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"Wenn du blöd bist, biste blöd"

Seniorenkarneval in Momberg "Wenn du blöd bist, biste blöd"

Mit Blumengirlanden und hawaiianische Raketen feierten im Momberger Dorfgemeinschaftshaus rund 180 Besucher den "Seniorenkarneval für Jung und Alt" der Stadt Neustadt und des Treffpunkts B.

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Beim Auftritt von Gisela Wüst in der Bütt blieb kein Auge im Publikum trocken.

Quelle: Karin Waldhüter

Momberg. Das Dorfgemeinschaftshaus steht noch, so viel ist sicher. Doch das närrische Komitee des Treffpunkts B versuchte am Sonntagnachmittag vier Stunden lang viel, um die Mauern zum Beben zu bringen.

Sonja Stark führte im schicken Blumenkleid, mit Blumengirlande und dunkler Perücke, als „Reiseleiterin“ die „Happy Rentners“ durchs Programm und sowohl Bürgermeister Thomas Groll als auch die Ortsvorsteher aus der Kernstadt und den Stadtteilen mussten sich so manches gefallen lassen.

Groll freute sich über den vollen Saal. Aus Respekt vor den Frauen des Komitees verzichte er auf einen Auftritt auf der Bühne - für Stark eine Steilvorlage. „Ob er Angst hat vor so viel Frauen, oder hat er sich heute vielleicht nicht so schick gemacht?“ fragte sie und ergänzte: „Egal, Hauptsache er bringt die Spende mit.“

Lampe soll fehlenden Heiligenschein ersetzen

Zum Narhallamarsch war das Komitee mit Sonja Stark, Klaudia Geisel, Gabriele Mösch, Gabi Sack, Iris Ebel, Gabi Fischer, Susanne Wilhelm, Maria Luise Wolf, Marion Schmitz, Dagmar Trieschmann. Die elf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Treffpunkt B hatten keine Mühen gescheut, ein unterhaltsames, 22 Punkte umfassendes Programm mit Büttenreden, Sketchen und Tänzen auf die Beine zu stellen. Ein absoluter Höhepunkt des Nachmittags war der Aufritt der jüngsten Akteure. Als Bienchen verkleidet summten die drei bis fünf Jahre alten „Lollipops“ über die Bühne und verzückten die Zuschauer. Diesem tollen Auftritt standen die Tanzgruppen „Die Minis“, die roten und blauen Ranzenfunken in nichts nach.

Zum fünften Mal war das Kirchhainer Kolping-Karneval-Ballett zu Gast in Momberg und begeisterte mit einem Garde- und einem Showtanz. Als Fruchtzwerge verkleidet tanzten Gabi Sack, Iris Ebel, Marion Schmitz, Klaudia Geisel, Gabi Fischer, Dagmar Trischmann und Susanne Wilhelm über die Bühne.

Dabei ist Gabi Sack stets ein Garant für gute Laune. Auch mit dicker Hornbrille und oberdämlichem Gesichtsausdruck („aber schön muss sie sein“) brachte sie an der Seite von Gabriele Mösch und in der Bütt das Publikum zum Toben. „Heute geht es doch nur noch um Schönheit, und der Body-Mass-Index ist wichtiger als der Intelligenzquotient“ erklärte sie und stellte fest: „Am IQ kannste nix machen: Wenn du blöd bist, biste blöd.“

Kein Tannenbaum von Neustadt für die Kirche

Das Neueste von „Hei un do“ wussten die Zwerge (Gisela Wüst, Iris Ebel, Dagmar Triesch­mann, Klaudia Geisel, Maria-Luise Wolf, Gabi Fischer und Susanne Wilhelm) zu erzählen. 1000 Hektar Wald hätten die Momberger mit in die Ehe gebracht - und doch hätte es von Neustadt in diesem Jahr für die Kirche keinen Tannenbaum gegeben. „Zum Glück haben die Bieber aber doch noch die Kurve gekriegt“, erklärten sie.

Dann geriet Pfarrer Andreas Rhiel ins närrische Visier. Beim Momberger Kirmesfestzug sei er gleich hinterm Ranzemann auf dem Traktor mit dem Kirchenmodell gesessen. „Doch, oh Graus, vom Fahrtwind ging ihm immer die Kippe aus“, verkündeten die Zwerge und forderten, dass bei der Momberger Kirche eine Lampe hingehöre, denn nicht jeder habe einen Heiligenschein.

Wie man seine Frau von null auf hundert bringt zeigte der Sketch „Das beste Geschenk“. Und wie man mit hochgezogenem Rock schneller laufen kann, als ein Mann mit heruntergelassener Hose, erzählte der Sketch „Nonnen auf der Flucht“.

In der Bütt erklärte Susanne Wilhelm mit erotischem Unterton unter anderem die Handhabung einer Sockenanziehhilfe. Am Ende fehlte nur noch eine in der Bütt: Gisela Wüst. Und Sonja Stark brauchte das Publikum nicht zweimal zu bitten. Lautstark schallte es „Gisela, Gisela!“ Und die schaffte es mit ihren humorvollen Geschichten rund um ihre bessere Hälfte „Dieter“ im Nu, dass am Ende jeder im Saal Tränen lachte.

von Karin Waldhüter

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