein professioneller Coach kürzlich anbot.

Das Sommerfest findet dann auch im oberen Bereich der Erstaufnahmeeinrichtung statt - quasi direkt in der Nähe des erwähnten Kraftraums. Dort befindet sich ein Feuerwehrtor, durch das die Gäste Zutritt zur Anlage erhalten. Einlasskontrollen gibt es nicht, der Sicherheitsdienst ist dennoch anwesend.

Von den eigentlichen Unterkünften sollen die Besucher fernbleiben: „Wir wollen die Privatsphäre der Flüchtlinge schließlich respektieren“, stellt Zutz heraus und hofft, dass das Angebot des Sommerfestes an sich Grund genug sei für neugierige Bürger, in die EAE zu kommen.

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr