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Mit neuem Mörtel zur trockenen Kirche

Sanierung in Mengsberg geht weiter Mit neuem Mörtel zur trockenen Kirche

„Ich hätte nie gedacht, dass die Landeskirche so gnädig ist und uns relativ schnell weitere Mittel zur Verfügung stellt“, freut sich Friedhelm Vauth über den Beginn des zweiten Bauabschnitts.

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Friedhelm Vauth (von links), Anne Rudolph und Mirjam Rudewig stehen auf dem Gerüst der Mengsberger Kirche und nehmen den neuen, für Sandstein geeigneten Mörtel in den Fugen in Augenschein.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mengsberg. Die Freude bei Friedhelm Vauth ist ehrlich, aber ein bisschen Humor muss der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes und Sprecher des Förderkreises „Kirche Mengsberg“ mitbringen: Zwölf Jahre hatte ein Dringlichkeitsantrag der Mengsberger der Landeskirche Kurhessen-Waldeck schließlich vorgelegen, ehe die Bewilligung zur Erneuerung des Schiefers und der Ausbesserung des Dachstuhls des Gotteshauses erfolgte. Das war im Jahr 2015 und kostete 240000 Euro.

Zwei Jahre später gibt es schon wieder Geld, dieses Mal 170.000 Euro für den zweiten Bauabschnitt. Die Kirche ist bereits eingerüstet, und die Arbeiten haben schon begonnen. Zunächst stand die Restaurierung des Turms im Vordergrund. Der in den Fugen verwendete Zementmörtel sei nicht der richtige gewesen für das Gebäude, das zwischen 1879 und 1883 erbaut wurde: „Jetzt kommt spezieller Mörtel für Sandstein zum Einsatz“, stellt Vauth heraus und berichtet, dass zudem ausgefugt wurde und Steine gereinigt oder gar ersetzt wurden. Der Zementmörtel hatte in der Vergangenheit den Wiederaustritt des Wassers aus dem Sandstein verhindert, was besonders im Winter zu Schäden führte.

Nun kommen auch noch die alten Schallluken weg. „Das ist dringend notwendig. Wenn man vor der Tür der Kirche steht und die Glocken läuten, ist es so laut, dass man nichts mehr versteht“, erklärt Förderkreis­mitglied Mirjam Rudewig. Aus diesem Grund führten die Mengsberger Gespräche mit Glockensachverständigen und Experten vom Denkmalschutz.

"Luken dürfen maximal 15 Grad Neigung haben"

Nun steht fest: Eine neue Konstruktion muss her, um den Schall anders zu lenken. „Die Luken dürfen maximal 15 Grad Neigung haben, um den Schall möglichst weit zu tragen“, erläutert Vauth.

Des Weiteren lassen die Mengsberger neue Decken einziehen - die Ansicht innerhalb des Gotteshauses beeinflusst dies aber nicht, da die unterste Ebene erhalten bleibt. Oben im Kirchenschiff soll ein Laufsteg eingerichtet werden. Außerdem steht die Restaurierung von acht Fenstern auf dem Programm, was Anne Rudolph zu dem Hinweis verleitet, dass die Kirchengemeinde noch für bunte Fenster spart.

Auch für sie gibt es gute Nachrichten: Fast ein Jahr lang war sie im Kirchspiel Mengsberg-Florshain-Wiera als Aushilfspfarrerin tätig. Inzwischen steht fest: Am 12. November findet ihr Einführungsgottesdienst als geschäftsführende Pfarrerin in der Kirche in Mengsberg statt.

Und dort gefällt es ihr ausgesprochen gut: „Ich mag die Architektur des Innenraums. Durch die hohen Fenster hat die Kirche etwas Erhabenes. Die Größe macht etwas mit einem“, betont sie, freut sich über den schönen Altarbereich und die warmen Farben. Besonders die ­rote ­Decke hat es ihr angetan, die sie in dieser Form noch nie gesehen hatte.

von Florian Lerchbacher

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