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In Neustadt schließt sich der Dorfmystery-Kreis

Filmprojekt In Neustadt schließt sich der Dorfmystery-Kreis

Geschichte konservieren, sie erlebbar machen für nächste Generationen - das haben Manuel Weitzel und Felix Müller in ihrem neuen Dorfmystery-Film "Neustadt und seine Dörfer" geschafft.

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Was kommt denn da zum Junker-Hansen-Turm nach Neustadt? Ein Teufel, ein Geist oder ...? Manuel Weitzel (links) und Felix Müller haben einen „Dorfmystery“-Film über Neustadt und seine Dörfer gedreht. Er läuft Sonntag im Kino.

Quelle: Katja Peters

Neustadt. Am Junker-Hansen-Turm endet die Geschichte über „Neustadt und seine Dörfer“, soviel sei schon mal verraten. Bis es aber soweit war, vergingen über anderthalb Jahre mit Recherche, Filmdreh und Zusammenschneiden. Der dritte große Film von Manuel Weitzel und Felix Müller ist also im Kasten. Im ersten Werk ging es um Langenstein und Burgholz, dieses Mal stehen Speckswinkel, Mengsberg, Momberg und Neustadt im Drehbuch des Projektes „Dorfmystery“.

Manuel Weitzel und Felix Müller sind zwei Allrounder, machen alles selbst. Sie studieren die Dorfchroniken, reden mit den Einwohnern und den Chronisten. „Von jedem erfährt man Interessantes oder Mystisches, was in unsere Filme einfließt“, berichtet der „Erzähler“ Weitzel. Er ist in dem Film der Hauptprotagonist, der durch Neustadt und seine Ortsteile wandert und die Geschichten erzählt.

Die eigentlichen Stars sind aber die Einwohner. Sie spielen die Sagen und Geschichten nach, in tollen Kostümen und mit einer Selbstverständlichkeit, von der sich so einige Seifenopern im deutschen Fernsehen eine Scheibe abschneiden können.

Idee so genial wie einzigartig

„90 Prozent von den Leuten, die wir gefragt haben, haben sofort zugesagt, dass sie mitmachen“, sagt Manuel Weitzel. Zusammen mit Kameramann Felix Müller entsteht alles in Eigenregie. Das Drehbuch, die Dialoge, die Drehorte - alles entspinnt ihren Köpfen und wird mit geringstem Mitteleinsatz umgesetzt. „Das ist unser Hobby. Aber es fließt einfach aus uns heraus“, sagen die beiden Kirchhainer lachend und fast entschuldigend zugleich. Klar überspitzen sie manch erzählte­ Sage, klar kommt hier und da auch mal ein bisschen Fiktion hinzu, klar wird die Geschichte nicht lückenlos nacherzählt, aber genau das macht die Dorfmystery-Reihe eben auch aus.

Dabei ist die Idee so genial wie wohl einzigartig im Landkreis. Zwei Männer arbeiten die Dorfgeschichten in ihrer Freizeit auf, verfilmen diese und pressen sie auf DVD. 120 Minuten sind über Neustadt, Mengsberg, Momberg und Speckswinkel zusammengekommen. Die drei halbstündigen Filme über die Ortsteile wurden ja schon im Internet veröffentlicht und erfreuen sich großer Beliebtheit. Nun soll es also zum Showdown in Neustadt kommen.

Das komplette Werk läuft am Sonntag um 17 Uhr im Cineplex in Marburg. Über 300 Karten sind schon verkauft, ein paar Restkarten für Kurzentschlossene gibt es also noch, denn „Neustadt und seine Dörfer“ läuft im großen Saal. Und man hat die Chance, die Protagonisten kennenzulernen. Denn viele­ von denen, die im Film agieren, sitzen natürlich am Sonntag in den Zuschauerreihen.

Pakt mit dem Teufel

„Es ist mittlerweile eine große Gemeinschaft geworden“, schwärmt Felix Müller. Die Unterstützung der Einwohner und auch von Bürgermeister Thomas Groll sei überwältigend. Letzterer spielt im Streifen sogar mit und hält in einer Szene ein Schriftstück über den Pakt mit dem Teufel in der Hand.

Bei ihrer Recherche fanden die beiden übrigens heraus, dass Momberg eigentlich mal Muminberg hieß. Das stammt aus dem Arabischen und bedeutet der Gläubige. Eine bessere Ausgangslage für ein Mystery-Drehbuch gibt es doch eigentlich gar nicht.

Ob es schon einen Plan für ­einen neuen Film gibt, das ließen sich die beiden Workaholics nicht entlocken. Es gäbe viele Anfragen und selbstverständlich jede Menge Ideen. Zum Beispiel wäre der Teufel wohl wahrhaftig in einer Gaststätte in Emsdorf gewesen. Und schon leuchten die Augen von Manuel Weitzel wieder.

von Katja Peters

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